Mettnau und Radolfzeller Aach unterhalb Singen mit Teilen des Vogelschutzgebietes „Untersee des Bodensees“

Lage des Natura 2000-Gebiets

Das FFH-Gebiet 8219-341 „Mettnau und Radolfzeller Aach unterhalb Singen“ erstreckt sich mit drei Teilflächen über 1.742 Hektar am Untersee des Bodensees im Landkreis Konstanz.

Zum Planungsbereich für den Managementplan gehören auch Teile des Vogelschutzgebietes 8220-401 „Untersee des Bodensees“, so dass sich eine Gesamtfläche des Natura 2000-Gebiets von ca. 1.800 Hektar ergibt.

Übersichtskarte Mettnau Aach, (pdf, 1 MB)

Charakteristik

Insgesamt haben die fünf Gemeinden Singen, Radolfzell, Moos und zu geringem Anteil auch Rielasingen-Worblingen sowie Steißlingen Anteil am Natura 2000-Gebiet. Große Teile des Gebiets befinden sich bereits als Naturschutzgebiet (z.B. NSG „Halbinsel Mettnau“ und NSG „Litzelsee“), Landschaftsschutzgebiet oder Flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz.

Das Natura 2000-Gebiet besteht zu über 95 Prozent aus Offenland, wobei knapp 50 Prozent davon Wasserfläche – überwiegend Teile des Untersees - sind. Dies spiegelt sich auch in den nach der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen wieder. So entfallen 821 Hektar auf den Lebensraumtyp „Kalkreiche, nährstoffarme Stillgewässer mit Armleuchteralgen“. Im Grünland werden insbesondere artenreiche Pfeifengraswiesen, Feuchte Hochstaudenfluren und Magere Flachlandmähwiesen geschützt. Diese Offenland-Lebensraumtypen bieten mit Vorkommen des im Juli und August blühenden Großen Wiesenknopfs einen wichtigen Lebensraum für die beiden sehr seltenen Schmetterlingsarten Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling, welche auf das Vorkommen des Wiesenknopfs in Verbindung mit Ameisennestern angewiesen sind.

Der besondere Reiz der eiszeitlich geprägten Landschaft am Untersee mit Toteislöchern, Schotterterrassen, End- und Grundmoränen, Schmelzwasserrinnen und dem Aachlauf liegt in den ausgedehnten Riedkomplexen entlang der Aach und dem natürlichen Mündungsbereich in den Bodensee-Untersee. Charakterisiert wird die Landschaft durch Auwald, Verlandungs- und Streuwiesenkomplexe der Mettnau sowie der Flachwasserzone des Zeller Sees.

Von internationaler Bedeutung ist das Vogelschutzgebiet „Untersee des Bodensees“ als Nahrungs-, Brut- und Überwinterungsraum vieler Wasservogelarten, zum Beispiel Zwergtaucher und Schwarzhalstaucher. Auch Pfeifengras-Streuwiesen, Strandlingsgesellschaften mit dem sehr seltenen und streng geschützten Bodensee-Vergißmeinnicht sowie Fischarten (Groppe und Bachneunauge) sind entscheidend für die besondere Schutzwürdigkeit des Natura 2000-Gebiets. Hervorzuheben ist auch die Radolfzeller Aach mit einer weitgehend natürlichen Fließgewässer-Dynamik und wertvollen Fischlaichplätzen.

Eindrücke aus dem Natura 2000-Gebiet