Ein Bagger beim Ausbau des Schutterentlastungskanals

Ausbau und Ertüchtigung des Schutterentlastungskanals (SEK) zur Sicherstellung eines 100-jährlichen Hochwasserschutzes

Der Ausbau und die Ertüchtigung des Schutterentlastungskanals befindet sich aktuell im Bau. Im Jahr 2020 wurde die Baustraßenebene zwischen der Autobahn A 5 und dem Muserebach hergestellt. 2021 sollen die Dämme in diesem Bereich ertüchtigt werden.

Der Ausbau und die Ertüchtigung des Schutterentlastungskanals wird voraussichtlich 2024 abgeschlossen sein.

Zahlen und Fakten

Kosten: ca. 22 Mio. Euro
Baubeginn: Mai 2016
Geplante Fertigstellung: 2024

Termine

Aktuell sind keine Termine geplant. Wir informieren Sie unter anderem an dieser Stelle über aktuelle Termine wie Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen.

Das Projekt im Überblick

​Ausgangssituation

Der Schutterentlastungskanal leitet die Hochwasserabflüsse aus der Talschutter direkt zum Rhein und entlastet die stark hochwassergefährdete Schutter-Unditz-Niederung zwischen Kehl und Lahr deutlich. Im Zuge einer Flussgebietsuntersuchung für das Einzugsgebiet der Talschutter hat sich gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit des Schutterentlastungskanals in Teilstrecken nicht ausreichend ist, um ein 100-jährliches Hochwasser sicher abzuleiten. Geotechnische Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass die Dämme des Schutterentlastungskanals nicht den Regeln der Technik entsprechen (inhomogener Aufbau z.T. mit Bauschutt, fehlende Dichtung etc.).

Die betroffene Kanallänge von der Kläranlage Nonnenweier bis zur Kläranlage Lahr beträgt ca. 5,5 Kilometer, da die Dämme auf beiden Seiten ertüchtigt werden, ergibt sich eine Dammbaumaßnahme von ca. elf Kilometer Länge. Zusätzlich müssen vier Düker, die den Schutterentlastungskanal unterqueren neu gebaut werden. Bei den Dükern handelt es sich um ein Unterführungsbauwerk, mit denen der Schutterentlastungskanal ohne den aufwändigen und teuren Einsatz von Pumpen unterquert wird. Dies funktioniert nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren, welche oben offen, unten aber miteinander verbunden sind. Da Schwerkraft und Luftdruck am Einlass und Auslass des Dükers gleich sind, steht das Wasser auf beiden Seiten gleich hoch an.

Die größte Schwachstelle bildete der etwa einen Kilometer lange Kanalabschnitt bei Nonnenweier, im Bereich zwischen der Kläranlage Nonnenweier und der L 100, bei welchem eine direkte Gefahr von Überströmungen im Falle eines 100-jährlichen Hochwassers bestand. Dieser Abschnitt wurde im Jahr 2017 ertüchtigt. Bereits im Jahr 2016 wurde der Mühlbachdüker neu gebaut. Im Jahr 2018 wurde ein weiterer Abschnitt, von der Landstraße L100 am Ortsausgang von Nonnenweier bis zur Wirtschaftswegbrücke beim Niederendweg, mit einer Länge von 2 x 800 Meter saniert. Im Jahr 2019 wurde der dritte Bauabschnitt (ca. 2 x 1,3 Kilometer Dammlänge) zwischen der Wirtschaftswegbrücke beim Niederendweg und der Autobahn ertüchtigt. Zudem wurde der Eschlachdüker neu hergestellt und die Unterquerung der Abwasserdruckleitung der Gemeinde Schwanau ertüchtigt. Im Jahr 2020 wurde die Baustraßenebene zwischen der Autobahn A 5 und dem Muserebach hergestellt. 2021 sollen die Dämme in diesem Bereich ertüchtigt werden.


​Ziel der Maßnahme

Ziel ist Herstellung eines 100-jährlichen Hochwasserschutzes. Die Dämme werden entsprechend dem Stand der Technik ertüchtigt bzw. neu errichtet. Bestehende Düker werden aufgrund der schlechten Bausubstanz ebenfalls neu errichtet. Im Zuge der Maßnahme wird den Belangen des Naturschutzes, des Denkmalschutzes, der Landwirtschaft und des Forstes durch zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen und Wiederaufforstungen Rechnung getragen.


Geplante Maßnahmen

Das eigentliche Vorhaben umfasst Dammbaumaßnahmen beidseitig des Schutterentlastungskanals mit einer Gesamtlänge von 11,2 Kilometern. Hierfür sind zwei Ausbauabschnitte mit insgesamt acht Bauabschnitten vorgesehen. Im Ausbauabschnitt 1 wird die Abflussleistung dadurch erhöht, dass der rechte Damm um ca. zehn Meter nach Norden verschoben wird. Der linke Damm wird erhöht und die wasserseitige Böschung abgeflacht. Im Ausbauabschnitt 2 bleiben die Dammachsen erhalten und die wasserseitigen Böschungen werden abgeflacht. Zudem werden beidseitig Dammverteidigungswege angelegt.