Esselwehr an der Murg

Herstellung der Durchgängigkeit am Esselwehr an der Murg (MaDok ID 8197)

Zahlen und Fakten

Vorhabenträger: Land Baden-Württemberg
Lage: Gaggenau-Hörden, Esselwehr

Aktueller Stand

Baubeginn: März 2022

Termine

Ab 1. März bis voraussichtlich August 2022

Sperrung des Wegs auf dem Murgdamm und der Vorlandbereich der Murg zwischen Weinauerstraße und dem Parkplatz am Sportgelände

Pressemitteilung vom 17.02.2022

Kontakt

Fachinformationen
Sophie Lefort, Projektleitung
0721 926-7560
sophie.lefort@rpk.bwl.de

Manuela Hoffmann, Projektbearbeitung
0721 926-7682
manuela.hoffmann@rpk.bwl.de

Das Projekt

Ausgangslage

Die bestehende raue Rampe am Esselwehr ist nach dem aktuellen Stand der Technik für Fische und Kleinstlebewesen nicht durchgängig bzw. durchwanderbar. Um die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) zu erfüllen, soll dieses Wanderhindernis beseitigt werden.

Ziele der Maßnahme

Ziel des Projekts ist die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Esselwehr für die dort vorkommenden Fischarten und Kleinstlebewesen (Makrozoobenthos) und somit eine Vernetzung des Fließgewässerlebensraums Murg.

Geplante Maßnahmen

Im Rahmen der Vorplanung wurden mehrere Lösungsmöglichkeiten zur Herstellung der Durchgängigkeit erarbeitet. Als Vorzugsvariante ergab sich in Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange der Wehrrückbau. Die Gewässersohle oberhalb des Wehres wird hierfür eingetieft und das bestehende Wehr zu einem Großteil zurückgebaut. Um den vorhandene Höhenunterschied von ca. 1,30 m auszugleichen wird die Sohle auf insgesamt 160 Meter Länge neu modelliert. An der Stelle des Esselwehrs wird zusätzlich eine vierzeilige Riegelrampe mit Beckenstruktur entstehen. Oberhalb und unterhalb der neuen Riegelrampe wird die Gewässersohle mit einem Gefälle von 0,66% verzogen und eine ca. 4 Meter breite Fließrinne geschaffen. Auf der rechten Gewässerseite oberhalb des Wehres werden die Leitmauern zurückgebaut und ein flaches Ufer modelliert. Durch die Anpassung kann sich ein Gleithang auf der rechten Seite ausbilden. Nach Rückbau der vom Wehr aus gesehenen zweiten Leitschwelle wird der vorhandene nicht durchgängige Absturz beseitigt, stattdessen wird dort ebenfalls die Sohle auf einer Länge 70 m mit 1% Gefälle verzogen. Die Leitmauer auf der linken Seite bleibt erhalten, um den dahinterliegenden Auwald und den dort vermutlich brütenden Eisvogel zu schützen.

Oberhalb der neuen Riegelrampe erhält das Murgbett eine vielfältige Struktur u.a. mit Störsteinen, so dass sich schnellere Fließgeschwindigkeiten mit niedrigeren und fließberuhigten Bereichen abwechseln. Damit entsteht ein abwechslungsreiches und naturnahes Abflussbild mit wechselnden Fließtiefen. Der sich durch die Planung ergebende fischökologische Lebensraum ist nach der Maßnahme sowohl für schwimmstarke als auch für schwimmschwache Fische erschließbar. Die Verwendung von anstehendem und natürlichen Sohlsubstrat der Murg ermöglicht auch die Durchgängigkeit für Kleinstlebewesen.

Um ein Freispülen des anstehenden Felsens zu vermeiden, die Sohlstabilität zu gewährleisten und zu hohe Fließgeschwindigkeiten für wandernde Organismen zu vermeiden, ist nach dem Rückbau des Wehres der Bau einer vierzeilige Riegelrampe mit Beckenstruktur vorgesehen. Eine solche Rampe bewirkt zum einen mit ihrem pendelnden Stromstrich eine Verlängerung des Fließweges, wodurch auf einer Länge von knapp 46 Metern eine Höhendifferenz von 0,5 Meter abgebaut werden kann. Zum anderen können durch ihre sohlgleichen Becken ausreichende Wassertiefen und Bereiche mit unterschiedlicher Strömungscharakteristik sowie Ruhezonen für Fische und Kleinstlebewesen geschaffen werden.

Neue Erkenntnisse aus einer aktuellen Vermessung im Zuge des Projektes zeigen, dass es auf der rechten Uferseite im Bereich des Sportplatzes in Gaggenau-Hörden nicht mehr zu einer Überströmung des Dammes kommt. Hierdurch reduzieren sich die Überflutungsflächen bei einem hundertjährlichen Hochwasser im Bereich des Sportplatzes geringfügig.

Im Ergebnis wird durch die geplanten Maßnahmen die Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen im Bereich des Esselwehres auf der gesamten Breite der Murg hergestellt und der aktuell noch durch das Wehr bestehende Rückstau aufgelöst. Durch die Ausbildung eines Gleithanges und die Modellierung der Sohle entsteht gleichzeitig eine naturnahe Gewässerstruktur. Die Hochwassersituation wird durch die Maßnahme nicht verschlechtert.

Diese Maßnahme ist die letzte Durchgängigkeitsmaßnahme des Landes Baden-Württemberg im Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der EU – Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an der Murg.

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Planung

Die Genehmigungsplanung ist fertiggestellt. Die Vor- und Entwurfsplanung wurde mit den Trägern öffentlicher Belange (Landratsamt Rastatt, Stadt Gaggenau und Regierungspräsidium Karlsruhe) abgestimmt.

Der Antrag auf wasserrechtliche Plangenehmigung wurde im September 2020 beim Landratsamt Rastatt, Umweltamt, eingereicht.
Die Genehmigung wurde im März 2021 erteilt. Die Umsetzung erfolgt ab Frühjahr 2022.