L 597, Neubau zwischen Mannheim-Friedrichsfeld und Ladenburg mit Neckarbrücke

Zahlen & Fakten

Vorhabenträger: Land Baden-Württemberg
Baulänge: 3,3 km
Aktuelle Gesamtkosten: ca. 55 Mio. Euro
Baubeginn: Frühjahr 2019
Bauende: voraussichtlich Ende 2026

Aktueller Stand

Bauausführung

Grundwasserwanne: Baumaßnahme abgeschlossen. Bauzeit von Sommer 2022 bis Frühjahr 2024. Im Frühjahr 2024 müssen noch Eidechsen umgesiedelt werden. Danach können die restlichen Oberbodenarbeiten ausgeführt werden.

Juni 2024 bis Ende Dezember 2024
Straßenbau nördlich der Neckarbrücke incl. Neubau der Geh- und Radwegbrücke Bauwerk 8 im Zuge der Giulinistraße in Ladenburg

Juli 2024 bis Ende Dezember 2024
Straßenbau südlich der Neckarbrücke bis zur OEG-Linie

Frühjahr 2025 bis Ende 2026.
Bau der Neckarbrücke bei Ladenburg

Termine

Derzeit keine aktuellen Termine.

Kontakt

Fachinformationen

Hans-Joachim Krauß, Projektkoordination
06221 1375-182
hans-joachim.krauss@rpk.bwl.de

André Nieder, Projektleiter
06221 1375-142
andre.nieder@rpk.bwl.de

Öffentlichkeitsbeteiligung

Philipp Ilzhöfer
oeffentlichkeitsbeteiligung@rpk.bwl.de

Das Projekt

Ausgangslage

Seit März 2019 laufen die Arbeiten zum Neubau des dritten und letzten Abschnitts der L 597 zwischen der L 637 bei Mannheim-Friedrichsfeld und der L 597 nördlich von Ladenburg. In den 80er Jahren wurde der Abschnitt 2 im Bereich von MA-Friedrichsfeld bis zur L637, Seckenheimer Hauptstraße, gebaut.

Ziele der Maßnahme

Hauptziel der Maßnahme ist es, die Gemeinde Ilvesheim, den Mannheimer Stadtteil Seckenheim und die Stadt Ladenburg vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Geplante Maßnahmen

In dem rund 3,3 km langen Abschnitt müssen acht Bauwerke errichtet werden, wobei die Neckarbrücke das Kernstück darstellt. Dabei werden zunächst die einzelnen Querungs- und Schnittstellen mit dem bestehenden Straßennetz hergestellt. Der Bau der Neckarbrücke erfolgt als letzte Bauphase.

Die Arbeiten erfolgen überwiegend außerhalb des bestehenden Straßennetzes, sodass nach derzeitiger Planung während der gesamten Bauzeit sämtliche Fahrbeziehungen grundsätzlich aufrechterhalten werden können. Zeitweise sind jedoch im Bereich der Anschlussbereiche der neuen L 597 an das bestehende Straßennetz örtliche Umleitungen sowie Ampelregelungen notwendig.

Bereits fertiggestellte Teilmaßnahmen:

  • Umverlegung einer Ferngasleitung und einer regionalen Gasleitung im Bereich des Knotens L 597/637
    Bauzeit von Juli 2019 bis Dezember 2019
  • Umverlegung einer Ferngasleitung westlich von Neckarhausen
    Bauzeit von April 2020 bis Juni 2020
  • Südliche und nördliche Zufahrtsrampe zur Neckarbrücke
    Bauzeit jeweils im Sommer 2019 und 2020
    Zur Vorbereitung des Baus der Zufahrtsrampen wurde jeweils eine Vorschüttung hergestellt, damit die zu erwartenden Setzungen im Untergrund ausklingen können. Hierbei wurde die Mehrbreite für einen zwischen Mannheim und Heidelberg geplanten Radschnellweg berücksichtigt.
  • Unterführung eines Industriegleises und eines Wirtschaftsweges (BW 7)
    Bauzeit von März 2019 bis Februar 2020
    Die Brücke ist erforderlich, da hier – westlich von Ladenburg – der Gleisanschluss des Industriegebiets „Altwasser“ sowie ein zukünftiger Wirtschaftsweg gequert wird.
  • Archäologische Voruntersuchung im Bereich Neckarhausen Ausführungszeit Februar 2020
    Da im gesamten Bereich entlang der neuen Straße mit Siedlungsfunden aus der Späten Latènezeit und aus der Römerzeit zu rechnen ist, sind archäologische Voruntersuchungen notwendig.

Geplante und im Bau befindliche Teilmaßnahmen:

  • Knoten L 597/637 östlich von Mannheim-Seckenheim
    Der Umbau des Knotens unterteilt sich im Wesentlichen in drei Bauabschnitte.
    • 1. Bauabschnitt (BA): Bau der Verbindungsrampe zwischen der L 597 und der L637 (BW 1)
      Bauzeit von Sommer 2020 bis Sommer 2021.
      Der Anschluss an die L 597 wurde zunächst nur provisorisch hergestellt, da im 3. BA in diesem Bereich eine Grundwasserwanne hergestellt werden muss (siehe unten).
    • 2. Bauabschnitt: Bau der Brückenbauwerke über die L 637 (BW 2) und OEG (BW 3)
      Bauzeit von Herbst 2020 bis Herbst 2021.
      Beide Bauwerke wurden nördlich der OEG-Gleise auf freiem Feld gebaut und dann an die jeweilige Position eingeschoben. Dafür musste die Gleisanlage der OEG vollgesperrt werden und konnte planmäßig rechtzeitig zum Ende der Sommerferien wieder in Betrieb gehen.
    • 3. Bauabschnitt: Bau der Grundwasserwanne
      Bauzeit voraussichtlich von Sommer 2022 bis Spätjahr 2023.
      Im Rahmen der Ausführungsplanung hat sich mittels neuerer und besserer Erfassungs- und Berechnungsmethoden ein höherer, maximal zu erwartender Grundwasserstand ergeben. Es ist deshalb erforderlich, die neue Straße im Unterführungsbereich der L 637 und der OEG in einer Grundwasserwanne zu führen.
  • Bau der gesamten Strecke (einschließlich BW 4, 5 und 8)
    Bauzeit voraussichtlich von Sommer 2023 bis Mitte 2024.
    Die Bauarbeiten an der Strecke sind seit Sommer 2023 in den Bereichen nördlich des Neckars in Gang. Nachdem die Grundwasserwanne fertiggestellt worden ist, folgt der Bau der restlichen Strecke südlich des Neckars.
  • Neckarbrücke bei Ladenburg (BW 6)
    Bauzeit voraussichtlich von Frühjahr 2024 bis Frühjahr 2026.
    In der Vorentwurfsphase wurden insgesamt zwölf unterschiedliche Tragwerksvarianten näher untersucht, die sich in Konstruktion, Material und Ausführung unterscheiden. Neben klassischen Deckbrücken wurden Bogen-, Fachwerk- und Schrägseilkonstruktionen untersucht. In einer vertieften Untersuchung fanden neben der Funktionalität auch Parameter wie Wirtschaftlichkeit, Dauerhaftigkeit, Unterhaltungsaufwand, Bauverfahren sowie Gestaltung und Einbindung ins Landschaftsbild Berücksichtigung.
    Als Ergebnis eines vertieften Abwägungsprozesses wurde als Vorzugslösung eine gevoutete 7-feldrige Stahlverbundkonstruktion mit unten liegendem Tragwerk erarbeitet. Vor allem in gestalterischer Hinsicht passt sich das schlanke Bauwerk gut in die umgebende Landschaft mit der sanften Hügelkette des Odenwalds im Osten sowie der Rheinebene im West ein. Die Pfeilerstellung orientiert sich an den bautechnischen Gegebenheiten der nahen Wehranlage, der Mole, sowie am Schifffahrtsprofil des Neckarkanals. Die gevoutete Bauwerksunterseite folgt dem Kräfteverlauf einer klassischen Flussquerung vom Überbau über die Pfeiler bis hin zur Gründung im Fluss.
    Die gewählte Verbundkonstruktion mit sogenanntem Plattenbalkenquerschnitt verbindet die Vorteile einer gleichsam robusten wie schlanken Konstruktion in geringer Höhe über Fluss und Gelände, bei ungestörter Sicht für die Verkehrsteilnehmer, insbesondere für die auf der Brücke verweilenden Fußgänger und Radfahrer. Vorteile der robusten Konstruktion sind auch beim Unterhalt, einer kurzen Bauzeit und damit auch hohen Wirtschaftlichkeit in der Herstellung gegeben. Die Stützen werden scheibenartig hergestellt und sind somit besonders robust gegen Schiffsanprall. Zusätzlich wird durch die Pfeilerscheiben die Gefahr der Ansammlung von Treibgut, wie sie bei Einzelstützen verstärkt gegeben wäre, verringert.
    Neben den zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr ist auf der Brücke auch ein vier Meter breiter Geh- und Radweg vorgesehen.
  • Unterführung eines Industriegleises und eines Wirtschaftsweges Bauwerk 7
    Bauzeit von März 2019 bis Februar 2020
  • Vorschüttung nördliche und südliche Zufahrtsrampe zur Neckarbrücke
    Bauzeit jeweils im Sommer 2019 und 2020
    Vor und hinter der Neckarbrücke wird die Straße in Dammlage geführt. Damit die zu erwartenden Setzungen des Erdmaterials bereits vor dem Einbau des Straßenaufbaus erfolgt sind, wurden die beiden Rampen bereits 2019 und 2020 hergestellt. Hierbei wurde die Mehrbreite für einen zwischen Mannheim und Heidelberg geplanten Radschnellweg berücksichtigt.
  • Umverlegung einer Ferngasleitung und einer regionalen Gasleitung im Bereich des Knotens L 597/637
    Bauzeit von Juli 2019 bis Dezember 2019
  • Archäologische Voruntersuchung im Bereich Neckarhausen
    Ausführungszeit Februar 2020
    Da im gesamten Bereich entlang der neuen Straße mit Siedlungsfunden aus der Späten Latènezeit („Keltenzeit“) und aus der Römerzeit zu rechnen waren, wurden archäologische Voruntersuchungen notwendig. Es konnten nur vereinzelte neuzeitliche Befunde erfasst werden, mit weiteren Untersuchungen oder nachfolgenden Grabungen ist nicht zu rechnen. Die Baufreigabe des Landesamtes für Denkmalpflege erfolgte daher im Jahr 2020.
  • Umverlegung einer Ferngasleitung westlich von Neckarhausen
    Bauzeit von April 2020 bis Juni 2020
  • Umbau Knoten L 597/L 637 östlich von Mannheim-Seckenheim
    Bauzeit von Herbst 2020 bis Dezember 2023
    Der Umbau des Knotens unterteilte sich im Wesentlichen in drei Bauabschnitte:
    1. Bauabschnitt: Bau der Verbindungsrampe zwischen der L 597 und der L 637 incl. der Wirtschaftswegbrücke Bauwerk 1Bauzeit von Herbst 2020 bis Sommer 2021
    2. Bauabschnitt: Bau der Unterführungsbauwerke Bauwerk 2 und 3 unter der L 637 und OEG
    Bauzeit von Frühjahr 2021 bis Herbst 2021
    Beide Brücken wurden nördlich der OEG-Gleise auf freiem Feld gebaut und dann über ca. 50 Meter an die jeweilige Endposition eingeschoben.
    3. Bauabschnitt: Bau der Grundwasserwanne
    Bauzeit von Sommer 2022 bis Frühjahr 2024
    Im Rahmen der Ausführungsplanung hat sich aufgrund neuerer und besserer Erfassungs- und Berechnungsmethoden ein höherer, maximal zu erwartender Grundwasserstand ergeben. Es wurde deshalb erforderlich, die neue Straße im Unterführungsbereich der L 637 und der OEG in einer Grundwasserwanne zu führen. Der Bau der Grundwasserwanne war technisch sehr anspruchsvoll, auch wenn dies zwischenzeitlich nicht mehr sichtbar ist. In unserer Fotogalerie können Fotos vom Bau eingesehen werden. Im Frühjahr 2024 müssen noch Eidechsen umgesiedelt werden. Danach können die restlichen Oberbodenarbeiten ausgeführt werden.
  • Überführung eines Hauptwirtschaftsweges Bauwerk 5
    Bauzeit von Frühjahr 2023 bis Frühjahr 2024
  • Straßenknoten L 597 alt / L597
    Bauzeit vom 28.08.2023 bis Dezember 2023
    Nördliches Teilstück der Maßnahme (Anschluss an den Bestand); schließt an die nördliche Umgehungsstraße von Ladenburg an (Autobahnzubringer)
  • Verlegung einer 20 kV-Freiletung westlich von Neckarhausen
  • Leitungsarbeiten im Umfeld der Giulinistraße in Ladenburg
    Bauzeit vom 16. 10.2023 bis Februar 2024
  • Straßenbau (nördlich und südlich der Neckarbrücke) incl. der Geh- und Radwegbrücke Bauwerk 8
    Bauzeit von September 2023 bis voraussichtlich Ende 2026

    Mit der Maßnahme „Einmündung L 597 alt / L 597 neu“, welche im Jahr 2023 durchgeführt wurde, wurde der Straßenbau im Bereich Ladenburg Nord begonnen. Von Juni 2024 schließt der Straßenbau in den verbleibenden Bereichen südlich und nördlich des Neckars an. In diesem Zug werden auch folgende Bauwerke hergestellt: 
    - Radwegbrücke Bauwerk 8 im Zuge der Giulinistraße in Ladenburg
    - Spundwandsicherung von 2 Hochspannungsmasten
    - Regenwasserpumpwerk
    - Regenklärbecken
    - ca. 1 km lange Winkelstützwand
    - Anlage von 10 Kleintierdurchlässen

    Der südliche Teil der Umgehungsstraße umfasst auch den parallel zur Strecke verlaufenden Abschnitt des Radschnellwegs Mannheim – Heidelberg (RS 2). Dieser kann in diesem Bereich durch eine Abstimmung der Planung vollständig auf der geplanten Fläche der Umgehungsstraße und des begleitenden Geh-und Radwegs bzw. Wirtschaftswegs vorgesehen werden. Nach Fertigstellung der neuen Straße wird daher ebenfalls ein erster Abschnitt des Radschnellwegs zwischen L 542 nördlich des Neckars sowie der L 637 für den Radverkehr zur Verfügung stehen.
  • Neckarbrücke bei Ladenburg Bauwerk 6
    Bauzeit voraussichtlich von Frühjahr 2025 bis voraussichtlich Ende 2026.
    Als letzte größere Teilmaßnahme wird die Neckarbrücke bei Ladenburg gebaut – das zentrale Bauwerk der neuen Landesstraße. Die neue Brücke quert mit einer Gesamtlänge von ca. 360 m Hochwasserschutzdämme, das Neckarvorland, den Neckarkanal bzw. den Neckar, die L 542 sowie einen Geh- und Radweg. Neben den zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr wird auf der Brücke auch der vier Meter breite Radschnellweg Mannheim – Heidelberg (RS 2) über den Neckar überführt.
    Plan Neckarbrücke (pdf, 783 KB)

    Es ist geplant, die Brückenbauteile über den Neckar einschwimmen zu lassen. Die Montage der Bauteile wird sodann über einen schwimmenden Schwerlastkran erfolgen. Aufgrund eines Brückenpfeilers muss der südliche Neckardeich umfangreich angepasst werden. Aus Gründen des Naturschutzes erfolgt im Rahmen vom Bau der Neckarbrücke der Bau eines künstlichen Neckar-Altarmes (Schlute) unter der Brücke.
  • Landschaftsbauarbeiten
    Bauzeit: gegen Ende der Gesamtmaßnahme
    a) Rückbau der Kreisstraße K 4138
    Wie zuvor beschrieben, mündet die aus Neckarhausen herausführende K 4138 in Zukunft am westlichen Ortsrand von Neckarhausen in die neue L 597 ein. Die Fortführung der Kreisstraße nach Mannheim-Seckenheim wird nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme aus Gründen des Umweltschutzes zurückgebaut.
    b) Bepflanzung incl. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
    Gegen Ende der Bauarbeiten können die ehemaligen Bauflächen bepflanzt werden. Zudem werden die in der Planfeststellung festgelegten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen umgesetzt.

Informieren Sie sich

Öffentlichkeitsbeteiligung

Bereits im Vorfeld der Baumaßnahme wurde die Öffentlichkeit im Rahmen von Informationsveranstaltungen in Ladenburg, Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen über die Baumaßnahme informiert.

Im Mai 2020 wurde ein Projektbegleitkreis gegründet.

Planung

Planfeststellungsbeschlüsse Teilabschnitt Süd zwischen L 637 und K4138, Teilabschnitt Nord zwischen K 4138 und L 597 und Verlängerung des Planfeststellungsbeschlusses Teilabschnitt Nord

Planungsunterlagen

DokumenttitelDateitypGröße
Bauablaufplan (Stand: Mai 2024) pdf 5 MB
Plan Gesamtstrecke pdf 4 MB
Plan Neckarbrücke pdf 783 KB

Fotogalerie