Rheinniederung von Philippsburg bis Mannheim (FFH-Gebiet 6716-341) und Rheinniederung Altlußheim-Mannheim (Vogelschutzgebiet 6616-441) und Wagbachniederung (Vogelschutzgebiet 6717-401)

Charakteristik

Die Natura 2000-Gebiete haben insgesamt eine Größe von fast 6200 ha und erstrecken sich entlang der Rheinniederung von Philippsburg bis Mannheim. 13 Lebensraumtypen und 26 Tierarten der FFH-Richtlinie sowie 62 Vogelarten der Vogelschutzrichtlinie kommen hier vor und unterstreichen die hohe Bedeutung der Flächen in dieser an sich dicht besiedelten Landschaft. Mit 9 Naturschutzgebieten, zahlreichen Landschaftsschutzgebieten, einem Bann- und einem Schonwald wird die naturschutzfachliche Wertigkeit der Gebiete zudem untermauert.

Die Natura 2000-Gebiete liegen teilweise in den Landkreisen Karlsruhe und Rhein-Neckar sowie im Stadtkreis Mannheim; 10 Städte und Gemeinden haben Anteile.

Kontakt

Regierungspräsidium Karlsruhe
Tobias Lepp
0721 926-7701
natura2000@rpk.bwl.de

Die Grafik zeigt drei Pfeile mit Text : Managementplan (MaP) geplant, MaP aktuell, MaP fertiggestellt. MaP aktuell ist rot umrandet - Hinweis, dass es sich hier um ein aktuelles Verfahren handelt.

 

Besonderheiten

Die natürliche, rezente Hochwasserdynamik prägt die Auelebensräume in der Mäanderzone der nördlichen Oberrheinniederung.

Jedes Jahr steht der Weichholz-Auenwald für längere Zeit unter Wasser; bei der Hartholzaue können es bis zu mehreren Wochen sein. Spezielle Tier- und Pflanzenarten haben sich an diese besonderen Lebensbedingungen in der Wechselwasserzone zwischen Wasser und Land angepasst oder konnten in sekundären Lebensräumen (z.B. Kiesgruben, Baggerseen) eine neue Heimat finden.

Die Silberweide, ein Baum der Weichholzaue, beispielsweise kann Überstauungen bis zu einem halben Jahr ertragen, auch Eichen sind überflutungstolerant.

Durch die Kraft des Wassers ist hier eine einmalige Landschaft entstanden. Entdecken Sie zum Beispiel bei einem Spaziergang zur Plittersdorfer Fähre die verschlungenen Altrheinarme und die urwüchsigen Auwälder. Erleben Sie die großen Wasservogelschwärme, die im Gebiet den Winter verbringen. Erfreuen Sie sich an blumenbunten Wiesen, z.B. an den feuchten Pfeifengraswiesen, die der Kantenlauch im Sommer mit seinen Blüten mit rosaroter Farbe überzieht.

Vielfalt gemeinsam bewahren

Die Rheinauen haben in den letzten 200 Jahren einen vollständigen Wandel erfahren.

Von der ehemaligen, kilometerbreiten Aue mit ihren weit verzweigten Seitenarmen sind nach den Begradigungen nur wenige, heute naturschutzfachlich wertvolle Reste erhalten geblieben.

Insbesondere die Altarme des Rheins mit ihren Verlandungszonen, die Silberweiden-Bestände der Weichholzaue und der Eichen-Ulmen-Auenwald gehören dazu. Diese Lebensräume sind von besonderer Bedeutung für Amphibien, Libellen, Sumpf- und Wasservögel. Auf waldfreien Standorten sind artenreiche Wiesen entstanden; kleinflächig blieben bemerkenswerte Kalkflachmoore und Pfeifengraswiesen erhalten.

Diese Reste der Auenlandschaft mit ihrer wassergeprägten, ursprünglichen Dynamik wollen wir zusammen mit Ihnen als europäisches Naturerbe erhalten.