Blick auf die bewaldete Berglandschaft Adelegg

Adelegg (FFH 8326-341 und SPA 8226-441)

Charakteristik

Das FFH-Gebiet Adelegg (640 ha) liegt nahezu vollständig im gleichnamigen Vogelschutzgebiet (2.858 ha).

Beide Gebiete befinden sich im Landschaftsschutzgebiet »Adelegg und zugehöriges tertiäres Hügelvorland« und erstrecken sich über die Gemeinden Leutkirch im Allgäu und Isny im Allgäu im Landkreis Ravensburg.

Die Natura 2000-Gebiete liegen größtenteils im Naturraum »Adelegg«. Ein kleinerer Teil ragt in den Naturraum »Riß-Aitrach-Platten«.

Das charakteristische Landschaftsbild dieses Gebietes ist geprägt von ausgedehnten Wäldern mit tief eingeschnittenen Tobeln. Die inselartig in den Waldgebieten verteilten Grünlandkomplexe werden überwiegend als Hochweiden und Wiesen genutzt.

Die Adelegg ist landesweit der einzige Ausläufer des Alpenvorlandes. Aufgrund der Höhenlage (bis 1.118 ü.N.N.) gibt es hier einige Lebensräume und Arten wie den Alpensalamander, die besonders typisch für die Alpen und ihr Vorland sind.

Kontakt

Regierungspräsidium Tübingen

Referat 56
Carsten Wagner
07071 757-5217
carsten.wagner@rpt.bwl.de

Die Grafik zeigt drei Pfeile mit Text : Managementplan (MaP) geplant, MaP aktuell, MaP fertiggestellt. MaP fertiggestellt ist rot umrandet - Hinweis, dass es sich hier um ein fertiggestelltes Verfahren handelt.

Blick in einen Buchenwald

FFH-Gebiet 8326-341 Adelegg

Lebensraumtypen

Der größte Anteil der FFH-Lebensraumtypen entfällt auf die Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwälder.

In den steilen und oft engen Tobeln sind naturnahe Fließgewässer und Kalktuffquellen zu finden.

Die charakteristischen Hochweiden der Adelegg entstanden durch die Almwirtschaft. Zu ihnen zählen auch europaweit bedeutsame Grünlandgesellschaften wie Berg-Mähwiesen, Borstgras- und Kalk-Magerrasen.

FFH-Arten

Die Adelegg bietet aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der relativ extensiven Bewirtschaftung der Wälder gute Standortbedingungen für europäisch bedeutsame, seltene Moosarten wie das Grüne Koboldmoos und das Rogers Goldhaarmoos.

Das Grüne Besenmoos wächst epiphytisch an Stämmen. Seine Vorkommen in Baden-Württemberg zählen zu den Hauptvorkommen der Art in Europa. Daher trägt Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung zum Erhalt der Art.

Weißrückenspecht (Dendrocopos leucotos) hängt an einem Baum und pickt; im Hintergrund blauer Himmel

Vogelschutzgebiet 8226-441 Adelegg

Die ausgedehnten Mischwälder mit ihrem hohen Nadelwaldanteil kennzeichnen das Vogelschutzgebiet Adelegg. Die Adelegg ist ein wichtiges Brutgebiet für montane Vogelarten wie Auerhuhn, Raufußkauz, Dreizehenspecht und Ringdrossel.

In der Adelegg befindet sich darüber hinaus das einzige bekannte Brutvorkommen des Weißrückenspechtes in Baden-Württemberg. Er bevorzugt große naturnahe und strukturreiche Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an Tot- und Altholz. Im absterbenden Holz findet er ausreichend Nistbäume sowie Käfer und deren Larven als Nahrung.

Das heutige Hauptverbreitungsgebiet dieser Spechtart liegt in Osteuropa. In Mitteleuropa gibt es nur noch wenige Reliktvorkommen in den Alpen und im Bayerischen Wald. Umso wichtiger ist es daher, den restlichen Lebensraum des Weißrückenspechtes in Baden-Württemberg zu schützen.

Blick auf eine blühende Bergwiese auf dem Großen Heuberg

Landwirtschaftliche Eigenart bewahren!

Ein Großteil der Lebensräume in der Adelegg verdankt seine Entstehung der Landnutzung durch den Menschen. Eng verzahnt damit sind auch ursprüngliche Wälder erhalten geblieben.

Aufgrund des kleinräumigen Wechsels unterschiedlicher morphologischer Gegebenheiten und verschiedener Landschaftsbestandteile, ergibt sich eine für diese Region charakteristische landschaftliche Eigenart. Mit dieser Eigenart ist ein Wiedererkennungseffekt verbunden, der auch für den Tourismus von Bedeutung ist.

Dieser für Baden-Württemberg einzigartige Landschaftsraum kann u. a. durch die Entwicklung großräumiger naturnaher, montaner Wälder und die Offenhaltung der Grünlandflächen mit ihren Bergwiesen und Magerrasen erhalten werden.

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