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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    26.03.2019
    Zumeldung zur Pressemitteilung des Umweltministeriums: „Umsetzung der europäischen Wasserrrahmenrichtlinie“
    Gelungene Beispiele aus dem Regierungsbezirk Freiburg: Umbau eines Wehrs an der Brugga bei Kirchzarten und an der Rench bei Oberkirch // Zuschüsse von bis zu 85 Prozent der Kosten sind möglich
     BU 2 (Rench): Fotonachweis: Rendler

    Das Umweltministerium hat am Freitag (22. März) einen Zwischenbericht zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie veröffentlicht. Demnach ist der Zustand der Gewässer in Baden-Württemberg zwar deutlich besser geworden, erreicht aber noch in vielen Fällen nicht den angestrebten „guten ökologischen“ Zustand, so das Regierungspräsidium Freiburg in einer Zumeldung. Auch im Regierungsbezirk bleibt noch einiges zu tun, aber es gibt gute Beispiele, wie auch mit kleineren Investitionen die Durchgängigkeit der Gewässer gezielt optimiert werden kann. Manchmal müssen aber auch größere Summen investiert werden, um an komplexen Standorten eine positive Lösung für alle Interessen zu erreichen.

    So wurde zum Beispiel an der Brugga in Kirchzarten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) die Durchgängigkeit für Fische wieder hergestellt. Die Gemeinde Kirchzarten baute eine 1,40 Meter hohes Wehr in eine Rampe um. Die Gesamtkosten lagen bei 65.000 Euro und wurden vom Land mit 85 Prozent gefördert. Die flache Neigung der Rampe in einem Verhältnis von 1:25 ermöglicht nun allen Fischarten einen Ab- und Aufstieg und setzt so die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie in vorbildlicher Weise um.


    Ein weiteres Beispiel ist die Umgestaltung des Müllener Wehr an der Rench zwischen Stadelhofen und Oberkirch im Ortenaukreis: Durch den Bau eines technischen Auf- und Abstiegs wurde die Durchgängigkeit für Fische an dieser Wehranlage ermöglicht. Hier hat der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Freiburg gebaut und dieses Projekt 2018 fertiggestellt. Die Kosten betrugen etwa 1,67 Millionen Euro. Von dieser Summe übernahm  einen Teil die Straßenbauverwaltung als ökologischen Ausgleich für eine Straßenbaumaßnahme. Weitere Nebeneffekte: Der Hochwasserschutz wurde durch eine regelbare Wehrklappe maßgeblich verbessert. Zudem wurde der Mindestabfluss in der Rench auf 700 Liter je Sekunde erhöht. Dies verbessert die gewässerökologische Situation in der Rench bis zur Wiedereinleitung des Mühlkanals auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern.

    Die Brugga und die Rench zählen zum Wiederansiedlungsgebiet für Wanderfische auf der Langdistanz. Sie ist als Lebensraum auch für junge Lachse geeignet. Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in den Gewässern, die Abgabe einer ausreichenden Mindestwassermenge, eine gute Gewässerstruktur und eine gute Wasserqualität sind wichtige Bausteine und Erfolgsfaktoren für die Erreichung des guten ökologischen Zustands, wie ihn die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert.

    Die Umsetzung von Maßnahmen der Kommunen werden vom Land mit bis zu 85 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Der Eigenanteil der Kommune kann noch zum Ökokonto-Punkte sammeln verwendet werden. So können Kommunen bei eigenen Investitionen gezielt Punkte für das Ökokonto als Ausgleich für geplante Bauprojekte sammeln.

    Weitere Informationen:

    Die Pressemitteilung des Umweltministeriums mit weiteren Details und dem Link zum Zwischenbericht gibt es hier

    Auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Freiburg stehen zum Thema Wasserrahmenrichtlinie weitere Informationen zur Verfügung

    Foto: Brugga (Fotonachweis: Stefan Versemann)