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RP Freiburg, Umwelt
  • Abteilung 5
    25.01.2017
    Notwendige Gehölzpflegemaßnahmen entlang des Rheins bei Küssaberg (Kreis Waldshut) zwischen Reckingen und Ettikon
    Durch Einkürzung der Baumkronen können alte Bäume länger erhalten werden // Bei 19 Bäumen ist keine Erhaltung mehr möglich

    ​Der Betriebshof Lauchringen des Regierungspräsidiums Freiburg und eine Klettgauer Baumpflegefirma müssen am Rhein zwischen Reckingen und Ettikon ab Montag, 30. Januar, dringend Gehölzpflegemaßnahmen durchführen. Betroffen ist ein acht Kilometer langer Abschnitt mit einem relativ alten Baumbestand, der teilweise an der Grenze seiner Lebenserwartung angekommen ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Teilweise sind auch pflegerische Maßnahmen möglich.
     
    Im Herbst 2016 hat ein Baumkontrolleur den Bestand auf der Strecke angesehen und gesichtet. Dieser überprüfte die Bäume und legte erforderliche Maßnahmen zur Baumpflege und Verkehrssicherung fest. Auf dem Abschnitt zwischen Ettikon und Reckingen sind sehr viele Weiden und Althybridpappeln vorzufinden. Der Bestand wurde Ende der 1940er- Jahre gepflanzt. Pappeln und Weiden gehören zu den schnellwüchsigen Baumarten mit einer vergleichsweise geringen Lebenserwartung von 60 bis 80 Jahren. Diese Bäume befinden sich durch ihr fortgeschrittenes Alter oft in einem schlechten Zustand. Durch ihre eingeschränkte Standsicherheit, aufgrund von Stammfäulnis, Pilz- und Parasitenbefall sowie wegen vermehrter Totholzbildung und Kronenvergreisung stellen sie teilweise ein großes Sicherheitsrisiko dar.

    Die Bäume stehen entlang des Rheinufers in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung und des stark frequentierten Rheinuferweges. Dem Risiko, dass durch herab fallende Äste oder gar Baumkronenteile Passanten zu Schaden kommen, will das Regierungspräsidium Freiburg mit geeigneten Maßnahmen rechtzeitig begegnen.

    Damit der Zustand der Bäume möglichst genau ermittelt werden konnte, wurden mehrere alte Weiden und auch Pappeln  eingehender untersucht. Ein Gutachterbüro stellte mittels Bohrungen, mit einem sogenannten Resistographen, die Restwandstärke der Bäume fest. Anhand dieser Messung konnten Rückschlüsse auf die Standfestigkeiten gezogen werden. So wurde festgestellt, dass die Kronen eingekürzt werden müssen, damit diese Bäume auch weiterhin den Belastungen durch ihr Eigengewicht, Regen oder Wind ausreichende Stabilität entgegensetzen können. An 35 geschädigten Bäumen, vornehmlich Weiden, werden diese Kroneneinkürzungen vorgenommen. Hierdurch können auch alte, geschwächte Bäume noch einige Jahre erhalten bleiben und müssen zunächst nicht gefällt werden.

    Ebenso werden gefährliche Totholzteile, wie abgestorbene Äste und Zweige, die sich im Fallbereich der Wege befinden, fachgerecht entfernt. Extrem geschädigte Bäume, die ein Sicherheitsrisiko darstellen, müssen gefällt werden. Nach Vorgabe des Baumgutachters sind insgesamt 19 Bäume zu fällen. Neben sechs stark geschädigten Weiden, müssen acht Pappeln, zwei Eschen, zwei Eichen, und eine Grünerle weichen. Die erforderlichen Maßnahmen wurden mit dem Gemeinderat Küssaberg abgestimmt.

    Hinsichtlich möglicher Quartiere geschützter Arten wurden die zu fällenden Bäume von einem beauftragten Gutachter untersucht. Sollten Fledermäuse oder Brutplätze von Vögeln in den Bäumen gesichtet werden, wird versucht, die Tiere und ihre Nester fachgerecht auf andere geeignete Bäume umzusetzen. Bei Wegfall von Quartieren sollen als Ausgleich Nistkästen bereitgestellt werden. Aus Sicherheitsgründen muss der Rheinuferweg während der Arbeiten in Kadelburg und am Kadelburger Campingplatz, sowie entlang Rheinheim voll gesperrt werden. Die Fußgänger werden in beiden Richtungen über die nahen, parallel laufenden Gemeindewege umgeleitet. Auch in den übrigen Bereichen entlang des Rheinuferweges ist während der Gehölzarbeiten mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Schon im kommenden März sollen, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Küssaberg, Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Hierbei kommen ausschließlich standortgerechte und einheimische Bäume, wie zum Beispiel Linde, Eiche, Weide, Bergahorn und Hainbuche  zum Einsatz.

    Hinweis für die Medien:
    Für Rückfragen steht Ihnen Christoph Dörflinger unter Telefon 07761/55066717 gerne zur Verfügung.