Pressemitteilung

Nationale Auftaktveranstaltung für „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“

Biosphärengebiet Schwarzwald ist eins von fünf beteiligten Schutzgebieten

Eine Biene sitzt auf einer Blume

Bei einer virtuellen Veranstaltung mit einem Grußwort der Bundesumweltministerin Svenja Schulze und vielen Akteurinnen sowie Akteuren ist am Donnerstag (28. Januar) der Startschuss für das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Pilotprojekt „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für Insektenschutz“ erfolgt. Eine der beteiligten Regionen des wegweisenden Vorhabens unter Federführung des „World Wide Fund for Nature“ (WWF) ist das Biosphärengebiet Schwarzwald. 

Etwa 950.000 Euro Förderung entfallen auf den Südschwarzwald bei einer Laufzeit bis Ende 2025. Neben Mitteln für Personal (einem Koordinator vor Ort) und Begleitforschung fließen rund 200.000 Euro in die Maßnahmenumsetzung mit Landwirten.

Worum geht es bei diesem Projekt? Es sollen Verfahren und Strukturen für mehr Insektenschutz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Entwicklungs- und Pflegezonen entwickelt, erprobt und überprüft werden. Dabei sollen am Ende Vorschläge für eine optimierte Förderstruktur stehen, konkrete Handlungshinweise für mehr Insektenschutz erwachsen und dabei die Belange der Landwirtschaft sowie des Insektenschutzes möglichst praxisnah miteinander verbunden werden. Das könnte zum Beispiel durch den Erhalt wertvoller Weideflächen, die Schonung von Insekten bei der Mahd des Grünlands sowie bei der Pflege des öffentlichen Grüns entlang von Straßen und Wegen geschehen. 

Wer ist an dem Projekt beteiligt? Gemeinsam mit dem WWF, den Nationalen Naturlandschaften (NNL e.V.), der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) beteiligt sich auch das Umweltministerium Baden-Württemberg mit 240.000 Euro Eigenanteil an der Finanzierung. Neben dem Biosphärengebiet Schwarzwald sind auch vier andere Biosphärenreservate in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Rhön und Sachsen-Anhalt aufgenommen worden.

Jedes steht für einen typischen Lebensraum in Deutschland, der Schwarzwald als höchstes deutsches Mittelgebirge für seine grünlandreiche Waldlandschaft. 

Was ist bisher geschehen? Im ersten Schritt wurden insektenfördernde Maßnahmen entworfen und geeignete Methoden festgelegt, die wissenschaftlich evaluiert werden. Für das Monitoring werden Insektengruppen ausgewählt, die als Leitgruppen für die Insektenvielfalt im Schwarzwald gelten können. Das Biosphärengebiet Schwarzwald liefert hierfür bereits wichtige Grundlagendaten. So wird seit 2020 in einem begleitenden Projekt mit Hilfe von Malaisefallen die Insektenvielfalt erfasst, da es bislang nur punktuelle Daten zum Insektenbestand gibt. Die Anzahl flugfähiger Insekten wird mit genetischen Mitteln analysiert.

In einem nächsten Schritt werden Flächen gesucht, auf denen die Maßnahmen zur Verbesserung des Insektenschutzes (zum Beispiel Mahdtechniken) erprobt werden sollen. Weiterhin ist auch eine Zusammenarbeit mit Kommunen geplant, um die Spielräume zum Schutz von Insekten bei der Pflege des öffentlichen Grüns auszuloten.

Geschäftsführer Walter Kemkes dazu: „Das Biosphärengebiet Schwarzwald wird hier seiner Rolle als von der UNESCO anerkannter Modellregion für nachhaltige Entwicklung wieder in besonderer Weise gerecht. Die Grünlandbewirtschaftung kommt bei uns schon jetzt weitgehend ohne Pestizide aus, durch die zusätzlichen Maßnahmen zum Insektenschutz stärken wir die biologische Vielfalt und können eine Vorreiterrolle übernehmen.“ 

Das Projekt BROMMI wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt  durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Weitere Informationen zum Projekt: www.brommi.org

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