Pressemitteilung

Kernzonen im Biosphärengebiet Schwarzwald: Erste Schilder hängen

Mehr als drei Prozent der Flächenim Biosphärengebiet Schwarzwald sind Kernzonen, in denen die Natur sich selbstüberlassen bleibt. Nun sind die ersten Schilder in den Bannwäldern im St.Wilhelmer Tal auf Gemarkung Oberried angebracht worden. Damit sollen dieWaldbesucherinnen und Waldbesucher auf den Schutzstatus hingewiesen werden,damit sich die wertvollen Lebensräume für Pflanzen und Tiere ungestörtentwickeln können. Eine Holznutzung findet in den Kernzonen nicht statt.

„Die Kernzonen sind so etwas wiedie Referenz des Biosphärengebiets Schwarzwald. Hier können natürliche Prozesseohne menschlichen Einfluss ablaufen, Tiere und Pflanzen werden gezieltgeschützt und Gäste wie Wissenschaftler können etwas lernen oder forschen“,erläutert Geschäftsführer Walter Kemkes bei einem Vor-Ort-Termin. ManuelaBacher-Winterhalter vom Fachbereich für Landnutzung, Revierförster Iso Schmidund Walter Kemkes machten sich am Donnerstag ein Bild im St. Wilhelmer Tal.Hier befindet sich zum Beispiel mit dem Bannwald „Napf“ einer der ältestenBereiche, die schon seit 1955 nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. 

„Hier kann sich die Natur nachihren Gesetzen entwickeln. Das heißt, Totholz wird nicht abgeräumt und kann sowertvoller Lebensraum für Insekten, Vögel und Pflanzen werden. Eine solcheWildnis ist in Deutschland extrem selten und sehr wertvoll“, erläutert Kemkes.Der Bannwald „Napf“ erstreckt sich vom St. Wilhelmer Tal bis zum Feldberg undist mit knapp 200 Hektar eine der größten Kernzonen im Biosphärengebiet. Auchtopographisch bietet sie mit Höhenunterschieden von bis zu 400 Metern eineeindrucksvolle Kulisse.

Hintergrundinformationen:

Von den etwa 63.000 Hektar Flächedes Biosphärengebiets sind 2094 Hektar Kernzonen. Sie liegen zu etwa zweiDritteln im Staatswald und zu etwa einem Drittel im Kommunalwald. Fast dieHälfte hat zusätzlich noch einen Schutzstatus als Bannwald. Der Großteil derKernzonen besteht aus naturnahen Bergmischwäldern. Sie sind sehrunterschiedlich in Größe und Struktur und dienen der Biotop-Vernetzung, damitPflanzen und Tiere sich auch verbreiten können.

Es gibt ein allgemeinesBetretungsrecht für den Wald, dass in den Kernzonen eingeschränkt ist. Sodürfen markierte Wege und Pfade nicht verlassen werden, offenes Feuer undcampen sind nicht gestattet und Tiere oder Pflanzen dürfen nicht gestört odergesammelt werden. 

Foto: Freuen sich über die erstenSchilder in einer der Kernzonen des Biosphärengebiets Schwarzwald im St.Wilhelmer Tal auf Oberrieder Gemarkung (von links): Geschäftsführer WalterKemkes und Revierförster Iso Schmid. Copyright: Biosphärengebiet Schwarzwald​​

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