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RP Karlsruhe, Schule und Bildung
  • Abteilung 7
    24.03.2017
    Schulunterricht für Kinder und Jugendliche aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Karlsruhe - Regierungspräsidium Karlsruhe startet Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe

    ​Seit Ende Februar 2017 bietet die Schillerschule Karlsruhe in den Räumlichkeiten der Landeserstaufnahmeeinrichtung in der Felsstraße in Karlsruhe, Schulunterricht für Kinder und Jugendliche aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Karlsruhe an. Die Schillerschule Karlsruhe engagiert sich bereits seit vielen Jahren mit Vorbereitungsklassen für die Sprachförderung von ausländischen Kindern und Jugendlichen.

    Zielgruppe sind schulpflichtige Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 17 Jahren aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Karlsruhe. Für die Kinder und Jugendlichen bietet der Unterricht neben den schulisch-fachlichen Inhalten auch eine Struktur für ihren Tagesablauf. Die Schule stellt ein stabilisierendes Element auf ihrem individuellen Weg in ein geregeltes Leben dar. Die Schülerinnen und Schüler haben in einem geeigneten sozialen Umfeld regelmäßig Kontakt zu Gleichaltrigen und erwerben dort wertvolle Kenntnisse und Fertigkeiten, die es ihnen erleichtern, sich an ihren zukünftigen Wohnorten wieder in einen regelmäßigen Schulalltag einzugliedern. Nach dem Ende ihres Aufenthalts erhalten die Schülerinnen und Schüler von der Schillerschule eine Bescheinigung über ihren Schulbesuch als Nachweis für eine weiterführende Schule.

    Das Unterrichtsangebot wurde von der Schillerschule auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendliche aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen abgestimmt. Die Stadt Karlsruhe hat die Räume für den Unterricht angepasst, und finanziert als Schulträgerin auch die Materialien für den laufenden Schulbetrieb. Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Karlsruhe hat die Schillerschule ein pädagogisches Konzept für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen ausgearbeitet, das auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse ausgerichtet ist. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, sprechen verschiedene Sprachen und bringen ebenso unterschiedliches Vorwissen mit. Manche müssen das Lesen und Schreiben zunächst noch erlernen, andere haben bereits ein ihrem Alter entsprechendes Vorwissen.

    Über dieses niedrigschwellige Angebot am Vormittag wird den Schülerinnen und Schülern der Einstieg in einen weiterführenden Schulunterricht erleichtert. In einem Lerntagebuch mit Zusammenstellung der wöchentlichen Lernergebnisse wird der individuelle Lernfortschritt festgehalten und dokumentiert, so dass die Entwicklung der Kinder auch für ihre Eltern nachvollziehbar wird. Ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit vor Ort ist die emotional positive Ansprache. Gerade die Beziehungsarbeit zu den Kindern und Jugendlichen, die auf der Flucht oft Traumatisches erlebt haben, ist die Grundlage für die gemeinsame Lernzeit.

    Ergänzt wird der Unterricht durch die Arbeit von Ehrenamtlichen, die sich sowohl im Unterricht engagieren, als auch über die Unterrichtszeit hinaus ein eigenes, vielseitiges Unterstützungsangebot organisiert haben. Dieses reicht von der Begleitung im Unterricht bis zu eigenen Kurs- und Freizeitangeboten oder auch der Beratung von Eltern. Aufeinander abgestimmt und koordiniert werden das Unterrichtsangebot und die Arbeit und Beiträge der Ehrenamtlichen im Wesentlichen durch die Arbeiterwohlfahrt Karlsruhe.

    Die Schillerschule hat an zwei Informationstagen im März die Eltern der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen über das Angebot informiert. Die Schulleiterin, Frau Grust, stellte den Eltern die Schillerschule und ihr Lehrerteam vor, erläuterte die Ziele und Methoden des Unterrichts sowie die formalen Hintergründe zum Schulbesuch. Da die Eltern oft geringere Deutschkenntnisse als ihre Kinder haben, wurden die Informationen durch Dolmetscherinnen und Dolmetscher in verschiedene Sprachen übersetzt, gleichzeitig konnten somit auch Fragen der Eltern beantwortet werden.

    Die Mehrzahl der Menschen in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen wird innerhalb von sechs Monaten in die Stadt- und Landkreise verlegt, wo die Kinder und Jugendlichen dann die örtlichen Schulen besuchen. Für Familien, die länger in der Landeserstaufnahmeeinrichtung verbleiben, kommt das Kultusministerium Baden-Württemberg durch das Angebot der Schillerschule der nach sechs Monaten einsetzenden Schulpflicht nach und stellt sicher, dass die Zeit in der Unterkunft auch in pädagogischer Hinsicht sinnvoll genutzt wird. Mit dem Schulunterricht der Schillerschule wird nun eine seit längerer Zeit bestehende Forderung nach einem Unterrichtsangebot für Kinder und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen erfüllt.

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