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RP Stuttgart, Wirtschaft und Infrastruktur
  • Abteilung 2
    09.04.2019
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer und stellvertretender Arbeitskreisvorsitzender Gunter Dlabal haben Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege verliehen
    Regierungspräsident Reimer: „Ehrenamtliches Engagement für die Heimat ist in unserer globalisierten Welt unverzichtbar“
     Regierungspräsident Wolfgang Reimer verlieh die Ehrennadeln des Arbeitskreises Heimatpflege, Foto: RPS

    ​Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Gunter Dlabal, einer der beiden stellvertretender Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege, haben gestern Abend bei einem Festakt im Stuttgarter Regierungspräsidium gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. verliehen. Geehrt wurden Personen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben.

    „Unsere Heimat steht nicht nur für eine starke Industrie und einzigartige, schützenswerte Landschaften – sie steht für viele engagierte Menschen, sie sich vor Ort engagieren und sich mit ihrer Heimat identifizieren. Ich freue mich sehr, mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege die Leistung von fünf Menschen würdigen zu können, die sich in besonderer Weise durch ihr Engagement auszeichnen“, betonte Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

    In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. bereits zum 18. Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben.

    „Mein Dank gilt den Ausgezeichneten für Ihr Engagement – ebenso wie allen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger, die sich im Regierungsbezirk engagieren. Auch die Bürgerinnen und Bürger, die wir heute nicht ausgezeichnet haben, bitte ich, ihr gutes Werk fortzusetzen“, so Reimer.

    Die in diesem Jahr verliehene Ehrennadel erhielten Waltraud Herold (Boxberg), Ulrich Dallmann (Igersheim), Diethard Fohr (Winnenden), Fritz Offenhäuser (Öhringen) und Wilfried Uhlmann (Pfedelbach-Oberohrn).

    Hintergrundinformationen:

    Seit der Gründung des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. im Jahr 1986 unterstützt der Arbeitskreis Vereine und Verbände, die sich mit Heimat und Heimatpflege beschäftigen. Heimatpflege bedeutet für den Arbeitskreis vorwiegend mit ehrenamtlichem Engagement die große Bedeutung von Heimat in einer zusammengerückten Welt verständlich zu machen sowie Heimatliebe und Weltoffenheit in einer globalisierten Welt zu leben. Informationen zum Arbeitskreis Heimatpflege können Sie unter www.heimatpflege-stuttgart.bib-bw.de abrufen.

    Informationen zu der Preisträgerin und den Preisträgern:

    Waltraud Herold (Boxberg)

    Waltraud Herold hat sich mit ihrem Engagement für die Pflege der Musik, insbesondere des Chorgesangs, in vorbildlicher Weise verdient gemacht. Bereits im Alter von 13 Jahren hat sie den Organistendienst in Dainbach ausgeübt. Daraus wurden im Dekanat und der Stadt Boxberg insgesamt 34 Jahre Dirigententätigkeit.

    1977 absolvierte sie den Abschluss als Chorleiterin. Ein Jahr später übernahm sie als Chorleiterin den Liederkranz Schweigern. Seit 1987 ist sie Frauenreferentin und Gruppenvorsitzende des Sängerbundes Badisch-Franken. Von 1993 bis 2010 war sie Vizepräsidentin des Sängerbundes, bis sie 2010 dessen Präsidentin wurde.

    Der Sängerbund Badisch Franken ist der nördlichste Teil des Badischen Chorverbandes. Sein Einzugsbereich erstreckt sich vom Bauland über das Taubertal bis zum Main und umfasst eine Fläche von 850 Quadratkilometer. Die angeschlossenen Vereine sind über vier Landkreise verteilt (Neckar-Odenwald-Kreis, Landkreis Heilbronn, Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis). Frau Herold gelingt es über die Verwaltungs- und Landschaftsgrenzen hinweg die Vereine unter dem Dach des Sängerbundes Badisch-Franken zu vereinen.

    Für ihr langjähriges großes ehrenamtliches Engagement wurde Waltraud Herold die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungspräsidium Stuttgart e. V. verliehen.

    Ulrich Dallmann (Igersheim)

    Ulrich Dallmann hat sich durch seine ehrenamtliche Tätigkeit als Heimathistoriker in seiner Heimatgemeinde Igersheim verdient gemacht und ist ein hoch geschätzter Botschafter der Gemeinde Igersheim. Durch Buch- und Presseveröffentlichungen, historische Führungen und Mitmachprojekte hat er Heimatverbundenheit und Wissen als kollektives Gut in seiner Heimatgemeinde verfügbar und attraktiv gemacht.

    Vor jedem seiner Projekte steht stets eine fundierte Recherche. Dabei legt Ulrich Dallmann immer großen Wert auf Authentizität und eine unverfälschte und unverkrampfte Vermittlung der Vergangenheit. Sonderausstellungen und Bildungsprojekte sind für ihn wertvolle Maßnahmen zur Geschichtsvermittlung. Insbesondere Projekte für Familien mit Kindern und Jugendlichen liegen ihm sehr am Herzen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Ulrich Dallmann in historische Gewänder schlüpft, um die Geschichte vor Ort authentisch erlebbar zu machen und seine lebendige Vermittlung der Ergebnisse seiner Archivarbeit, sind wertvoll und wirken weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus.

    Dank seines Engagements und das seiner Mitstreiter im Heimatverein Messklingenschlapp sowie im Verein „Sport, Pferde und Kultur auf Burg Neuhaus“ ist Heimatverbundenheit kein verstaubter Begriff, sondern wird gelebt – mit Humor und einem starken Selbstverständnis.

    Für sein seit Jahrzehnten sehr erfolgreiches Engagement als Heimathistoriker und seine ganzheitliche und verschiedene Aspekte umfassende lebendige Stärkung der Heimatverbundenheit, wurde Ulrich Dallmann mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungspräsidium Stuttgart e. V. ausgezeichnet.

    Diethard Fohr (Winnenden)

    Diethard Fohr ist schon seit jungen Jahren ehrenamtlich engagiert. In den vergangenen Jahren lag sein Fokus darauf, Kriegsereignisse sowie das Kriegsende in Berglen und Umgebung zu erforschen. Er betreibt Recherchen und wertet dabei vielfältige Quellen aus, spricht mit Zeitzeugen oder stöbert in Archiven, bis sich ein klares Bild ergibt. Dabei sucht er die Zeitzeugen nicht nur in Winnenden oder Berglen, sondern macht auch Menschen ausfindig, die beispielsweise als Evakuierte nur kurz dort gelebt haben und heute in einer ganz anderen Region oder einem anderen Bundesland leben. Nicht selten trifft er dabei auf ältere Leute, die Jahrzehnte geschwiegen haben.

    In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Kameramännern Kurt Zauser und Fritz Wirth entstehen hieraus interessante Dokumentarfilme – beispielsweise

    • „Kriegsende in Berglen“ (2015)
    • „70 Jahre Vertreibung“ (2016)
    • „Evakuierte in Berglen“ (2017)
    • „Hebamme Fräulein Raith“ (2018)


    Diethard Fohr organisiert außerdem Veranstaltungen und Ausstellungen zur Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. So führte er beispielsweise 2015 die Führung mit Sonderausstellung „Auf den Spuren der Erinnerung“ in Berglen durch. Ein weiteres Beispiel ist eine szenische Stadtführung mit dem Titel „Stunde Null – Winnenden 1945“ anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes. Ihm ist wichtig, in der heutigen Zeit aktiv an die furchtbaren Geschehnisse der Vergangenheit zu erinnern mit dem Ziel, dass sich solche Ereignisse auf keinen Fall wiederholen. Seit Herbst 2018 ist er zudem Sprecher der Initiative Stadtmuseum Winnenden.

    Für seinen herausragenden Einsatz insbesondere im Rahmen der ehrenamtlichen Aufarbeitung des Kriegsendes beziehungsweise der Nachkriegsgeschichte seiner Heimat wurde Diethard Fohr mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungspräsidium Stuttgart e. V. ausgezeichnet.

    Fritz Offenhäuser (Öhringen)

    Fritz Offenhäuser ist schon viele Jahre ehrenamtlich aktiv. Seit 1992 engagiert er sich im Heimatverein der Stadt Öhringen und betreut seit 1993 das Turmmuseum, das mit viel Engagement und Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Öhringen 1991 eingerichtet wurde. Dort ist er als Türmer und Turmbläser fast jede Woche im Einsatz.

    In der alten Tracht eines Türmers aus dem 16. Jahrhundert führt er Touristen und Einheimische gleichermaßen durch die sieben verschiedenen Stockwerke und Räume des Blasturms, dem im Westen gelegenen Turm der Stiftskirche Öhringen. Er übernimmt nicht nur Führungen durch den Blasturm sondern auch durch die Stiftskirche, wo er Einblicke in die Vergangenheit ermöglicht und die Teilnehmer erleben lässt, was Tradition bedeutet.

    Aufgrund seiner humorvollen und engagierten Art ist Fritz Offenhäuser seit 2014 auch Nachtwächter von Öhringen. Mit dem historischen Beruf des Nachtwächters lässt er eine alte Tradition aufleben. Der Gang mit dem Nachtwächter durch die Stadt ist ein unterhaltsamer Rundgang mit Gesang und eröffnet Einblicke in die Stadtgeschichte. Oftmals begleitet ihn sein Horn bei den Stadtrundgängen, da er als leidenschaftlicher Turmbläser auch auf diese Tradition aufmerksam machen möchte.

    Seit rund Jahren ist er Stadtführer mit Leidenschaft. Als Stadtrat vertritt er zudem seit 2009 die Interessen der Bürger. Sein großes Engagement bringt Menschen die Stadtgeschichte und die Geschichte der Turmbläser eindrucksvoll näher. Daher wurde Fritz Offenhäuser mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungspräsidium Stuttgart e. V. ausgezeichnet.

    Wilfried Uhlmann (Pfedelbach-Oberohrn)

    Wilfried Uhlmann betrieb eine umfangreiche Recherchearbeit um die Geschichte Pfedelbachs und Hohenlohes zu erforschen. Er führt Gäste durch Pfedelbach und zeigt ihnen die Sehenswürdigkeiten des Ortes wie das Schloss, das Gasthaus Sonne mit dem früheren fürstlichen Witwensitz und vor allem das Weinbaumuseum – auf Wunsch auch mit einer Weinverkostung. Die Gäste schätzen seine aufgeschlossene liebevolle und humorvolle Art.

    Das Weinbaumuseum beeindruckt Besucherinnen und Besucher vor allem mit dem 1752 gefertigten, reich verzierten Fürstenfass mit seinen 64.664 Litern Fassungsvermögen. Es gilt als das drittgrößte jemals befüllte Holzfass in Deutschland. Wilfried Uhlmann ist mit dem Weinbaumuseum herzlich verbunden. Er ist dort fast jedes Wochenende und unter der Woche anzutreffen. Es ist für ihn eine Berufung, die Pfedelbacher Geschichte und den Hohenloher Wein näher zu bringen.

    Wilfried Uhlmann ist in Pfedelbach stets ehrenamtlich zur Stelle – sei es bei der Erstellung der Destillatwege oder bei der Ausarbeitung des Weinlehrpfades sowie bei Veranstaltungen wie dem Seniorennachmittag in der Gemeinde. Viele Arbeitsstunden und -Wochen stecken in den Beschreibungen der Wissenspfade rund um Pfedelbach.

    Als Anerkennung für sein großes ehrenamtliches Engagement erhält Wilfried Uhlmann die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungspräsidium Stuttgart e. V.

    Foto:
    oben (von links): Jürgen Haas, Dezernatsleiter Stadt Winnenden, BM Igersheim Frank Menikheim; RP Wolfgang Reimer; Amtsleiter Dr. Heiko Schnell (Main-Tauber-Kreis), OB Stadt Öhringen Thilo Michler, BM Pfedelbach Torsten Kunkel, Dezernatsleiter Patrick Hauser (Hohenlohekreis)
    unten (von links): Gunter Dlabal, stv. Vorsitzender Arbeitskreis Heimatpflege; Diethard Fohr, Winnenden; Ulrich Dallmann, Igersheim; Waltraud Herold, Boxberg, Wilfried Uhlmann, Pfedelbach; Fritz Offenhäuser, Öhringen