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RP Stuttgart,  Straßenwesen und Verkehr

​Übersicht der aktuellen Themen der Abteilung 4 des Regierungspräsidiums Stuttgart

  • Abteilung 4
    29.12.2020
    29.12.2020 | LÄRMSCHUTZ: Lärmgeplagte im Land können durch Flüsterasphalt, Tempolimits und Lärmschutzwände besser geschützt werden

    ​Die meisten lärmgeplagten Menschen im Lande könnten durch den flächendeckenden Einsatz von Flüsterasphalt und Lärmschutzwänden sowie durch innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen wirkungsvoll geschützt werden. Dies zeigt eine vom Landesverkehrsministerium und der Landesanstalt für Umweltschutz (LUBW) in Auftrag gegebene Studie des Fachbüros Lärmkontor in Hamburg. Zwei Drittel der heute von Lärm mit nächtlichen Pegeln über 55 dB(A) betroffenen Menschen könnte geholfen werden. Die Zahl der Betroffenen mit gesundheitsgefährdenden Pegeln über 60 dB(A) würde gar um 90 Prozent sinken!

    Verkehrsminister Winfried Hermann sagte am 29. Dezember: „Schallschluckende Straßenbeläge, Lärmschutzwände und Tempolimits in den Städten und Gemeinden können einen riesigen Beitrag zum Gesundheitsschutz der Anwohner leisten. Auch beim Verkehrslärm ist eine Vision Zero, bei der in Zukunft niemand mehr unter gesundheitsgefährdendem Lärm zu leiden hat, keine Utopie. Deshalb müssen Bund, Land und Kommunen ihre Anstrengungen für einen besseren Lärmschutz verstärken. Außerdem müssen die bundesweit geltenden Grenzwerte dringend gesenkt werden.“

    Hauptverursacher der Lärmbelastung in Deutschland ist der Straßenverkehr. In Ba-den-Württemberg sind an Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Ballungsräume mehr als 100.000 Menschen von Lärm mit Pegeln über 55 Dezibel in der Nacht betroffen. Die Untersuchung zeigt auch, dass ohne bereits erzielte Lärmschutzerfolge etwa 35.000 Menschen zusätzlich belastet wären und dass es gelingen kann, gesundheitskritische Lärmbelastungen für die Anwohner zu großen Teilen zu vermeiden. Minister Hermann erklärte: „Die Anstrengungen des Landes für gute, leise und sichere Straßen tragen Früchte.“

    Die Untersuchung des Fachbüros Lärmkontor basiert auf der Lärmkartierung 2017 der Hauptverkehrsstraßen durch die LUBW. Gegenstand der Untersuchung war die Frage, wie laut es ohne die heute bereits umgesetzten Maßnahmen an unseren Straßen wäre (Szenario 1: ohne Lärmschutz). Die zweite Fragestellung war, wie viel leiser es in Zukunft werden könnte (Szenario 2: Lärmschutz-Vision).

    Das erste Szenario untersuchte, wie hoch die Lärmbelastung entlang der kartierten Hauptverkehrsstraßen wäre, gäbe es weder Tempobeschränkungen in Ortsdurchfahrten noch Flüsterasphalt oder Lärmschutzwände an den Straßen. Ohne die heute schon bestehenden Maßnahmen läge die Zahl der Betroffenen mit nächtlichen Pegeln über 55 dB(A) landesweit um etwa ein Drittel höher. Rund 35.000 Menschen mehr hätten unter unruhigem Schlaf und erhöhtem Krankheitsrisiko zu leiden. Von sehr hohen gesundheitsgefährdenden Lärmpegeln über 60 dB(A) nachts wären sogar fast 40 Prozent mehr Menschen betroffen. Diese Menschen hätten ein deutlich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arterienverkalkung und Herzkrankheiten bis hin zum Herzinfarkt.

    Das zweite Szenario wirft einen Blick in die Zukunft. Es geht davon aus, dass überall dort, wo Menschen von hohen Straßenlärmpegeln betroffen sind, Maßnahmen ergriffen werden. Konkret wurde die Wirkung lärmmindernder Fahrbahnbeläge und in den Innerortsbereichen Tempo 30 berechnet. Als Auslösewert für diese Maßnahmen wurde eine vorhandene Lärmbelastung von 55 dB(A) nachts angesetzt. Bei solchen Lärmpegeln können in Baden-Württemberg sogenannte Lärmsanierungsmaßnahmen erfolgen, also z. B. lärmmindernde Straßenbeläge eingebaut oder Geschwindigkeitsbeschränkungen angeordnet werden.

    Im konkreten Einzelfall können verkehrsrechtliche, bautechnische oder finanzielle Gründe gegen eine kurzfristige oder auch generelle Umsetzung der im Modell untersuchten Maßnahmen sprechen. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass in Baden-Württemberg mit der Lärmaktionsplanung und der Lärmsanierung gute Rahmenbedingungen für den Lärmschutz an Straßen bestehen, die es im Interesse der lärmbetroffenen Anwohner auszuschöpfen gilt. Hermann ermutigt die Kommunen ausdrücklich Lärmaktionspläne zu nutzen.
    In Bezug auf Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen haben die Gemeinden über die Lärmaktionsplanung das Heft des Handelns in der Hand. Lärm-mindernde Fahrbahnbeläge werden im Rahmen der Straßenerhaltung und des Lärm-sanierungsprogramms in Bereichen mit hohen Lärmbelastungen und vielen Betroffenen standardmäßig verbaut, sofern die Voraussetzungen vor Ort gegeben sind. Die bisherigen Erfahrungen mit den verbauten Deckschichten sind positiv – und im Vergleich zu Standardbelägen verursacht der Einbau oftmals auch keine bedeutenden Mehrkosten mehr.

    Die Diagramme zeigen das Lärmminderungspotenzial der untersuchten „Lärm-schutz-Vision“ unterteilt nach Regierungsbezirken auf Landkreisebene auf. Landesweit würden in Baden-Württemberg durch den umfassenden Einsatz lärm-mindernder Fahrbahnbeläge sowie die Anordnung von Tempo 30 mehr als 73.000 Menschen, die heute entlang von Hauptverkehrsstraßen Lärmpegeln über 55 Dezibel in der Nacht ausgesetzt sind, entlastet werden.

    Lärmschutz-Visionen (pdf, 422 KB)

    Zu den untersuchten Maßnahmen kommt eine Vielzahl weiterer möglicher Maßnahmen hinzu, die in der Berechnung nicht berücksichtigt wurden. So würde die aus Gründen des Klimaschutzes notwendige Verringerung des Autoverkehrs um ein Drittel in den Städten ebenso einen wichtigen Beitrag zum Lärmschutz leisten, wie die erforderliche Umstellung auf klimafreundliche Antriebe. Elektro-Motoren verringern die Antriebsgeräusche, so dass Busse, Lkw und auch Pkw vor allem bei geringen Geschwindigkeiten leiser werden. Und auch Motorräder könnten mit Elektroantrieb deutlich leiser sein. Auch ein Umbau von Straßen zu lebendigen und verkehrsberuhigten Ortsmitten und eine kluge Anordnung von Gebäuden in der Stadtplanung können wichtige Beiträge leisten.

    Weitere Information

    Die Lärmkartierung der Hauptverkehrsstraßen erfolgt nach § 47c Abs. 1 alle fünf Jahre. Einbezogen werden Bundesfern-, Landes- und sonstige grenzüberschreitende Straßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 3 Millionen Fahrzeugen pro Jahr.

    Die aktuellen Lärmkarten sowie die landesweite gemeindescharfe Belastungs-statistik der Lärmkartierung 2017 ist auf den Internetseiten der LUBW unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/laerm-und-erschuetterungen/laermkarten abrufbar.

    Die Lärmkartierung der Ballungsräume über 100.000 Einwohner (Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Pforzheim, Reutlingen, Stuttgart, Ulm) erfolgt durch die genannten Städte in eigener Zuständigkeit und war daher nicht Teil der Untersuchung.

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    22.12.2020
    22.12.2020 | VERKEHR: Radschnellweg zwischen Esslingen und Reichenbach (RS4): Vorzugsvariante ist nun erarbeitet

    ​Verkehrsminister Winfried Hermann: „Die Vorzugstrasse bietet allen Radpendlerinnen und- pendlern eine schnelle und sichere Fahrt durch das Neckartal“

    Die Planungen für den zukünftigen Radschnellweg zwischen Esslingen und Reichenbach (RS4) nehmen Gestalt an. Nach umfassender Untersuchung mehrerer Trassenvarianten durch das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart hat sich eine Vorzugstrasse herauskristallisiert.
    „Der Radschnellweg RS4 vom Filstal ins Neckartal Richtung Stuttgart ist eines der wichtigsten Radverkehrsprojekte im ganzen Land. Es ist gut, dass wir vorankommen“, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL. „Ich freue mich, dass eine mögliche Trasse gefunden werden konnte. Der Radschnellweg wird einen wichtigen Beitrag für die Reduzierung der Verkehrsbelastung im Neckartal leisten und schafft gleichzeitig eine umweltfreundliche Alternative für Pendlerinnen und Pendler“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer in Bezug auf den aktuellen Planungsstand.
    Die 18 Kilometer lange Vorzugstrasse entspricht, trotz des engen und dicht bebauten Neckartals, den Qualitätsstandards eines Radschnellwegs und ist im Vergleich zu alternativen Routenführungen am besten geeignet. Insbesondere die erforderliche Radwegbreite von vier Metern und die Trennung von Fuß- und Radverkehr lassen sich - im Gegensatz zu alternativen Trassen - auf der gesamten Streckenlänge einhalten. Zudem wurde bei der Auswahl der Trasse auf eine direkte, umweg- und kreuzungsfreie Führung geachtet. Sie hat zugleich das größtmögliche Nutzungspotenzial im Neckar- und Filstal. Die Vorzugstrasse wurde bereits auf ihre technische Machbarkeit hin überprüft. Die Vereinbarkeit der Trasse mit den landschafts- und umweltplanerischen Vorgaben wird derzeit noch untersucht.
    Um diese Trasse aber jetzt schon sichtbar zu machen, wird am Anfang der Strecke das 1,3 Kilometer lange Teilstück parallel zur L1192 zwischen Reichenbach und Ebersbach als Demonstrationsstück im nächsten Jahr realisiert.
    Minister Hermann blickt in die Zukunft: „Der Bau des Demonstrationsstücks zwischen Ebersbach und Reichenbach ist nur der Anfang. Mein Ziel ist es, die nächsten Teilstücke im Rahmen der planrechtlichen Vorgaben schnell verwirklichen zu können. Damit können Abschnitte vorgezogen und den Bürgerinnen und Bürgern als Mobilitäts-Alternative zur Verfügung gestellt werden.“
    Im nächsten Planungsschritt wird Anfang 2021 die ausgewählte Trasse in den politischen Gremien der vom Bau des Radschnellwegs betroffenen Städte und Gemeinden (Esslingen, Altbach, Deizisau, Plochingen und Reichenbach) präsentiert und diskutiert. Danach soll im Frühjahr 2021 mit der Entwurfsplanung begonnen werden.
    In diesem Zuge sollen auch Abschnitte, für die kein Planfeststellungsverfahren notwendig ist, definiert und vorab realisiert werden.
     
    Hintergrundinformationen zu Radschnellwegen
    Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch:

    • Mindestens fünf Kilometer Gesamtstrecke
    • Überwiegend vier Meter breit
    • Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung
    • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden
    • Bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr: Mindestens 2.000 Radfahrer in 24 Stunden auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke

     
    Radschnellwege sind aufgrund direkter Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv gerade auch auf längeren Distanzen. Sie haben insbesondere aufgrund der steigenden Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um die Hauptverkehrsachsen auf Straßen und Schienen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer weniger oft anhalten und warten müssen. 

    Karte Vorzugstrasse Radschnellweg RS4 Esslingen - Reichenbach (pdf, 287 KB)

    Weitere Informationen unter:
    www.radschnellverbindungen-bw.de

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    10.12.2020
    10.12.2020 | BRÜCKENBAU: Esslinger Vogelsangbrücke offiziell wiedereröffnet

    Die Stadt Esslingen hat bei den notwendigen Maßnahmen zum Erhalt ihrer Neckarbrücken einen weiteren großen Schritt geschafft. Nach zwei Jahren Bauzeit ist mit der Vogelsangbrücke nun die zweite von insgesamt fünf Brücken, die instandgesetzt und ertüchtigt werden, planmäßig fertig. Diese werden aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nacheinander in Angriff genommen werden, so dass während der Baumaßnahmen leistungsfähige Umfahrungen erhalten bleiben. Rund 19,4 Millionen Euro hat die Sanierung der Vogelsangbrücke gekostet, die vom Land mit 5,9 Millionen Euro über das „Kommunale Brückensanierungsprogramm“ gefördert wird.

    Zum Abschluss der Sanierungsarbeiten nahm Verkehrsminister Winfried Hermann am Donnerstag (10. Dezember) die erfolgreiche Sanierung in Augenschein: „Die Stadt Esslingen zeigt, wie man verantwortungsvoll mit der eigenen Infrastruktur umgeht“, so der Minister. „Schließlich wird die bereits 1973 eingeweihte Vogelsangbrücke nun mindestens weitere zwanzig Jahre dem Verkehr dienen können. Mit der Unterstützung durch unseren kommunalen Sanierungsfonds stellen wir so zukünftige Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur in der Region Esslingen sicher.“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer betonte das außergewöhnliche finanzielle Volumen dieser Maßnahme: „Die Sanierung der Vogelsangbrücke in der Stadt Esslingen band etwa ein Drittel der Gesamtkosten der für eine Landesförderung im Jahr 2018 anstehenden städtischen Maßnahmen im Regierungsbezirk Stuttgart. Das war ein finanziell starkes Signal, auch im Hinblick auf die nun anstehenden Ersatzneubauten zweier weiterer Esslinger Neckarbrücken. Derzeit prüfen wir, mit welchem Betrag wir die Stadt Esslingen für den Bau der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke unterstützen können.“

    Dr. Jürgen Zieger, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen am Neckar ergänzte: „Die Vogelsangbrücke ist eine von fünf Esslinger Neckarbrücken, die umfangreich instandgesetzt oder gar neu gebaut werden müssen. Angesichts der immensen Sanierungskosten ist und bleibt die Stadt Esslingen auf die finanzielle Unterstützung des Landes angewiesen. Nur dank der großzügigen Förderung des Landes können wir die Sanierung unserer zentralen Verkehrsachsen stemmen und die Infrastruktur Esslingens zukunftsgerecht gestalten.“

    Wilfried Wallbrecht, Erster Bürgermeister: „Die Vogelsangbrücke als zentrale Verkehrsachse über den Neckar ist von überregionaler Bedeutung. Um die verkehrlichen Auswirkungen abzufedern, haben wir die Sanierung mit einem umfangreichen Paket zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses verknüpft. Durch insgesamt 17 Einzelmaßnahmen wurde die Verkehrssteuerung optimiert, die Infrastruktur entsprechend angepasst und ergänzende Mobilitätsangebote ausgearbeitet. So konnte der Verkehrsfluss trotz der umfangreichen Arbeiten weitgehend aufrechterhalten werden.“

    Neben den alterungsbedingten Verschleißschäden an Fahrbahnübergängen, Gehwegkappen und Belägen, wies die Brücke auch konstruktive Defizite auf, die im Rahmen der Instandsetzung behoben werden konnten, so dass die volle Tragfähigkeit wieder gewährleistet ist. Zudem wurden Monitoringsysteme in die Brücke integriert, um künftig an den wichtigen Stellen der Brücke immer ein wachsames Auge zu haben.

    Vor der Vogelsangbrücke war als erste Maßnahme die Dieter-Roser-Brücke im Jahr 2015 saniert und ertüchtig worden. Mit dem Ersatzneubau der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke folgt nun ab 2021 die dritte große Neckarquerung. Dort ist jedoch eine Ertüchtigung nicht mehr möglich, hier erfolgt ein Ersatzneubau. Auch diese Maßnahme stellt ein durch das Land zuschussfähiges Projekt dar.

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    09.12.2020
    09.12.2020 | VERKEHR: Land treibt Digitalisierung im Straßenbau voran

    ​Straßenbau in Baden-Württemberg soll künftig stärker digital und damit effizienter geplant, gebaut und überwacht werden. Das Land Baden-Württemberg treibt deshalb die Einführung der Arbeitsmethodik BIM in der Straßenbauverwaltung intensiv voran. BIM steht für „Building Information Modeling“ und ist ein wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung des Bauwesens. Bei der BIM-Methode wird auf Basis von 3D-Modellen geplant, wobei alle Projektbeteiligten zeitgleich auf dieselben Datensätze mittels Cloudlösung zugreifen können. Erprobt wurde diese neue Technologie auch beim Ausbau der B 29 zwischen Essingen und Aalen (Ostalbkreis). Und die dabei gesammelten Erfahrungen sind vielversprechend.

    Verkehrsminister Winfried Hermann sagte am Mittwoch bei einer Online-Veranstaltung: „Die ersten Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit zwischen Bauwirtschaft und Verwaltung zeigen positive Fortschritte beim Einsatz von innovativen Technologien und Methoden. Die neuen Ideen und Verfahren von heute sind die Zukunft im Infrastrukturbau. Sie ermöglichen eine transparente Planung und kostenbewusstes und nachhaltiges Bauen und Erhalten.  Auch da werden wir in Baden-Württemberg neue Maßstäbe setzen.“

    Stefan Heß, Leiter der Abteilung „Straßenwesen und Verkehr“ im Regierungspräsidium Stuttgart erklärte: „Bei BIM geht es um eine neue Denkweise, die wir schrittweise auf unser Handeln in der täglichen Praxis übertragen müssen.“

    Mit BIM geplante Bauvorhaben weisen Vorteile hinsichtlich Kostenwahrheit und Termintreue auf. Die Methodik verbessert die Qualität und die Effektivität des gesamten Planungs- und Bauprozesses und reduziert damit unnötige Kosten.
    Seit 2016 erprobt das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg die Anwendung der BIM-Methode. Dabei wurden wichtige Erkenntnisse bereits gewonnen, um die Digitalisierung des Straßenbaus aktiv weiterzuentwickeln. Um vielfältigere Erkenntnisse zur Umsetzung von BIM zu erhalten, werden im Bereich der Bundes- und Landesstraßen derzeit insgesamt acht BIM-Pilotprojekte mit verschiedenen Anwendungsfällen umgesetzt.

    Building Information Modeling am Projekt B29 Essingen – Aalen
    Das Projekt „B29 Essingen – Aalen“ ist ein vom Land initiiertes und gefördertes BIM-Pilotprojekt. Ziel ist es, Auswirkungen der BIM-Arbeitsmethodik auf den Bauablauf zu dokumentieren und so Erkenntnisse für weitere Projekte zu liefern. Neben den im Pilotprojekt angewandten allgemeinen und spezifischen Anwendungsfällen der BIM-Methodik wurden bei der Online-Veranstaltung die eingesetzten Start-Up-Technologien Smartphone-RTK und die Plattform für künstliche Intelligenz AI4INFRA vorgestellt.

    Im Fokus des Pilotprojektes steht dabei die Herausforderung, das „wahre“ Geschehen vor Ort zu erfassen. Ziel ist, dass eine möglichst lückenlose Dokumentation und Datenqualität entstehen, die handhabbar sind und alle relevanten Informationen beinhalten.

    Ergänzende Information:
    Eingesetzt wird beim Projekt B29 Essingen – Aalen maßgeblich das von ViSYSTEM entwickelte Smartphone-RTK mit der dazugehörigen ViGRAMsite-App, welches eine Weltneuheit im Vermessungs- und Dokumentationssegment ist. Die smarten Helfer im Alltag sind eine technologische Weiterentwicklung des bestehenden Messsystems und können neben der klassischen ROVER-Funktion auch Bild- und Video-Dokumentationen erstellen.
    Auf der Grundlage dieser Daten können 2D- bzw. 3D-asbuilt-Modelle („wie gebaut“-Modelle) der gewünschten Objekte direkt auf der Baustelle erstellt und berechnet werden. Neueste Augmented-Reality-Funktionen sorgen für ein besseres Verständnis aller am Bau beteiligten Akteure. In der Bauüberwachung, Abrechnung, Kontrollvermessung und für das Monitoring von Bauprojekten können die Messdaten und Modelle somit einfach genutzt werden und auch mit bestehenden Planmodellen kombiniert bzw. verglichen und Probleme schneller erkannt und gelöst werden.

    Neben der ViGRAM-Technologie werden im Rahmen dieses Pilotprojektes auch erste Erkenntnisse und Ergebnisse des Forschungsprojektes AI4INFRA, ein vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördertes Forschungs-und Entwicklungsprojekt der Kategorie 2, in der Praxis eingesetzt. Dieses dient zur Entwicklung eines Standards mit zielgerichtetem Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Überwachung der Infrastruktur. An diesem Projekt ist auch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg im Bereich der Überwachung von Ingenieurbauwerken und Verkehrslagen beteiligt.

    Weitere Informationen finden Sie unter:
    https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/DG/mfund-projekte/ai4infra.html
    und http://www.vigram.de

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    04.12.2020
    04.12.2020 | VERKEHR: Minister Hermann besucht die Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes in Stuttgart

    Am heutigen Freitag (4. Dezember) besuchte Verkehrsminister Winfried Hermann den Sitz der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes im Hammerwerk in Stuttgart-Obertürkheim. Christine Baur-Fewson, Leiterin der Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes, begrüßte den Verkehrsminister und führte ihn durch die neuen Räumlichkeiten. Dort werden zukünftig bis zu 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Autobahn Niederlassung Südwest arbeiten und einen großen Teil des Autobahnnetzes von Baden-Württemberg und Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen betreuen.

    Verkehrsminister Winfried Hermann: „Die Neuordnung der Bundesfernstraßenverwaltung ist eines der größten Organisationsprojekte in der deutschen Verwaltung nach der Herstellung der Deutschen Einheit. Mit dieser Reform endet auch in Baden-Württemberg die Auftragsverwaltung für zuletzt insgesamt etwa 1.050 Kilometer Bundes¬autobahnen, die insgesamt von 15 Autobahnmeistereien, einer Fernmeldemeisterei, der Verkehrsleitzentrale, den Straßenbauabteilungen bei den vier Regierungspräsidien sowie der Landesstelle für Straßentechnik beim Regierungspräsidium Tübingen betreut wurden.“

    Im Zuge der Reform der Bundesfernstraßenverwaltung werden die Bundesautobahnen ab dem 01.01.2021 nicht mehr in Auftragsverwaltung durch die Länder, sondern in Bundesverwaltung geführt. Die neugegründete Autobahn GmbH des Bundes übernimmt sämtliche in Bezug auf die Autobahn anfallenden Aufgaben wie Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung. Die Autobahn GmbH des Bundes gliedert sich ab 2021 deutschlandweit in 10 Niederlassungen, 41 Außenstellen, 42 Verkehrsleitzentralen und 189 Autobahnmeistereien auf.

    Die Zentrale der Autobahn GmbH des Bundes hat ihren Sitz in Berlin. Eine von insgesamt zehn regionalen Niederlassungen – die Autobahn Niederlassung Südwest – befindet sich in Stuttgart-Obertürkheim. Zu ihr gehören Außenstellen in Stuttgart-Vaihingen, Freiburg, Karlsruhe, Heidelberg und Heilbronn sowie 15 Autobahnmeistereien, eine Verkehrsrechnerzentrale mit Tunnelleitzentrale sowie die Fernmeldemeisterei. Zwei der baden-württembergischen Autobahnmeistereien werden zukünftig der Autobahn Niederlassung Bayern Süd zugeordnet sein, zwei rheinland-pfälzische Autobahnmeistereien werden dagegen künftig zur Autobahn Niederlassung Südwest gehören.

    Bereits im Dezember 2019 startete ein zehnköpfiges Transformationsteam damit, die Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH des Bundes aufzubauen. Dieses Team bestand zunächst aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg, die in der Autobahn Niederlassung Südwest eine Führungsposition übernehmen. Das Land hatte sich bereit erklärt, den Personalwechsel frühzeitig zu ermöglich, damit diese den Aufbau begleiten können. Inzwischen besteht das Aufbauteam der Autobahn GmbH in der Niederlassung Südwest aus 70 Personen, wovon 20 Personen aus der Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg stammen. Ab 2021 werden rund 1.000 Beschäftigte für die Autobahn GmbH in Baden-Württemberg tätig sein.

    Verkehrsminister Winfried Hermann: „Dem Land ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Autobahn GmbH ab dem 1. Januar 2021 einsatzfähig ist. Es freut mich zu sehen, dass sich die Bemühungen von Land und Autobahn GmbH gelohnt haben und ein nahtloser Übergang der Auftragsverwaltung vom Land auf die Autobahn GmbH des Bundes gewährleistet ist. Ein funktionierendes Autobahnnetz ist für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg unerlässlich.“

    Hermann dankte in diesem Zusammenhang allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Straßenbauverwaltung, die die Niederlassung Südwest beim Aufbau unterstützen.
    Der Dank des Landesverkehrsministers ging auch an die Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) sowie der Landesstelle für Straßentechnik beim Regierungspräsidium Tübingen. Diese werden der Niederlassung Südwest noch bis zum 31. Dezember 2023 die IT-Umgebung sowie die notwendigen Fachverfahren zur Verfügung stellen. Zudem wird die Landesstelle für Straßentechnik für einen Zeitraum von zwei Jahren die brückentechnische Beurteilung von Anträgen für Schwertransporte auf den Autobahnen fortführen. Die Unterstützungsleistungen erfolgen gegen Vollkostenerstattung. In Bereichen wie dem Straßenbetrieb oder der gemeinsamen Verkehrsleitzentrale soll die Zusammenarbeit zwischen der Autobahn GmbH des Bundes und dem Land über den 1. Januar 2020 hinaus fortgeführt werden.

    Christine Baur-Fewson: „Die Autobahn GmbH des Bundes hat in Berlin ebenso wie hier in Stuttgart mit dem Aufbau von Arbeitsprozessen und Strukturen in nur wenigen Monaten Großartiges geleistet. Dies war unter anderem möglich durch die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium und den vier Regierungspräsidien im Land und natürlich auch durch den hervorragenden Einsatz aller Mitglieder des Aufbauteams. Ich freue mich nun auf einen gelungenen Start am 1. Januar. Für die Autofahrerinnen und Autofahrer wird der Übergang übrigens ganz unbemerkt stattfinden, denn die 15 Autobahnmeistereien im Land werden den Betriebs- und Winterdienst über die Datumsgrenze hinweg in gewohnt zuverlässiger Weise leisten.“

    Zuletzt nutzte Verkehrsminister Hermann die Gelegenheit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landes, die bisher das Autobahnnetz betreut haben, zu danken.
    „Durch ihre Arbeit haben Sie einen wichtigen Beitrag für die Verkehrsinfrastruktur in Baden-Württemberg geleistet. Denjenigen, die vom Land zur Autobahn GmbH wechseln, wünsche ich einen guten Start.“

    Ergänzende Informationen

    Ab 1.1.2021 wird die 2018 gegründete Autobahn GmbH des Bundes Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen und Fernstraßen in Deutschland übernehmen. Ab diesem Datum werden die Bundesautobahnen nicht mehr in Auftragsverwaltung durch die Länder, sondern in Bundesverwaltung geführt. Ziel der bundesweiten Autobahn-Reform ist es, die Finanzierung und Verwaltung der Autobahnen in eine Hand zu legen. Ressourcen sollen so effektiver genutzt und die hohe Qualität der Autobahnen auch zukünftig gewährleistet werden. Mit 13.000 Kilometern Autobahn und zukünftig bis zu 13.000 Beschäftigten an über 280 Standorten wird die Autobahn GmbH des Bundes eine der größten Infrastrukturbetreiberinnen in Deutschland sein.

    Die Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg wird sich vom 01.01.2021 an auf den Betrieb und den Ausbau der Landesstraßen mit einer Streckenlänge von 10.066 Kilometer sowie der verbleibenden Bundesstraßen mit einer Streckenlänge von 4.202 Kilometer konzentrieren sowie die Entwicklung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität weiter vorantreiben.

    Von dem Termin werden Fotos angefertigt, die Sie gerne kostenfrei verwenden können. Sie werden am Nachmittag nach dem Termin in der Mediathek des Ministeriums für Verkehr zum Download bereitstehen.

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (öffnet in neuem Fenster)

  • Abteilung 4
    02.12.2020
    02.12.2020 | VERKEHR: Egelseebrücke wird geprüft

    ​Nach der Sprenung der alten Egelseebrücke im Oktober 2019 wurde ab Dezember 2019 mit dem Ersatzneubau begonnen. Der Verkehr der B 10 wird seit der Sprengung der alten Brücke einspurig mit Ampelregelung über die parallel verlaufende Behelfsbrücke geführt, die von Dezember 2015 bis September 2016 errichtet wurde. Der Ersatzneubau soll noch vor Weihnachten für den Verkehr freigegeben werden – und somit rund drei Monate früher als ursprünglich geplant. Vor Abnahme und Freigabe der Egelseebrücke musste diese einer intensiven Prüfung unterzogen werden. Um die Untersicht der Brücke prüfen zu können, kam ein sogenanntes Brückenuntersichtgerät zum Einsatz. Von dessen bis zu 17 Meter langen, ausfahrbaren Arbeitsbühne aus kann die Brücke von unten sorgfältig geprüft werden. Die Fotos geben einen Eindruck der gestrigen Prüfung:









    Bei der Überprüfung der Brückenlager geht es manchmal eng zu. (Quelle: RPS/Andreas Walter)


    Die Brückenprüfung beginnt. (Quelle: RPS/Andreas Walter)


    Auf ausreichend Abstand muss auch bei der Brückenprüfung geachtet werden. (Quelle: RPS/Andreas Walter)

  • Abteilung 4
    02.12.2020
    02.12.2020 | VERKEHR: Räumdienste zum Winteranfang startklar

    ​Mit dem meteorologischen Winteranfang werden auch die Witterungen auf den Straßen durch Glatteis und Schneefälle unberechenbarer. Dann sind auch die Winterdienste im Land verstärkt im Einsatz. Verkehrsminister Winfried Hermann MdL sieht die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg für den Winter bestens vorbereitet: „Die Betriebsdienste haben die Räumfahrzeuge mit Streugeräten und Schneepflügen ausgestattet und sind bereits auf den Straßen unterwegs“. Auch die Salzhallen und Silos der Straßen- und Autobahnmeistereien wurden aufgefüllt.

    Auf dem über 1.050 Kilometer langen Autobahnnetz bietet die Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg einen Winterdienstservice rund um die Uhr an. Die Autobahnmeistereien sind dafür bei winterlichen Verhältnissen auch nachts in ständiger Bereitschaft. Als Besonderheit wies Verkehrsminister Hermann auf den bevorstehenden Wechsel in den Zuständigkeiten hin: „Ab 1. Januar 2021 werden unsere Autobahnen durch die neue Autobahn GmbH des Bundes betreut. Die Aufgabenübergang ist auch im Winterdienst gut vorbereitet und wird für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nicht wahrnehmbar sein“.

    Im über 26.000 Kilometer langen Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen wird der Winterdienst von den Landratsämtern übernommen. Innerorts liegt die Verantwortung für den Winterdienst auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen bei den Städten und Gemeinden. Diese werden von den Straßenmeistereien der Landratsämter nach besten Kräften unterstützt. Generell gilt, dass kein Rechtsanspruch auf jederzeit schnee- und eisfreie Straßen besteht. In den Straßengesetzen steht hierzu, dass die Träger der Straßenbaulast bei Schnee- oder Eisglätte „nach besten Kräften“ räumen und streuen sollen.

    Bei flächendeckender Schnee- und Eisglätte können die Winterdienstfahrzeuge nicht immer und überall gleichzeitig räumen und streuen. Selbst auf hochbelasteten Verkehrsachsen wie den Autobahnen geht die Leistungsfähigkeit bei winterlichen Verhältnissen erheblich zurück. Daher sind bei starkem Schneefall zeitweise Verkehrsbehinderungen nicht immer zu vermeiden. Oft bringen bereits einzelne liegengebliebene Fahrzeuge den gesamten Verkehr zum Stillstand. Dann sind unbedingt Fahrgassen für die Räumfahrzeuge freizuhalten, damit diese rasch räumen und streuen können. Auf den Autobahnen fahren die Räumfahrzeuge meist versetzt hintereinander, um die gesamte Fahrbahnbreite gleichzeitig räumen zu können. Aus Sicherheitsgründen sollten Räumfahrzeuge nicht überholt werden.

    „Die Beschäftigten im Winterdienst sind hoch motiviert und tun alles, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Unmögliches kann aber nicht geleistet werden“, sagte Verkehrsminister Hermann. „Trotz aller Anstrengungen der Betriebsdienste können die Autofahrerinnen und Autofahrer nicht immer und bei jeder Wetterlage optimale Straßenverhältnisse erwarten – dafür bitte ich alle um Verständnis. Damit der Umweltschutz nicht auf der Strecke bleibt, kommt modernste Streutechnik zum Einsatz. Es gilt die Devise: So viel Salz wie nötig und so wenig wie möglich.“

    Ein sparsamer Umgang mit dem Streusalz ist auch aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Vermehrt werden daher für das vorbeugende Streuen im Winterdienst sogenannte Solestreuer eingesetzt. Das als flüssige Salzlösung (Sole) ausgebrachte Salz verbleibt deutlich länger auf den Fahrbahnen als das üblicherweise eingesetzte angefeuchtete Streusalz. Der Salzverbrauch reduziert sich und die vorbeugend ausgebrachte Sole wirkt länger.

    „So wie die Betriebsdienste müssen sich auch alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf den Winter einstellen“, bekräftigte der Verkehrsminister. „Ich appelliere daher an alle: Machen Sie Ihre Fahrzeuge winterfest und passen Sie Ihr Fahrverhalten der Situation entsprechend an.“ Kuppen, Kurven und Gefällstrecken verlangten im Winter eine höhere Aufmerksamkeit und eine der Glättegefahr angepasste Fahrweise, so Hermann. Besondere Vorsicht sei auch auf Brücken und in schattigen Waldstrecken geboten. „Verschieben Sie bei widrigen Wetterverhältnissen Fahrten, die nicht unbedingt notwendig sind und nutzen Sie verstärkt das Angebot des öffentlichen Personenverkehrs. Fahren Sie auf Nummer sicher und helfen Sie bei extremen Schneefällen oder Eisregen durch Verzicht auf Autofahrten mit, ein Verkehrschaos zu vermeiden.“ Zudem wies der Minister auf die Winterreifenpflicht bei entsprechenden Wetterlagen hin und darauf, dass in Hochlagen an das Mitführen von Schneeketten gedacht werden soll.

    Hilfreiche Links:
    Informationen rund um den Straßenverkehr erhalten Sie im Internet unter www.svz-bw.de. Auf der Seite der Straßenverkehrszentrale können sich die Nutzerinnen und Nutzer mit 160 installierten Autobahn-Webcams per „live-Bild“ über die aktuelle Verkehrslage und insbesondere im Winter auch über den Fahrbahnzustand informieren. Bei der Reiseplanung mit dem Auto hilft zudem die Verkehrs-App „VerkehrsInfo BW“. Sie liefert umfassende Informationen zur Verkehrslage und zu bestehenden Baustellen.

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    01.12.2020
    01.12.2020 | VERKEHR: Radschnellweg im Filstal – Verkehrsministerium ermöglicht Demonstrationsteilstück zwischen Reichenbach und Ebersbach

    Am künftigen Radschnellweg im Filstal wird zwischen Reichenbach und Ebersbach ein Demonstrationsabschnitt errichtet. Für dessen baldige Umsetzung ist nun ein weiterer Planungsschritt unternommen worden – die Anhörung der Träger öffentlicher Belange zum Vorentwurf.

    Verkehrsminister Winfried Hermann MdL: „Mit diesem Demonstrationsteilstück möchten wir möglichst bald ein Teilstück eines Radschnellwegs für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar machen. Radschnellwege sollen vor allem für Pendlerinnen und Pendler eine schnelle, komfortable, umwelt- und klimafreundliche Alternative zum Auto ermöglichen.“

    Das 1,3 Kilometer lange Teilstück parallel zur L1192 zwischen Reichenbach und Ebersbach beginnt am Ortsausgang Reichenbach (Einmündung Filsstraße) und endet auf Höhe der Kläranlage Ebersbach. Vorgesehen ist der Ausbau des 2,5 Meter Geh- und Radwegs zu einem vier Meter breiten Radschnellweg. Das Demonstrationsstück schließt in Reichenbach direkt an den Radschnellweg RS4 von Esslingen nach Reichenbach an, der als eines von drei Pilotprojekten des Landes umgesetzt wird. Außerdem wird ab der Kreisgrenze Esslingen/Göppingen der Beginn des Filstal-Radschnellwegs realisiert, der sich in der Baulast des Kreises Göppingen befindet.

    Die Kosten für das Teilstück sind auf eine Million Euro veranschlagt, voraussichtlicher Baubeginn wird in der ersten Jahreshälfte 2021 sein.

    Hintergrundinformationen zu Radschnellwegen

    Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch:

    • Mindestens fünf Kilometer Gesamtstrecke
    • Überwiegend vier Meter breit
    • Interkommunale, weitgehend kreuzungsfreie Verbindung 
    • Bevorrechtigte Führung der Radfahrenden
    • Bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr: Mindestens 2.000 Radfahrer in 24 Stunden auf dem überwiegenden Teil der Gesamtstrecke 

    Radschnellwege sind aufgrund direkter Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv gerade auch auf längeren Distanzen. Sie haben insbesondere aufgrund der steigenden Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um die Hauptverkehrsachsen auf Straßen und Schienen zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen. Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer weniger oft anhalten und warten müssen. Weitere Informationen unter:
    www.radschnellverbindungen-bw.de

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    25.11.2020
    25.11.2020 | VERKEHR: Zukunft des Straßenbaus in Baden-Württemberg

    Das Ministerium für Verkehr hat am Mittwoch, 25. November 2020, die Ergebnisse der Evaluierung des Maßnahmenplans Landesstraßen den Landrätinnen und Landräten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen vorgestellt. Verkehrsminister Winfried Hermann stellte dabei fest: „Die Straßenbauverwaltung hat in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleitstet. Viele wichtige Neu- und Ausbauprojekte sind abgeschlossen oder in der Bauphase.“

    Zahlreiche Aus- und Neubaumaßnahmen an Landesstraßen umgesetzt

    Zusätzlich zur Schwerpunktsetzung auf den Erhalt des Landesstraßennetzes wurden 35 Neu- und Ausbauprojekte zur Entlastung hoch belasteter Ortsdurchfahrten und zur Verbesserung des Straßennetzes seit 2015 umgesetzt oder sind in der Bauphase. Bislang wurden hierfür mehr als 200 Millionen Euro verausgabt.

    Die Evaluation des bestehenden Planes ergab, dass 23 Ausbaumaßnahmen entfallen können, da sie im Rahmen der Straßenerhaltung umgesetzt wurden bzw. noch vorgesehen sind oder aus anderweitigen Gründen entbehrlich geworden sind. Alle noch nicht abgeschlossenen Neubau- sowie Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen bleiben weiterhin im Maßnahmenplan enthalten.

    Dringliche Maßnahmen neu aufgenommen
    Trotz dieser Erfolge sind immer noch zahlreiche Ortsdurchfahrten von Lärm- und Schadstoffbelastungen betroffen oder Streckenabschnitte aus Gründen der Verkehrssicherheit auszubauen. Daher wurden einige wenige Projekte mit hoher Dringlichkeit und hohem Wirkungsgrad zusätzlich in den Plan aufgenommen.

    „Angesichts der knappen Finanzmittel und der Vielzahl der Bauvorhaben müssen wir uns auch bei den Landesstraßen auf die besonders wichtigen Projekte konzentrieren“, sagte Verkehrsminister Hermann. „Daher werden wir unter anderem sechs Neubaumaßnahmen und 17 Ausbaumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 135 Millionen Euro zusätzlich in den Maßnahmenplan aufnehmen.“

    Gründe für die Neuaufnahme der Ortsumfahrungen sind ein sehr hoher und in den vergangenen Jahren stark angestiegener Schwerverkehrsanteil sowie unvorhersehbare räumliche Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Schwerverkehrsaufkommen.
    Die Ausbaumaßnahmen dienen der Verbesserung der Verkehrssicherheit und Entschärfung von Unfallschwerpunkten durch einen regelkonformen Ausbau. Bei sechs dieser Maßnahmen werden darüber hinaus Streckenabschnitte mit hohem Busverkehrsaufkommen auf eine ausreichende Breite für den reibungslosen Begegnungsverkehr ausgebaut.

    Belastbare und nachhaltige Kalkulation des Mittelbedarfs

    Im künftigen Maßnahmenplan sind 117 Projekte mit einem Gesamtvolumen von derzeit rund 650 Millionen Euro enthalten. Dieser Bedarf wird sich aufgrund der seit Jahren stark ansteigenden Baupreise künftig weiter erhöhen. Da eine Umsetzung aller Maßnahmen bis 2025 vor dem Hintergrund der langen Planungszeiträume und begrenzten Mittel nicht realistisch ist, wird die Laufzeit des Maßnahmenplans bis 2035 verlängert. Eine erneute Evaluation des Maßnahmenplans ist für 2025 vorgesehen. 

    Um den Zustand des Landesstraßennetzes auch weiterhin dauerhaft zu verbessern, besteht im gleichen Zeitraum für den Erhalt und die Sanierung des Landesstraßennetzes ein Bedarf von durchschnittlich rund 240 Millionen Euro jährlich. Dieser liegt somit um das Vier- bis Fünffache höher als für den Neu- und Ausbau von Landesstraßen. Minister Hermann betonte: „Auch in Zukunft sollte der Straßenbau unter der Prämisse Erhaltung vor Aus- und Neubau erfolgen.“

    Evaluierter Maßnahmenplan (pdf, 534 KB)

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    24.11.2020
    24.11.2020 | VERKEHR: Neuffener Steige von Mittwoch an wieder befahrbar

    ​Die Sanierung einer wichtigen Steige am Albtrauf ist nun abgeschlossen. Die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg hat seit Ende April 2020 die Landesstraße
    L 1250 im Streckenabschnitt zwischen Hülben (Landkreis Reutlingen) und Neuffen (Landkreis Esslingen) instandgesetzt. Mit dem morgigen Mittwoch, 25. November wird der rund fünf Kilometer lange Abschnitt für den Verkehr wieder freigegeben.

    Das Land investierte daher an der Neuffener Steige rund vier Millionen Euro aus dem Steigensanierungsprogramm in Fahrbahnsanierung, Verkehrsinfrastruktur und Verkehrssicherheit. Im Zuge der Sanierung wurden in den vergangenen Monaten über die gesamte Fahrbahnbreite aufgetretene Rutschungen, Verdrückungen sowie Risse beseitigt und die Bankette angeglichen. Entwässerungseinrichtungen wurden erneuert und angepasst. Die Sanierung war erforderlich geworden, nachdem sich auf der Talseite der Neuffener Steige immer wieder oberflächennahe Rutschungen ereignet hatten.

    Verkehrsminister Winfried Hermann MdL: „Die Neuffener Steige ist eine von drei Steigungsstrecken im Regierungsbezirk Stuttgart, die wir mit Hilfe des 2019 erstellten Sanierungsprogramms für Steigen zielgerichtet und umfassend sanieren können. Die dafür bereit gestellten rund 20 Millionen Euro sind gut angelegtes Geld. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Abbau des Sanierungsstaus – insbesondere bei kostenträchtigen Instandhaltungen der Albtraufsteigen. Wir folgen damit dem Prinzip ‚Erhalten und Sanieren vor Aus- und Neubau‘.“

    „Ich freue mich, dass der Albaufstieg am Fuß der Burgruine Hohenneuffen nun wieder befahrbar ist. Mit dieser Maßnahme tragen wir nachhaltig zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und der Verkehrssicherheit im Landkreis Esslingen bei“, so Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

    Da die Neuffener Steige durch verwitterten Fels beziehungsweise Schichtwasser generell immer in Bewegung ist, muss in größeren zeitlichen Abständen die Talseite der Fahrbahn stabilisiert werden.

    Die Straßenbauverwaltung bedankt sich bei allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern für Ihr Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

    Hintergrundinformation:
    Steigen sind Steigungsstrecken, die größere Höhenunterschiede in den Mittelgebirgen des Landes überwinden. Sie sind aufwändig instand zu halten, weil die Hänge durch wiederkehrende Rutschungen und Abbrüche im Seitenbereich geprägt sind.

    Die Straßenbauverwaltung des Landes plant für die Sanierung der Steigen an Landesstraßen in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt rund 20 Millionen Euro ein. Das Steigensanierungsprogramm umfasst 14 Maßnahmen, die auf alle vier Regierungspräsidien aufgeteilt sind.



    Quelle: Verkehrsministerium Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    17.11.2020
    17.11.2020 | VERKEHR: Baubeginn für B29a Nordumfahrung Ebnat im Ostalbkreis

    ​Eine dringend gewünschte Entlastung des Ortes Ebnat auf dem Härtsfeld wird nun umgesetzt. Anfang dieser Woche sind die Bauarbeiten an der rund 2,1 Kilometer langen Nordumfahrung des Ortes im Ostalbkreis gestartet. Die Umfahrung beginnt an der Waldgrenze westlich von Ebnat und schließt am heutigen Knotenpunkt L 1084 /  L 1076 an das bestehende Straßennetz wieder an. Die Kosten in Höhe von insgesamt 6,7 Millionen Euro trägt der Bund. Das Land beteiligt sich mit einer Summe von 85.000 Euro. Bei planmäßigem Verlauf der Bauarbeiten kann die Nordumfahrung voraussichtlich Ende 2021 für den Verkehr freigegeben werden. Auf einen symbolischen Spatenstich wurde auf Grund der aktuellen Corona-Situation verzichtet.

    Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Der Baubeginn sollte eigentlich mit einer großen Feier verbunden werden. Das wäre auch angebracht nach allem, was in Ebnat und in der Region für das Projekt unternommen wurde. Die aktuelle Corona-Lage lässt eine Feier nicht zu, aber ich setze darauf, dass wir sie nachholen können, denn die Anwohner und Nutzer der B29 bei Ebnat sollten diese wichtige Entlastung auch öffentlich feiern dürfen. Ich möchte mich noch einmal bei der Bürgerinitiative und den engagierten politischen Vertretern bedanken, die sich seit vielen Jahre für die Umfahrung einsetzt. Der Bau der neuen Ortsumfahrung Ebnat ist eine gute Investition - auch in die Zukunft der Region.“

    „Für die Anwohnerinnen und Anwohner wird die neue Straßenführung zu einer Entlastung führen, bei Lärm, Abgasen und Verkehr und ermöglicht die Lebensqualität im Ort weiter zu entwickeln“, so der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Stadt Aalen Pläne für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt entwickelt, damit die Bürgerinnen und Bürger davon in ihrem direkten Lebensumfeld profitieren können.“

    „Der Bau der Ortsumgehung von Ebnat ist ein großer Gewinn für die Lebens- und Wohnqualität im Ort und ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Ostalbkreis. Die künftige Umfahrung führt den größtenteils überörtlichen Durchgangsverkehr an Ebnat vorbei. Dadurch wird die Ortsdurchfahrt entlastet und die Verkehrssicherheit erhöht“, sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer. 

    Hintergrundinformationen
    Für die Umsetzung des Projekts sind vier Bauabschnitte vorgesehen. Der erste Bauabschnitt, die eigentliche Ortsumfahrung von Ebnat, verläuft überwiegend im freien Feld und führt somit zu keinen verkehrlichen Beeinträchtigungen auf der L 1084. Hierbei werden zusätzlich noch ein Unterführungsbauwerk und zwei Bauwerke zur Straßenentwässerung hergestellt.

    Der zweite Bauabschnitt ist für die Sommerferien 2021 geplant und erfolgt unter einer achtwöchigen Vollsperrung. Während dieser Zeit erfolgt der Anschluss der neuen Ortsumfahrung an die bestehende L 1084. Nachdem im Rahmen dieser Arbeiten auch ein Abschnitt der Landesstraße in Richtung Unterkochen vollständig entfernt und neu hergestellt wird, ist eine Aufrechterhaltung des Verkehrs in dieser Phase nicht möglich.

    Im darauffolgenden dritten Bauabschnitt soll ein Teil des Knotenpunkts Ebnat-Ost hergestellt werden. Im vierten Bauabschnitt wird der vierarmige Straßenknoten Ebnat-Ost mit Ampelanlage fertiggestellt. Von dort erhält die L 1084 eine Fahrbahndeckenerneuerung bis zur Anschlussstelle der A 7 auf einer Länge von rund 900 Metern. Hierfür bedarf es der Vollsperrung der beiden Straßenäste nach Ebnat-Ost und zur Anschlussstelle der A 7, Aalen/Oberkochen.

    VerkehrsInfo BW
    Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können Interessierte auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg unter www.verkehrsinfo-bw.de abrufen. VerkehrsInfo BW gibt es auch als App (kostenlos und ohne Werbung) – Infos unter: www.verkehrsinfo-bw.de/verkehrsinfo_app

    Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg
    Unter www.svz-bw.de liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.

    Quelle: Verkehrsministerium Ba-Wü

  • Abteilung 4
    30.10.2020
    30.10.2020 | VERKEHR: Zukunftsorientierte Mobilität für den Raum Aalen/Heidenheim

    Im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung wurde heute (30. Oktober) der vierte Mobilitätspakt im Land Baden-Württemberg unterzeichnet. Die ursprünglich in Präsenz geplante Veranstaltung in Oberkochen musste Corona-bedingt via Internet stattfinden. Aufgrund einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Landtags konnten Verkehrsminister Winfried Hermann MdL sowie der Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch (SPD), der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Winfried Mack (CDU) und der Abgeordnete Martin Grath (GRÜNE) zu ihrem Bedauern nicht persönlich teilnehmen. Der Verkehrsminister war mittels einer vor der Veranstaltung aufgezeichneten Videobotschaft zugeschaltet. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Leiter der Abteilung Straßenbau und Straßeninfrastruktur im Ministerium für Verkehr, Andreas Hollatz.

    Unter der Leitung des Landesverkehrsministers Winfried Hermann MdL wird das Regierungspräsidium Stuttgart zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landkreise Heidenheim und Ostalbkreis, der Städte Aalen, Heidenheim und Oberkochen, der Gemeinde Königsbronn, der Unternehmen Carl Zeiss AG, Voith GmbH & Co. KG, Paul Hartmann AG, der Hochschule Aalen, des Regionalverbandes Ostwürttemberg und der IHK Ostwürttemberg sowie der Nahverkehrsgesellschaft mbH des Landes Lösungsansätze erarbeiten, um die hohe verkehrliche Belastung im Raum Aalen/Heideheim zu verbessern.

    Mit dem Mobilitätspakt sollen spürbare Verbesserungen hin zu einer nachhaltigen und neuen Mobilität in der Region Aalen/Heidenheim gelingen. Ausgangspunkt für die Gründung des Mobilitätspaktes ist die Erkenntnis, dass das bisherige Verkehrssystem vielfach an die Grenzen der Leistungsfähigkeit stößt. Die Belastungen im motorisierten Individualverkehr mit regelmäßigen Staus haben negative Auswirkungen auf die Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft in der Region.

    Verkehrsprobleme können aber nicht mehr singulär gelöst werden. Verbesserungen allein im Straßenverkehr genügen nicht. Der Mobilitätspakt ist ein verkehrspolitisches Instrument und umfassendes Gesamtkonzept, das zunächst auf fünf Jahre angelegt ist. Er wird ein gemeinsam getragenes Maßnahmenpaket umfassen, das die Partner stringent begleiten und in ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit umsetzen. Die beteiligten Partner des Mobilitätspaktes können hierbei auch neue Ideen entwickeln.

    Mit einer Vielzahl von Maßnahmen, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden, sollen verstärkt intermodale und vernetzte Ansätze zum Tragen kommen. Hierzu gehören u. a. ein verbessertes ÖPNV-Angebot, die Förderung von Fuß- und Radverkehr, eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie Verkehrsverlagerungen durch konsequentes betriebliches Mobilitätsmanagement. Auch die großen Wirtschaftsunternehmen und Bildungseinrichtungen, die Ausgangspunkte der Pendlerströme sind, können und sollen zur Lösung einen Beitrag leisten. Ebenfalls hat die Bevölkerung ab sofort Gelegenheit, sich aktiv einzubringen. Ähnlich wie bei den bestehenden Mobilitätspakten bietet eine Beteiligungsplattform im Internet die Möglichkeit, sich über den Stand des Mobilitätspaktes zu informieren und eigene Ideen einzubringen. Die Bürger können unter der folgenden Adresse auf die Beteiligungsplattform zugreifen:
    aa-hdh.mobilitaetspakt-bw.de/de

    Das Modul zur Bürgerbeteiligung ist bis zum 20. Dezember 2020 freigeschaltet. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung durch die Partner des Mobilitätspaktes ausgewertet und gegebenenfalls in konkrete Verbesserungsmaßnahmen überführt. 

    Partner des Mobilitätspaktes sind:

    • Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
    • Regierungspräsidium Stuttgart
    • Ostalbkreis
    • Landkreis Heidenheim
    • Stadt Heidenheim
    • Stadt Aalen
    • Stadt Oberkochen
    • Gemeinde Königsbronn
    • Carl Zeiss AG
    • Voith GmbH & Co. KG
    • Paul Hartmann AG
    • Hochschule Aalen
    • Regionalverband Ostwürttemberg
    • IHK Ostwürttemberg
    • Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH 

    Zur Vorbereitung der Vereinbarung haben bereits erste Treffen der Partner stattgefunden. Unmittelbar nach der Unterzeichnung werden die Partner ihre Arbeit fortsetzen, sich auf Lösungskonzepte einigen und Maßnahmen konkretisieren. Hierzu stehen die Beteiligten in einem regelmäßigen Austausch.

    Eine Bewertung und Erfolgskontrolle ist für 2025 vorgesehen.

    Zitate der Partner:

    Landesverkehrsminister Winfried Hermann MdL: „Die Verkehrswende können wir nur schaffen, wenn wir gemeinsam daran arbeiten. Wir müssen Mobilität vernetzt denken. Mich freut daher besonders, dass wir heute den vierten Mobilitätspakt im Land unterzeichnen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen im Raum Aalen/Heidenheim werden wir uns auf den Weg machen, die Mobilität in Ihrer Region nachhaltig zu gestalten und weiterzuentwickeln. Wir möchten attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote schaffen und die Bevölkerung in solche Prozesse mit einbinden. Nur so können wir unsere Klimaziele und Mobilität für alle erreichen. Wir werden den Pakt daher intensiv begleiten.“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer, Regierungspräsidium Stuttgart: „Für viele Menschen ist Mobilität ein wichtiger Teil des Alltags. Im ländlichen Raum wird die Mobilität aufgrund begrenzter Angebote oftmals auf die Straße reduziert. Gerade deshalb ist im ländlichen Raum eine auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer und der Wirtschaft abgestimmte Vernetzung aller Verkehrsträger von essentieller Bedeutung. Der Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim bietet durch die Vielfalt seiner beteiligten Partner die Chance, das bestehende Angebot nachhaltig zu stärken und die Attraktivität zu steigern. Ich freue mich, dass mit dem Mobilitätspakt Aalen / Heidenheim erstmals ein Mobilitätspakt im ländlichen Raum unterzeichnet wird, der als gutes Vorbild für viele weitere im Land dienen wird.“

    Landrat Dr. Joachim Bläse, Ostalbkreis: „Beim Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim geht es um die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger unserer Region. Jeder einzelne vor Ort weiß am besten, „wo der Schuh drückt“, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Daher ist mir die Beteiligung der Bürger ein äußerst wichtiges Anliegen; dies ist aktuell am besten online möglich. Ich gebe daher gerne den Startschuss zur Freischaltung der Bürgerbeteiligungsplattform zum heutigen Tage und rufe alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich in den nächsten Wochen hier rege zu beteiligen.“

    Landrat Peter Polta, Landkreis Heidenheim: „Der heute unterzeichnete Mobilitätspakt für den Lebens- und Wirtschaftsraum zwischen Aalen und Heidenheim ist ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung eines verkehrsträgerübergreifenden Mobilitätskonzeptes. Ein gemeinsames Anliegen nicht nur der kommunalen Partner und der Wirtschaft, um zukunftsweisende Lösungen für die täglichen Verkehrsprobleme zu finden und die Anbindung der Raumschaft an die großen benachbarten Verkehrsachsen und Wirtschaftsräume zu gewährleisten. Gemeinsam wollen wir mittels kurz-, mittel- und langfristig wirkender Maßnahmen eine gute Verkehrsinfrastruktur und intelligente Konzepte entwickeln. Dabei gilt es auch die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz im Blick zu behalten. Besonders wichtig ist uns dabei, dass unsere Bürgerinnen und Bürger über eine Beteiligungsplattform im Internet die Möglichkeit haben, eigene Ideen einzubringen und sich über den Stand des Mobilitätspaktes zu informieren.“

    Oberbürgermeister Bernhard Ilg, Stadt Heidenheim: „Dieses große Projekt zeigt, dass wir die Frage der Zukunft von Mobilität ernsthaft und mit großem Aufwand angehen. Die Beteiligten stammen aus allen relevanten Bereichen: Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Bildung, die Verkehrsträger selber. Dieser inzwischen vierte Mobilitätspakt wird die Vernetzung aller Mobilitätsmöglichkeiten vorantreiben und unsere Region wettbewerbsfähig halten: Für unsere Bürgerinnen und Bürger, für die Firmen, die bei uns hervorragende Bedingungen vorfinden, für Studierende und Touristen. Wir sind auf einen sehr guten Weg, in doppeltem Wortsinn!“

    Oberbürgermeister Thilo Rentschler, Stadt Aalen: „Auf der Achse Aalen/Heidenheim als starkem Wirtschaftsraum in der Region ist eine funktionierende Mobilitätsinfrastruktur unerlässlich. Beim Mobilitätspakt sind die großen Unternehmen mit involviert, um interkommunal und landkreisübergreifend in den kommenden Jahren Verkehrskonzepte zu entwickeln. Neben der Straßeninfrastruktur soll der Umweltverbund gestärkt werden. Ansätze dazu sind der Ausbau der Brenzbahn, Radschnell-Wegeverbindungen und smarte Lösungen für Pendler in Form von Apps und Umsteigemöglichkeiten zwischen Verkehrsmitteln. Auf der Wunschliste stehen auch zusätzliche Bahnhalte in Aalen-Süd sowie zwischen Oberkochen und Königsbronn.“

    Bürgermeister Peter Traub, Stadt Oberkochen: „Der Mobilitätspakt ist ein innovativer Ansatz, das Thema „Verkehr“ in unserer Raumschaft für die Zukunft übergreifend und vernetzt zu denken. Dieser umfassende Ansatz wird Verbesserungen nicht nur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Oberkochen, sondern für den gesamten Raum zwischen Aalen und Heidenheim bringen.“

    Bürgermeister Michael Stütz, Gemeinde Königsbronn: „Ich freue mich, dass der Mobilitätspakt heute unterzeichnet wird. Das Besondere ist, dass gemeinde- und landkreisübergreifend gedacht und gehandelt wird und auch die Unternehmen sowie die Bürger-/innen miteinbezogen werden. Es werden vielfältige Ideen und Planungen entstehen, die eine Verbesserung der Mobilität bringen werden. Für Königsbronn werden die Maßnahmen aus dem Mobilitätspakt für eine Entlastung der Ortsdurchfahrt sorgen.“

    Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen: „Die Hochschule Aalen ist ein zentraler Knotenpunkt in der Region, den jeden Tag Tausende Studierende und Lehrende gut erreichen müssen. Dazu ist ein nachhaltiges Verkehrskonzept wichtig, das alle Mobilitätsformen umfasst und innovative Möglichkeiten integriert. Als Partner im vierten Mobilitätspakt wollen wir Lösungen für die Zukunft entwickeln.“

    Dr. Uwe Knotzer, Voith GmbH & Co. KGaA: „Mobilität treibt uns an. Als Partner des Mobilitätspakts machen wir gemeinsam energieeffiziente Mobilität für Menschen und Güter möglich. Die globalen Herausforderungen von heute bestimmen die Mobilität von morgen, denn mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum steigt auch der Bedarf an neuen Mobilitätskonzepten in unserem Land. In diesem Umbruch verstehen wir uns als Treiber von Innovationen und Wegbegleiter für zukunftsorientierte Mobilität.“

    Dr. Raymund Heinen, Vorstandsmitglied der Paul Hartmann AG: „Als Wirtschaftsunternehmen und Arbeitgeber in Baden-Württemberg steht HARTMANN mit seiner langjährigen Geschichte für Fortschritt und Nachhaltigkeit in der Region. Wir sehen es daher als unsere Aufgabe, den Mobilitätspakt des Landesministeriums bestmöglich zu unterstützen. Gemeinsam ist es unser Ziel, das Verkehrssystem für die Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft zu verbessern.“

    Dr. Matthias Metz, Mitglied des Vorstands der ZEISS Gruppe: „Wir bei ZEISS sehen uns in der Mitverantwortung für den uns unmittelbar umgebenden Raum und die Menschen, die hier leben. An unseren stadtnahen Standorten auf der Ostalb und in Jena wollen wir daher dazu beitragen, die Verkehrssituation durch nachhaltige und fortschrittliche Mobilität zu entspannen und dabei auch Emissionen zu verringern. Das geht nur mit innovativen Konzepten, die verschiedene Verkehrsoptionen – von Schiene und Bus, über Fahrrad bis hin zu motorisiertem Individualverkehr – intelligent, vernünftig und attraktiv für alle Verkehrsteilnehmer miteinander verknüpfen. Ein konkretes Beispiel für den Gütertransport: Neben Ladesäulen für E-Autos testen wir derzeit in einem Pilotprojekt die Eignung von E-Lkws als Teil einer „grünen“ Unternehmens-Logistik. Ein weiterer Schritt hin zu noch mehr Nachhaltigkeit bei ZEISS, die sich aus vielen Bausteinen zusammensetzt.

    Michaela Eberle, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg: „Wir freuen uns, dass wir jetzt aktiv mit vielen weiteren Akteuren gemeinsam die Mobilität in unserer Region verbessern wollen. Dabei sollten wir ganzheitlich im Großen denken und dabei kurz-, mittel- und langfristige Ziele in den verschiedenen Bereichen der Mobilität angehen und vor allem umsetzen. Die IHK Ostwürttemberg als Vertreter von rund 28.000 Unternehmen in der Region wird sich hier gern im Interesse ihrer Mitgliedsunternehmen einbringen."

    Verbandsdirektor Thomas Eble, Regionalverband Ostwürttemberg: „Der Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim nimmt kurz-, mittel- und langfristige Lösungsansätze für diesen hochindustrialisierten und weiter stark wachsenden Arbeits-, Wohn- und Lebensraum in den Blick. Im Sinne eines Umweltverbundes werden innovative Mobilitätslösungen erarbeitet und gemeinsam mit den Partnern verwirklicht. Auf dieser Basis können modellhafte, zukunftsgerichtete Mobilitätskonzepte umgesetzt werden. Der Regionalverband Ostwürttemberg wird sich mit seiner Planungskompetenz auch in die Entwicklung innovativer Lösungen stark einbringen.“

    Volker M. Heepen, Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH: „Als Geschäftsführer der NVBW ist mir insbesondere ein attraktiver Schienenpersonennahverkehr in der Region ein großes Anliegen. Die Elektrifizierung und der Ausbau der Brenzbahn ist ein wegweisender Lückenschluss im Schienennetz Baden-Württembergs und stellt die Weichen sowohl für ein attraktiveres, als auch klimafreundlicheres Angebot auf der Strecke.“ 

    Gemeinsame Absichtserklärung (pdf, 595 KB)

  • Abteilung 4
    12.10.2020
    12.10.2020 | VERKEHR: Nächster Schritt beim B 29-Ausbau im Ostalbkreis: Ausbau auf vier Spuren zwischen Essingen und Aalen

    Der Startschuss für den weiteren Ausbau der Bundesstraße 29 im Ostalbkreis ist gegeben. Gemeinsam haben heute (12. Oktober) Steffen Bilger MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Winfried Hermann MdL, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, Regierungspräsident Wolfgang Reimer, der Landrat des Ostalbkreises, Dr. Joachim Bläse und der Essinger Bürgermeister Wolfgang Hofer den feierlichen Spatenstich für den Ausbau zwischen Essingen und Aalen vorgenommen.

    Staatssekretär Steffen Bilger MdB: „Schritt für Schritt kommen wir bei der B29 voran. Mit einer Investition von rund 47,5 Millionen Euro zeigt der Bund erneut, dass ihm die Bedeutung der B29 bewusst ist. Mit diesem Ausbaustart ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, um die Vernetzung der wichtigen Oberzentren im Ostalbkreis zu verbessern. Durch den Ausbau werden Pendler und andere Autofahrer Zeit und Nerven sparen.“

    Verkehrsminister Winfried Hermann MdL: „Mit dieser Maßnahme schließen wir an die 2019 für den Verkehr freigegebene Ortsumfahrung Mögglingen an. Ausbau von Straßen geht uns vor Neubau. Auf der B 29 zwischen Essingen und Aalen kann mit einem Ausbau auf einer Bestandtrasse flächensparend eine wichtige Verbesserung für den Verkehr im Ostalbkreis erreicht werden. Das freut mich besonders.“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Die Maßnahme zwischen Essingen und Aalen umfasst den Ausbau auf vier Fahrstreifen auf einer Länge von rund 3,5 Kilometern. Sie wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Die Verkehrsmengen, die die B 29 verkraften muss, haben insbesondere durch den Schwerlastverkehr deutlich zugenommen. Wir liegen aktuell – je nach Abschnitt – zwischen 20.000 bis gar 30.000 Fahrzeugen pro Tag. Daher bin ich froh, dass wir in Essingen Entlastung schaffen und im Ostalbkreis auf einem sehr guten Weg zu einer durchgängig leistungsfähigen B 29 sind.“

    Die Fertigstellung ist für Ende 2024 vorgesehen. Die Dauer der Maßnahme von vier Jahren liegt an der insgesamt komplexen Verkehrssituation in diesem Bereich. Unter anderem müssen sechs neue Brücken gebaut werden.

    Mit dem ersten Bauabschnitt, der knapp drei Jahre in Anspruch nehmen wird, wird die bislang einbahnige B 29 zwei Fahrspuren und einen Standstreifen je Fahrtrichtung erhalten, sodass aus zwei Spuren insgesamt vier werden. Zudem wird eine Anschlussstelle für Essingen hergestellt, bei der die Landesstraßen L 1165 von Süden und L 1080 von Norden über die neue B 29 geführt werden. Zusammen mit dem Kreisverkehr Stockert sorgt dies für eine Entflechtung der querenden Verkehrsströme, was die Verkehrsströme in diesem Bereich der B 29 deutlich verbessert.

    Ziel ist es, dass es während der Bauzeit zu keinen kompletten Vollsperrungen für den Verkehr komme und dass der Verkehrsfluss im Zuge der B 29 so wenig wie möglich beeinträchtigt werde. Dafür werden zahlreiche Provisorien im Zuge der Bauabwicklung errichtet. Gleich zu Baubeginn werden, unter geringer Einengung der bestehenden Fahrbahnbreite, zwei Verbreiterungen der B 29 auf Höhe der Gärtnerei Welzel und auf Höhe der L 1080 hergestellt. Der Verkehr kann damit auch während währenddessen auf der jetzigen B 29 und den Verbreiterungsstreifen fließen, während die südliche Richtungsfahrbahn in Richtung Aalen hergestellt wird.

    Bei Änderungen der Verkehrsführungen aufgrund der Maßnahme wird das Regierungspräsidium Stuttgart, das die Maßnahme für das Land durchführt, rechtzeitig vor Beginn per Pressemitteilung informieren.  

    Hintergrundinformationen:

    Die B 29 führt im Remstal in West-Ost-Richtung von Waiblingen (B 14) über Schwäbisch Gmünd nach Aalen und weiter nach Nördlingen (B 25). Die Ausbaustrecke zwischen Essingen und Aalen ist Teil dieser großräumigen Straßenverbindung.

    Ab 13. Oktober 2020 wird der Streckenabschnitt zwischen Essingen und Aalen ausgebaut. Der Beginn der Baustrecke liegt rund 1,1 Kilometer westlich der bestehenden Einmündung der L 1080 in die B 29 und schließt dort an die im April 2019 für den Verkehr freigegebene Ortsumfahrung Mögglingen – ebenfalls im Ostalbkreis – an. Das Ende der Baustrecke liegt im Bereich Einmündung Daimlerstraße. Dort wird an den Abschnitt der bereits fertiggestellten Westumgehung Aalen angeschlossen.

    Das Projekt beinhaltet den Ausbau der bestehenden B 29 von zwei auf vier Fahrstreifen auf einer Länge von rund 3,5 Kilometern. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Ausbaumaßnahme ist der Umbau der vorhandenen plangleichen Anschlussstelle Essingen, die künftig als Überführung der L 1165 beziehungsweise L 1080 über die B 29 vorgesehen ist. Des Weiteren sollen im Rahmen der Baumaßnahme zwei Bahnübergänge im Zuge von Gemeindeverbindungsstraßen beseitigt werden.

    Einzelne Teilmaßnahmen konnten bereits fertiggestellt werden: Der Bau der Wirtschaftswegbrücke über B 29 (Bauwerk (BW) 1) (Wirtschaftswegbrücke über B 29) ist abgeschlossen. Der Kreisverkehr Streichhoffeld und das BW 10 (Sauerbachdurchlass, Vorabmaßnahme Unterquerung DB) sowie die Kanalverlegung bei BW 3 sind fertiggestellt. Insgesamt sind 5 Bauwerke (davon sechs Brücken) zu errichten.

    Es werden zahlreiche Ausgleichsmaßnahmen mit einem Kostenvolumen von rund einer Million Euro (netto) umgesetzt, die bei den Gesamtkosten enthalten sind. Unter anderem sind vorgesehen:

    • die Förderung der naturnahen Entwicklung der Remsaue und des Sauerbachs
    • Pflanzung von Feldgehölzen, Gebüschen und verschiedenen heimischen Baumarten
    • Ansaat aller neu hergestellten Flächen mit blütenreichen heimischen Wiesenmischungen
    • Aufwertung und Neuanlage von Streuobstwiesen
    • die Extensivierung von ehemals intensiv genutzten Acker- und Grünlandflächen
    • der Rückbau versiegelter Flächen, die Kompensation der Mehrversiegelung,
    • der Schutz von Biotopen und die Umgestaltung des Katzenbachs durch Entfernung der Verrohrung und Gestaltung eines natürlichen Gewässerverlaufs.

    Die Gesamtkosten betragen rund 47,5 Millionen Euro (brutto). Die Bauzeit wird rund vier Jahre dauern.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart bedankt sich bei allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

    Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können Interessierte auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg unter www.verkehrsinfo-bw.de abrufen. VerkehrsInfo BW gibt es auch als App (kostenlos und ohne Werbung) – Infos unter: www.verkehrsinfo-bw.de/verkehrsinfo_app.
    Unter www.svz-bw.de liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.

    Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

  • Abteilung 4
    03.09.2020
    03.09.2020 | VERKEHR: Neuer Mobilitätspakt Böblingen/Sindelfingen

    ​Die Region Böblingen/Sindelfingen ist ein attraktiver Standort zum Arbeiten und zum Leben. Das dadurch bedingte hohe Verkehrsaufkommen lässt die Infrastruktur jedoch zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Der bevorstehende Ausbau der A 81 wird das Verkehrsgeschehen im Raum Böblingen/Sindelfingen massiv beeinflussen. Um den Bürgerinnen und Bürgern unter den gegebenen Rahmenbedingungen eine zukunftsorientierte Mobilität zur Verfügung stellen zu können, wollen das Land, das Landratsamt Böblingen, die Städte Böblingen und Sindelfingen, die Mercedes-Benz AG, der Verband Region Stuttgart (VRS), die IHK Böblingen sowie die Kreishandwerkerschaft Böblingen einen Mobilitätspakt entwickeln. Die Initiative dafür hat das Verkehrsministerium ergriffen und die fachliche Leitung dem Regierungspräsidium Stuttgart übertragen.

    „Gerade in Ballungszentren stößt die Verkehrsinfrastruktur zunehmend an ihre Grenzen, so auch im Raum Böblingen/Sindelfingen. Um eine zukunftsfähige Mobilität für die Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen gilt es, Straße, Schiene, Bus und Rad vernetzt zu denken. Bei einem Mobilitätspakt sitzen Entscheider unterschiedlicher Bereiche an einem Tisch und suchen gemeinsam nach der bestmöglichen Lösung. Denn Mobilität ist vielschichtig“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann am 3. September in Böblingen.

    Nachdem vor der Sommerpause der Kreistag, die beiden Gemeinderäte sowie der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung grünes Licht für eine Beteiligung an der Ausarbeitung des Mobilitätspaktes gegeben haben, kann nun mit der Arbeit begonnen werden. Grundlage des späteren Mobilitätspaktes wird ein Maßnahmenbündel sein, das eine spürbare Verbesserung hin zu einer leistungsfähigeren, nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Mobilität bewirken soll und speziell auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Region zugeschnitten ist.
    „Wir werden bei der Erstellung des Maßnahmenbündels auch die Positionen verschiedener Interessensgruppen sowie der Bürgerinnen und Bürger einholen, um möglichst alle Aspekte in der Abwägung einbeziehen zu können. Gegen Ende des Jahres planen wir eine Information für die Öffentlichkeit“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Eine Unterzeichnung des Paktes ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen.

    Landrat Roland Bernhard meinte: „Die Partner des Mobilitätspakts bündeln ihre Kompetenzen über öffentliche und privatwirtschaftliche Zuständigkeiten hinweg, um die Probleme im Pendlerverkehr in den Griff zu bekommen. Das Verkehrsaufkommen im Landkreis Böblingen liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Unsere Straßen, Schienen und Busse sind stellenweise an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Wir streben daher gemeinsam verkehrsträgerübergreifende Lösungen für die ausgelastete Infrastruktur an. Wir wollen Verbesserungen im ÖPNV, auf der Schiene und Straße, beim Rad- und Fußverkehr sowie dem betrieblichen Mobilitätsmanagement. Wichtig ist die Vernetzung untereinander, Mobilität soll gemeinsam neu gedacht werden – zugunsten von Umwelt und Klima.“

    „Mobilität geht häufig über Gemarkungsgrenzen hinaus. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass beim Mobilitätspakt sowohl Interessen der Bürgerschaft als auch Interessen von Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen eine gezielte Vertretung finden. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort und leistet einen Beitrag für eine nachhaltige Mobilität von morgen im Sinne des Klimaschutzes. Die Beteiligten werden sich hier abstimmen und an Lösungen und Verbesserungen für alle Verkehrsarten arbeiten können, gerade auch mit Blick auf Großprojekte in der Region wie Stuttgart 21 und den A81-Ausbau“, so der Böblinger Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz.

    „Mit der Neukonzeption des Stadtbusverkehrs Böblingen/Sindelfingen konnten wir bereits einen wichtigen Schritt hin zu einer klimafreundlichen attraktiven Mobilität leisten, die derzeitigen Studien hinsichtlich einer Umsetzung eines 15-Minuten-Takts der S60 sowie einer möglichen Anbindung der Stadtbahn an Sindelfingen bieten großartige Potenziale, und auch der Radverkehr hat durch den Radschnellweg und die geplante Radnetzkonzeption an Attraktivität gewonnen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit starken Partnern aus Wirtschaft und Politik und erhoffen uns schnelle und weitreichende Entscheidungen für eine zukunftsfähige Mobilität im Raum Böblingen/Sindelfingen“, so der Sindelfinger Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

    Michael Bauer, Standortverantwortlicher und Leiter Produktion Mercedes-Benz Werk Sindelfingen, sagte: „Der Mobilitätspakt in der Region Böblingen und Sindelfingen ist eine gute Initiative, bei der wir uns gerne einbringen und aktiv mitarbeiten. Durch unsere mehr als 35.000 Beschäftigten am Standort Sindelfingen sind wir seit über 100 Jahren fest mit der Region und den Menschen verbunden. Die Verbesserung der Mobilität in der Region war und ist uns ein großes Anliegen. Verschiedene Maßnahmen hat der Mercedes-Benz-Standort Sindelfingen bereits umgesetzt: Darunter fällt z.B. das kostenlose Feinstaubticket und der Zuschuss für den Öffentlichen Nahverkehr, die Mitfahrgelegenheits-App flinc sowie die Implementierung von Parkleitsystemen. Außerdem sind wir eines der ersten Werke, die die Einfahrt mit dem Fahrrad direkt an den Arbeitsplatz unterstützen, um den Umstieg auf das Fahrrad zu fördern und für die Mitarbeiter attraktiv zu machen. Darüber hinaus haben wir noch weitere Ideen, an denen wir zusammen mit unseren Beschäftigten, dem Landkreis, den beiden Städten Sindelfingen und Böblingen sowie weiteren Beteiligten arbeiten.“

    Der Präsident der IHK-Bezirkskammer Böblingen Andreas Hadler erklärte: „Mit Beginn des Autobahnausbaus rechnen viele Betriebe im gesamten Landkreis Böblingen mit Behinderungen im Pendler- und Lieferverkehr. Um die Erreichbarkeit der ansässigen Unternehmen in dieser Phase zu sichern, braucht es ein zukunftsfähiges und auch an den Bedürfnissen der Wirtschaft ausgerichtetes Mobilitätskonzept, das alle Verkehrsarten einbezieht.“
    Thomas Wagner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Böblingen verdeutlichte die Wichtigkeit des Mobilitätspaktes und verweist auf die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Berücksichtigung der Verkehrsarten, welche die Interessen der Bereiche Business und Privat beachtet. Verbesserungen im ÖNPV sind wichtig – eine funktionierende und zweckmäßig ausgebaute Verkehrswege- und Parkstruktur auch.

    Aus Sicht des Verbandes Region Stuttgart sollte das Ziel des Mobilitätspaktes sein, die Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln zu sichern und negative Auswirkungen der Verkehrsbelastungen zu minimieren.

    Weitere Informationen:
    Mobilitätspakte in Baden-Württemberg
    Im Rahmen eines Mobilitätspakts schließen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft – wie Verkehrsgesellschaften und Wirtschaftsunternehmen – zusammen. Ziel ist es, gemeinsam verkehrsträgerübergreifende Lösungen für die ausgelastete Infrastruktur in den entsprechenden Wirtschaftsräumen zu erarbeiten. Mobilitätspakte umfassen Verbesserungen des ÖPNV, des SPNV, der Straßeninfrastruktur, des Rad- und Fußverkehrs, des betrieblichen Mobilitätsmanagements sowie deren Vernetzung untereinander. Die Idee dahinter ist, Mobilität gemeinsam verantwortlich zu denken. Die Koordination aller Beteiligten und die Vernetzung aller Verkehrsmittel sollen zu spürbaren Verbesserungen führen – zugunsten von Erreichbarkeit, Umwelt und Klima.

    In Baden-Württemberg gibt es bereits drei Mobilitätspakte, die unter der politischen Leitung des Landes gegründet wurden: in den Regionen Heilbronn – Neckarsulm, Walldorf – Wiesloch und in Rastatt. Ein weiterer wird derzeit in Aalen – Heidenheim vorbereitet. An diese erfolgreiche Arbeit möchte der Mobilitätspakt Böblingen/Sindelfingen anknüpfen. Weitere Informationen zu den drei bestehenden Mobilitätspakten gibt es auch unter www.vm.baden-wuerttemberg.de/mobilitaetspakte.

    Partner und Unterstützer des Mobilitätspaktes:

    Das Ministerium für Verkehr übernimmt die politische Führung des Mobilitätspaktes mit dem Ziel einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Mobilität in der Region.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart übernimmt die Projektsteuerung des Mobilitätspaktes.

    Der Landkreis Böblingen verfolgt als Partner des Mobilitätspakts das Ziel, die Mobilität im Landkreis nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten.

    Die Stadt Böblingen verfolgt im Mobilitätspakt das Ziel, Verkehr gemeinsam zu denken. Das heißt durch die verschiedenen Partner des Pakts können Interessen der Bürgerschaft als auch Interessen von Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmer/-innen vertreten und so Lösungen für alle Mobilitätsarten vom Fußgänger bis zum Autofahrer gefunden werden.

    Die Stadt Sindelfingen ist Standort eines der größten Mercedes-Benz Werke und ein starker Wirtschafts- und Technologiestandort, der in Folge dessen von einem hohen Verkehrsaufkommen belastet ist. Mit der Fa. Daimler ist die Stadtverwaltung seit jeher in einem intensiven Austausch. Die Stadt Sindelfingen wird die Erarbeitung des Mobilitätspakts Böblingen/Sindelfingen und dem dazugehörigen Maßnahmenbündel intensiv als betroffene Kommune mitgestalten.

    Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich auf Fachebene an der Initiative zur Entwicklung eines Mobilitätspaktes. Dabei ist ihm wichtig, unvoreingenommen Verbesserungen für alle Verkehrsmittel zu erzielen. Wenn alle Maßnahmen herausgearbeitet und die Verantwortlichkeiten benannt sind, wird der Verband eine Entscheidung über die Unterzeichnung des Mobilitätspaktes fällen.

    Die Mercedes-Benz AG verfolgt als größter Arbeitsgeber in der Region seit Jahren Maßnahmen des Betrieblichen Mobilitätsmanagements und bringt diese und weitere in den Pakt ein.

    Die IHK-Bezirkskammer Böblingen. Sie vertritt die Interessen von über 21.000 Mitgliedsunternehmen im Landkreis Böblingen. Sie unterstützt die Ausarbeitung eines Mobilitätspakts Böblingen/Sindelfingen auf Fachebene. Über die Unterzeichnung eines Mobilitätspakts entscheidet die IHK-Bezirkskammer Böblingen anhand der Inhalte des finalen Maßnahmenpakets.

    Die Kreishandwerkerschaft für die Region Böblingen. Sie ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts der fachunabhängige Zusammenschluss von Arbeitgebervertretungen (den Handwerksinnungen), die im Landkreis Böblingen beheimatet sind. Sie wahrt die Gesamtinteressen des selbständigen Handwerks und des handwerksähnlichen Gewerbes sowie die gemeinsamen Interessen der Handwerksinnungen. Sie beteiligt sich derzeit am Mobilitätspakt in beratender Funktion auf Fachebene. Über die Unterzeichnung des Mobilitätspaktes entscheidet die Kreishandwerkerschaft Böblingen nach dem Durchlauf der Gremien und der daraus resultierenden Beschlussfassung.

    Quelle: Ministerium für Verkehr

  • Abteilung 4
    23.08.2020
    23.08.2020 | MOBILITÄT: Kurzarbeit und Homeoffice verändern Mobilität

    Verkehrsminister Hermann: „Mit mehr Homeoffice könnten Pendlerwege und Verkehrsstaus reduziert werden“

    Die Menschen in Baden-Württemberg haben während des Corona-Shut-Downs ungefähr einen Weg pro Tag weniger zurückgelegt. Insgesamt ist die zurückgelegte Entfernung um ein Viertel gesunken. Dies ergibt der Vergleich von Mai/Juni 2020 mit den Zahlen aus der Haushaltsbefragung „Mobilität in Deutschland (MiD)“ für Mai/Juni 2017 in Baden-Württemberg. Die Studie MOBICOR differenziert diese Aussagen auf der Basis von Telefoninterviews nach Stadt und Land, wirtschaftlichem Status sowie für Menschen in Kurzarbeit, Homeoffice oder unveränderten Arbeits- und Ausbildungssituationen.

    „Wir haben durch diese Befragung ein besseres Verständnis für die Hintergründe von Fahrgast- und Fahrzeugzählungen erhalten. Damit lassen sich Entwicklungen einfacher erklären und Maßnahmen noch gezielter gestalten. Mit unseren Rettungsschirmen für ÖPNV, Bustouristik und Carsharing sind wir schon jetzt auf dem richtigen Weg. Bei den Themen Homeoffice und mobiles Arbeiten wird geprüft, wie Pendelwege vermieden und verlagert werden können“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

    Die zurückgelegten Personenkilometer sind im Mai/Juni 2020 im Vergleich zu 2017 um fast 50 Prozent zurückgegangen. Dabei wurden Auto und Fahrrad stärker genutzt und es wurden mehr Wege zu Fuß zurückgelegt. Robert Follmer, der zuständige Gutachter von infas, weist darauf hin, dass die verstärkte Nutzung und der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs für ein Gelingen der Verkehrswende und zur Verringerung der CO2-Emissionen weiterhin notwendig bleiben. Dies sei für lebenswerte Orte, die Teilhabe von finanziell schwächer gestellten Menschen und für gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land nötig.

    In Stadtregionen von Baden-Württemberg arbeiten 32 Prozent der Befragten im Homeoffice, das sind 11 Prozent mehr als in den ländlichen Regionen. Zudem ist die Arbeit von zu Hause aus ein Privileg der Berufstätigen mit höherem ökonomischen Haushaltsstatus. 47 Prozent von ihnen geben an, ganz oder teilweise zu Hause zu arbeiten. Ist der ökonomische Haushaltsstatus eher niedrig, sinkt der Anteil auf 20 Prozent. Viele Tätigkeiten in diesem Bereich gehören zum Dienstleistungssektor oder zum Gesundheitswesen und können nicht ins Homeoffice verlegt werden, z.B. Alten- oder Krankenpflege, Arbeit im Einzelhandel oder in Verkehrsunternehmen.

    Der Autoverkehr war im Mai/Juni 2020 bereits wieder bei 80 Prozent seines vorherigen Niveaus angekommen. 36 Prozent der Befragten gaben an, das Auto als Alternative zum öffentlichen Verkehr zu nutzen, 19 Prozent der Befragten stiegen vom ÖPNV auf das Fahrrad um. Infas vermutet, dass mit zunehmender Rückkehr aus dem Homeoffice die Autonutzung weiter zunehmen wird. Gleichzeitig könnten sich aber auch die positiven Erfahrungen mit dem Fahrrad oder mit Fußwegen als Routinen verfestigen. Hierzu werden die Zahlen einer zweiten Erhebungswelle im Herbst 2020 mehr Klarheit schaffen.

    Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung

    Ergänzende Information:
    Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) führt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und anderen Instituten ein Forschungsprojekt zu Mobilität in Zeiten der Corona-Pandemie und Erkenntnissen für die Mobilitätswende („MOBICOR“) durch. Ein wesentlicher Bestandteil sind repräsentative Befragungen zum Verkehrsverhalten in und nach der Corona-Pandemie. Wie Bayern und Hessen hat auch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg eine regionale Vertiefungsstudie beauftragt, um repräsentative Erkenntnisse speziell für Baden-Württemberg zu erhalten. In der ersten Erhebungswelle wurden vom 19. Mai bis zum 20. Juni 2020 in Baden-Württemberg 1.218 Personen ab 16 Jahren befragt. Die zweite Erhebung ist für den Herbst 2020, die dritte für das Frühjahr 2021 geplant.

    Mobilitätsreport (pdf, 2 MB)
    Präsentation (pdf, 476 KB)
    Tabellen (pdf, 1 MB)