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RP Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege
  • Abteilung 8
    28.09.2017
    Archäologische Denkmalpflege
    Ergebnisvorstellung und Besichtigung der archäologischen Grabungen in Zusammenhang mit dem Neubau des Münsterforums am 05. Oktober 2017 in Freiburg
     Quelle: LAD,  Dokumentation einer mittelalterlichen Latrine im Hofbereich des ehemaligen Andlaw’schen Palais an der Herrenstraße in Freiburg.

    ​Sehr geehrte Damen und Herren,
     
    die letzte Baulücke in der Freiburger Herrenstraße wird durch das neue Münsterforum endgültig geschlossen. Das Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart schließt in dieser Woche die bodenarchäologischen Grabungen ab. Ziel dieser Untersuchungen war es, Relikte vor einer drohenden Zerstörung fachgerecht zu dokumentieren, Funde zu bergen und so beides der Nachwelt zu überliefern. Entdeckt wurde dabei unter anderem die größte Latrine Freiburgs.
     
    Wir laden Sie deshalb herzlich ein zur
     
    Besichtigung der archäologischen Grabungen
    am Donnerstag, 05. Oktober 2017 um 10:30 Uhr
    Ecke Herrenstraße / Schoferstraße, 79098 Freiburg i. Br.
     
    Als Gesprächspartner stehen Ihnen Anton Bauhofer, Erzbischöfliches Bauamt Freiburg, und Dr. Bertram Jenisch, Landesamt für Denkmalpflege, zur Verfügung. Film- und Fotoaufnahmen sind möglich.   
     
    Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
     
    Dr. Bertram Jenisch
    Regierungspräsidium Stuttgart
    Abt. 8 – Landesamt für Denkmalpflege
    Ref. 84.2, Fachbereich Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit
    Dienstsitz Freiburg
    Tel.:  0761 / 208-3587    
     
    Wir freuen uns über Ihr Kommen!
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Désirée Bodesheim
    Pressestelle Regierungspräsidium Stuttgart, 0711/904-10002
     

    Hintergrundinformationen

    Am zukünftigen Standort des neue Münsterforums, erstreckte sich bis zu seiner Zerstörung in der Bombennacht des 29.11.1943 das so genannte Andlauw‘sche Palais. Im Vorfeld des Bauvorhabens wurden bereits im Jahr 2013 Teile der ehemals verfüllten Keller des kriegszerstörten Anwesens freigelegt. Seit Anfang August wurde die für die Neubebauung vorgesehene Fläche archäologisch untersucht. Nach Abschluss der Arbeiten können erste Ergebnisse vorgestellt werden:
     
    Bei den ältesten Spuren handelt es sich um Laufniveaus aus der Zeit der Marktgründung im Hofbereich. In den kiesigen Untergrund wurden Gruben, Latrinen und Fundamente früher Bauten eingetieft. Erste Grubenstrukturen lassen sich durch keramische Funde in das frühe 12. Jahrhundert datieren.
     
    Die mittelalterlichen Baureste  der Steinbebauung zeigen eine differenzierte Bauabfolge. Insbesondere die gut erhaltenen spätmittelalterlichen Latrinen im Hofbereich beeindrucken durch ihre Größe. Sie enthielten manch spannenden Fund, der über das Leben in diesem Bereich der mittelalterlichen Stadt Aufschluss gibt.
     
    Es zeichnet sich ab, dass die archäologischen Begleitmaßnahmen im Bereich des neuen Münsterforums einen weiteren wichtigen Mosaikstein zur frühen Besiedlung Freiburgs liefern werden.