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RP Stuttgart, Landesgesundheitsamt
  • Abteilung 9
    12.07.2018
    Masern und die Sommerferien
    Junge Erwachsene und Eltern für ihre Kinder: Impfcheck vor der Ferienreise - zwei MMR-Impfungen vorhanden?

    ​Junge Erwachsene und Eltern für ihre Kinder sollten vor den Sommerferien abchecken, ob sie beide MMR-Impfungen haben, denn in Europa gibt es große Masernausbrüche.

    Unter den klassischen Reisezielen sind Italien, Griechenland und Rumänien und bei den Fernreisezielen sind viele Länder in Asien besonders betroffen (nach WHO, Stand Juni 2018).

    Masernimpfungen sind kostenfrei für alle Kinder und für alle nach 1970 Geborenen, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist.

    In Baden-Württemberg wurden seit Jahresbeginn 81 Masernerkrankungen gemeldet. Besonders betroffen waren Säuglinge und Kleinkinder (25 Prozent), Kinder und Jugendliche von 10-19 Jahren (31 Prozent) und Erwachsene ab 20 Jahre (32 Prozent).

    Masern sind eine hoch ansteckende Viruskrankheit, die zu ernsten Komplikationen und in sehr seltenen Fällen zum Tode führen kann. Deshalb ist die Schutzimpfung mit zwei Impfstoffgaben so wichtig.

    Masernviren werden über Tröpfchen wie beim Niesen übertragen. Mögliche Ansteckungsorte im Urlaub sind Diskotheken, Kinderbetreuungsprogramme und Freizeitaktivitäten wie Ausflüge in Ländern, in denen die Masern verbreitet sind.

    Ungeimpfte holen sich vor der Reise die Erstimpfung, denn sie schützt zu 91%. Bereits Erstgeimpfte holen sich die Zweitimpfung und sind danach zu 92%–99% geschützt.

    Wichtige Hintergrundinformationen für den Sommerurlaub:

    Bei Masern vergehen zwischen der Ansteckung und dem Krankheitsausbruch mit katarrhähnlichen Krankheitszeichen mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten 8-10 Tage, bevor sich nach 14 Tagen eine Hautrötung mit großen, zusammenfließenden Flecken zeigt.

    Das ist kurz genug, damit die Masern einen Urlaub schon ab der zweiten Woche kräftig beeinträchtigen können.

    Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird nicht selten zunächst an eine Allergie gedacht. Manchmal bleibt die Masernerkrankung sogar unerkannt, weil im Urlaub kein Arzt aufgesucht wird und sich die Erkrankten im Hotel durch die restlichen Urlaubstage und in den fest gebuchten Rückflug nach Hause schleppen: eine weitere Ansteckungsquelle.

    Masern zirkulieren zurzeit in vielen Ländern Europas, besonders in Süd- und Südosteuropa. Die höchsten Erkrankungsraten für die letzten 12 Monate wurden gemeldet für die Ukraine, Serbien, Italien, Griechenland und Rumänien. Bei den Fernreisezielen in Asien führen Indien, die Philippinen, Indonesien, China und Malaysia die Statistik der Weltgesundheitsorganisation an (Stand: Juni 2018). Das Landesgesundheitsamt empfiehlt deshalb allen Eltern und jungen Erwachsenen, vor Antritt des Sommerurlaubs den Impfschutz gegen Masern und ggf. gegen andere Krankheiten im Urlaubsgebiet abzuchecken und zu vervollständigen.

    Masern bewirken eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems. Wegen der beeinträchtigten körpereigenen Abwehr können andere Infektionskrankheiten auf die Masern folgen.