Maßnahmenbeschreibung

Maßnahmenbeschreibung

Die 1,6 km lange Neubaustrecke der B 313 führt südlich an Grafenberg vorbei durch ein Waldgebiet und wird mit Kreisverkehrsplätzen am Bauanfang und Bauende in den bestehenden Straßenzug der B 313 eingebunden. Die querende Kreisstraße (K 6761 / K 1260) wird mit einem Brückenbauwerk überführt.

Nach dem Bau der Ortsumgehung Grafenberg ist die Straßenverbindung von Metzingen nach Nürtingen frei von Ortsdurchfahrten und schließt eine weitere Lücke im ausgebauten Straßenzug.

Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie wurden ab 2005 zwei Varianten südlich von Grafenberg untersucht (eine Tunnellösung und eine „offene“ Lösung). Eine Nordumgehung von Grafenberg wurde aufgrund geringerer Entlastungswirkung, schwieriger topografischer Verhältnisse, der wesentlich höheren Risiken hinsichtlich der umweltbezogenen Schutzgüter und der wesentlich längeren Trassenführung im Vorfeld ausgeschieden.
Die Tunnelvariante weist zwar umweltfachliche Vorteile auf. Sie stehen jedoch in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Kosten einer Tunnellösung. Auch in Bezug auf Lärmimmissionen hat die Tunnelvariante keine entscheidungserheblichen Vorteile gegenüber der gewählten offenen Variante.

Zur Verringerung der Lärmimmissionen werden entlang der Neubaustrecke Lärmschutzwälle und Wände errichtet.

Neben der Verbesserung der Lärm- und Abgassituation wird vor allem die derzeitige Trennung der beiden nördlich und südlich der B 313 gelegenen Ortsteile im Bereich der Ortsmitte beseitigt. Der überwiegende Teil des Durchgangsverkehrs (87 Prozent) verlagert sich auf die Umgehungsstraße.

Entlang des Bundesstraßenausbaus wird auch das örtliche Rad-, Geh- und Wirtschaftswegnetz ergänzt oder neu angelegt. Im Zuge der Baumaßnahme wird die Wasserleitung der Jusigruppe, die entlang der K 6761 verlegt ist, der neuen Straße angepasst.

Der Neubau der Ortsumgehung findet in einem Landschaftsraum statt, der für Naturschutz und Landschaftspflege von sehr hoher Bedeutung ist. Der Neubau verursacht den Verlust und die Zerschneidung alter Wald- und Streuobstbestände sowie naturnaher Fließgewässer, die streng geschützten Arten als Lebensräume dienen und z. T. geschützte Biotope darstellen. Durch die Ausstattung des Raumes mit bis an die Straße heranreichenden sensiblen Lebensräumen kommt es zur Inanspruchnahme bedeutender Flächen, die trotz der vorgesehenen Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen erhebliche Auswirkungen auf die Leistungs- und Funktionsfähigkeit von Naturhaushalt und Landschaftsbild erwarten lassen.

Die entwickelte Ausgleichskonzeption enthält vier Schwerpunkte, die durch die Beeinträchtigungssituation und die Ziele für Naturschutz und Landschaftspflege im Raum begründet sind:

  • Maßnahmen entlang der Trasse zur Einbindung der Straße in die Landschaft ,
  • Trassenferne Maßnahmen zur Reaktivierung und Neuentwicklung von Streuobstwiesen,
  • Maßnahmen zur Neuentwicklung von Wald und zur Gewässerentwicklung,
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Vögel und Fledermäuse.

Aus naturschutzfachlicher Sicht wird davon ausgegangen, dass die Eingriffsfolgen mit der Umsetzung des landschaftspflegerischen Konzeptes bewältigt werden können und artenschutzrechtliche Verbote nicht eintreten.

Das Planfeststellungsverfahren wurde am 12. Januar 2011 bei der Planfeststellungsbehörde im Regierungspräsidium Tübingen beantragt.

Am 10.12.2014 erlangte der Planfeststellungsbeschluss Bestandskraft.

Mit dem feierlichen Spatenstich im Juli 2016 wurde die bauliche Umsetzung der Maßnahme begonnen.

Am 27. April 2019 erfolgte die feierliche Verkehrsfreigabe der neuen Ortsumgehung.