Kläranlage Laichingen

AUS DEN ABTEILUNGEN 

Ingenieur Karl Rösch vomIngenieurbüro SAG erklärt das Herzstück der Anlagenerweiterung: DieAktivkohledosierung (Foto: Isabella Hafner)


Einweihung einer vierten Reinigungsstufe der Kläranlage in Laichingen

von Frank Schnee und Michael Müller

Inhalt:
Seite 1: Nicht nur sauber, sondern rein
Seite 2: Besonderheiten der Schwäbischen Alb

„Nicht nur sauber, sondern rein“ – mit diesem Motto lässt sich die Politik des Landes im Hinblick auf den Ausbau und die Erweiterung der Abwasserinfrastruktur und damit einhergehend die Reinigungsleistung von Kläranlagen beschreiben. Die Maßnahmen der Städte und Kommunen zum Ausbau und zur Verbesserung der Abwasserinfrastruktur werden vom Land in nicht unerheblichem Umfang gefördert. 

Die Förderung wird im RPT durch das Referat 54.3 – Industrie/Kommunen, Schwerpunkt Abwasser – abgebildet. Neben den klassischen Aufgaben der Gewerbeaufsicht und des anlagenbezogenen Immissionsschutzes sowie der Koordinierung der Förderzuwendungen des Landes zur Abwasserinfrastruktur werden vom Referat alle Kläranlagen im Regierungsbezirk größer 100.000 EW (Einwohnergleichwerte) genehmigungsrechtlich betreut. Das Referat 54.3 übernimmt auch die Fachaufsicht über die Unteren Verwaltungsbehörden bei abwasserrechtlichen Fragen.

Die vorrangigen Ziele, die im Land u. a. im Rahmen einer zukunftsorientierten Abwasserinfrastruktur umgesetzt werden sollen, liegen einerseits im Zusammenschluss bzw. der Anbindung kleiner Kläranlagen zu größeren Anlagen – hier können größere Synergieeffekte ausgeschöpft werden – und andererseits im Ausbau der Reinigungsleistung von Kläranlagen unter anderem in Form einer vierten Reinigungsstufe.

Eine solche Erweiterung der Leistungsfähigkeit der Kläranlagen wird im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge immer wichtiger. Im ungereinigten Abwasser befinden sich immer mehr Medikamentenrückstände und anderweitige chemische Rückstände – Spurenstoffe genannt. Diese Rückstände sind nicht nur in der Lage, die Qualität unseres Trinkwassers nachhaltig negativ zu beeinflussen, sondern führen mittel- und langfristig auch negative Auswirkungen auf das allgemeine Ökosystem herbei.

Um dem entgegenzuwirken, wurde in Laichingen Anfang Mai dieses Jahres ein wichtiger Schritt zum zukunftsfähigen Trinkwasser- und Umweltschutz umgesetzt: Ein Aktivkohlefilter mit nachgeschaltetem Tuchfilter ergänzt nun als vierte Stufe die bisherig dreistufige Abwasserreinigung (mechanische, biologische und chemische Stufe) der Laichinger Kläranlage. Nach einer Planung und Bauzeit von ca. vier Jahren wurde nun am 04.05.2016 die neue Reinigungsstufe offiziell im Beisein zahlreicher Gäste (Fachleute vom Planungsbüro SAG, der Kläranlage Laichingen, der örtlichen Presse, dem Kompetenzzentrum Spurenstoffe Baden-Württemberg, dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis sowie dem Regierungspräsidium Tübingen) eingeweiht und in Betrieb genommen.

Diese Gelegenheit, die neue Reinigungsstufe der Kläranlage vor Ort zu besichtigen, nah-men die eingeladenen Gäste zum Anlass, mit den anwesenden Fachleuten vom Ingen-ieurbüro SAG und der Kläranlage Laichingen in einen intensiven fachlichen Dialog einzutreten.

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