Betriebspsychologin Dr. Kändler im Gespräch

RP-Betriebspsychologin Dr. Celia 

"Ich möchte Ansprechpartnerin für alle Beschäftigte sein"

Frau Dr. Kändler, welche Veränderungen hat der Wechsel von der Schulpsychologie am Staatlichen Schulamt in Offenburg hierher ans Regierungspräsidium Tübingen für Sie persönlich und für Sie als Psychologin gebracht?

Mein Wechsel hierher ans Regierungspräsidium Tübingen war für mich mit einem Umzug von Freiburg nach Herrenberg verbunden. Nach 11 Jahren in Freiburg ist es mir nicht ganz leicht gefallen, meine alte Heimat und meine Freunde dort zu verlassen. Meine neue Heimat  und die Menschen am neuen Wohnort empfinde ich als sehr sympathisch, so dass der Wechsel für mich nicht allzu schwer ist. Auch Tübingen als mein neuer Arbeitsort gefällt mir sehr gut und ich freue mich darauf, die Umgebung hier noch besser kennenzulernen und zu erkunden. Auch die freundliche Begrüßung am Regierungspräsidium hat es mir leicht gemacht, mich hier schnell wohl zu fühlen.

Der Wechsel von der Schulpsychologie hierher als Betriebspsychologin hat eine Erweiterung meiner Arbeitsinhalte mit sich gebracht. Ich bin nicht mehr nur für schulbezogene Themen zuständig, sondern in meinen Beratungen der Beschäftigten des Regierungspräsidiums Tübingen bediene ich ein breites Spektrum an Anliegen. Die Beschäftigten dürfen sich an mich wenden, sowohl bei beruflichen als auch bei privaten Anliegen. Private Anliegen können familiäre Themen sein wie beispielsweise Konflikte, Erkrankungen in der Familie oder Schwierigkeiten in der Beziehung.

Was ist für Sie das Besondere hier an Ihrer Arbeit als Betriebspsychologin?

Als Betriebspsychologin begegne ich vielen unterschiedlichen Menschen, die sich mit verschiedenen persönlichen Themen an mich wenden.

Ich möchte Ansprechpartnerin für alle Beschäftigte des Regierungspräsidiums sein, sowohl  für Personen mit Führungsaufgaben als auch ohne Führungsaufgaben, und sie zu ihren persönlichen Anliegen beraten.  Dabei sehe ich die Vertraulichkeit in meinen Beratungen als das wichtigste Gut an. Auch meine Allparteilichkeit und meine neutrale Position, die ich einnehme, sind meines Erachtens essentiell für meine Beratungstätigkeit. Gerade bei konflikthaften Themen kann diese Allparteilichkeit und Neutralität  für die Beteiligten sehr hilfreich sein.

 

Wo sehen Sie grundsätzlich die  besonderen Belastungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Verwaltung?

Durch die Vielfältigkeit der Arbeitsaufgaben und Zuständigkeiten im Regierungspräsidium gibt es viele unterschiedliche Belastungen. Was als Belastung empfunden wird, kann im individuellen Fall ganz verschieden sein.  Was ich für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer wieder als belastend ansehe, sind der zeitliche Druck bei der möglichst gleichzeitigen Bearbeitung unterschiedlicher Aufgaben, oder die teils personellen Engpässe, die zwischenmenschlichen Konflikte und der Umgang mit schwieriger Kundschaft.

In welche Richtungen brauchen Menschen, die in der Verwaltung arbeiten, Unterstützung bei der Bewältigung des Arbeitsalltags?

Wie im Dienstleistungssektor allgemein und in der gesamten Arbeitswelt sind Zeitmanagement, Selbstfürsorge und konstruktiver Umgang mit Konflikten essentiell. Auch zu diesen Themen möchte ich als Betriebspsychologin die Beschäftigten des Regierungspräsidiums in der persönlichen Beratung  und durch meine Fortbildungsveranstaltungen unterstützen.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit als Betriebspsychologin besonderen Wert?

In meiner Beratungstätigkeit ist es mir wichtig, dass die persönliche Beratung als ein Angebot auf freiwilliger Basis gesehen wird. Des Weiteren lege ich großen Wert auf die Vertraulichkeit, meine Allparteilichkeit und Neutralität in meinen Beratungen. Ich möchte die Beschäftigten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe in ihrem Berufsalltag unterstützen. Dabei ist mein Berufsalltag bestimmt durch den Kontakt zu Menschen mit der Fragestellung „Wobei und womit kann ich die Einzelne oder den Einzelnen unterstützen?“.

Und was treibt Sie an?

Die vielen  interessanten und positiven Begegnungen und Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen und der Eindruck, wirklich gebraucht zu werden, bestärken mich bei meinen Tätigkeiten als Betriebspsychologin.

Können Sie bitte kurz die Angebote erläutern, die Sie den Kolleginnen und Kollegen hier im Haus machen wollen. Im Intranet sind diese bereits dargestellt, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen im Erziehungsurlaub oder Sonderurlaub können diese Angebote von Interesse sein.

 

Gerne. Zu meinen Aufgabenbereichen als Betriebspsychologin gehören:

  • das Führen von persönlichen Beratungsgespräche,
  • die Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf allen Ebenen,
  • die Mitarbeit im Behördlichen Gesundheitsmanagement (z. B. im Behördlichen Eingliederungsmanagement),
  • die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen zu Themen mit psychologischem Bezug,
  • die Mitarbeit in der Personalentwicklung zu Themen mit psychologischem Bezug.

 

Belastende Situationen am Arbeitsplatz (z. B. Arbeitsverdichtung, zeitlicher Druck, Über- oder Unterforderung, Konflikte mit Kollegen/ Vorgesetzten/ Mitarbeitern, …) sowie im privaten Bereich (z. B. Trennungssituationen, familiäre Konflikte, Erkrankungen, …) können das eigene Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Derartige Belastungen mögen zeitweise als unüberwindbare Probleme erscheinen und können manchmal zu akuten persönlichen Krisen führen.

In solchen Zeiten entsteht oftmals der Wunsch nach einem neutralen Menschen, mit dem die Situation gemeinsam betrachtet werden kann und der hilfreiche Impulse gibt. Es kann entlastend sein, problematische Situationen frühzeitig zu thematisieren und anzugehen. Mein Fokus bei den Beratungsgesprächen wird es sein, Sie darin zu unterstützen, passende Lösungsideen für Ihre individuelle Situation zu entwickeln und diese umzusetzen.

Als zusätzliches Angebot bei Konflikten im Haus, die eine Mediation zur Lösung benötigen, steht Ihnen auch Frau Riedinger als ausgebildete Mediatorin zur Verfügung.

Mein Beratungsangebot als Hilfe zur Selbsthilfe basiert auf Freiwilligkeit und steht allen Beschäftigten - vom Vorgesetzten bis zum/ zur Auszubildenden - zur Verfügung. Es handelt sich dabei um eine Erstberatung zu einem konkreten Anliegen und nicht um eine therapeutische Begleitung. Sämtliche Gesprächsinhalte ebenso wie alle personenbezogenen Daten unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht. So haben Sie die Möglichkeit, sich völlig unverbindlich, diskret und ohne bürokratische Hindernisse Beratung und Unterstützung einzuholen. Wir werden gemeinsam Ihre Situation besprechen und nach für Sie passenden und umsetzbaren Lösungsideen suchen.

Um dem geschützten und vertraulichen Rahmen sowie dem zeitlichen Anspruch der Beratungsgespräche gerecht zu werden, können diese nur nach vorheriger Terminvereinbarung angeboten werden. Terminabsprachen sind per Telefon oder per E-Mail möglich. Meistens können dabei sehr zeitnahe Termine angeboten werden.

 

 

Frau Dr. Kändler, vielen Dank für das Interview!

 

Die Fragen stellte Silvia Langer, K-Stelle.