BfC - Väter zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Ein Beitrag von Denise Dietz, stellv. Beauftragte für Chancengleichheit


Viele Väter wollen sich neben ihrem Beruf stärker bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder einbringen. Eine repräsentative Forsa-Studie aus dem Jahr 2014 bestätigt: der moderne Vater macht einiges anders als früher, ein Revolutionär ist er jedoch (noch) nicht.

89 Prozent der befragten Männer arbeiten Vollzeit - nur 4 Prozent in Teilzeit. Während zwei Drittel dies so wollen, würde ein Drittel gern in Teilzeit arbeiten. 43 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Zeit für die Familie und 15 Prozent haben sogar das Gefühl, weder im Beruf noch in der Familie allen gerecht zu werden. Dennoch nehmen Männer die Möglichkeit, in Teilzeit arbeiten zu gehen, wenig wahr.

Die Möglichkeit in Elternzeit zu gehen, bildet hier eine Ausnahme:
So nehmen 44 Prozent der Väter mit Kindern bis sechs Jahre Elternzeit in Anspruch, die große Mehrheit von ihnen (80 Prozent) schöpfen jedoch nur zwei Monate aus. Lediglich 11 Prozent nutzen die Möglichkeit, sich länger als sechs Monate ums Kind zu kümmern.

Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege – also gerade kein reines Frauenthema!

Im Regierungspräsidium Tübingen wird eine familienbewusste Personalpolitik groß geschrieben. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll ein berufliches Umfeld geschaffen werden, in dem sich die Balance zwischen Familie und Beruf individuell gestalten lässt. Familienarbeit und berufliche Entwicklung sollen für jeden und jede vereinbar sein.

Die Verpflichtung der Dienststelle, die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie oder Pflege zu verbessern, findet sich in Abschnitt 5 des Chancengleichheitsgesetzes vom 23. Februar 2016. Männer und Frauen sollen durch familiengerechte Arbeitszeit, Teilzeit- und Telearbeit ihre Erwerbstätigkeit und Familienarbeit vereinbaren können. Der Gesetzgeber hat ebenfalls verankert, dass Teilzeitbeschäftigung, Telearbeit oder Beurlaubung zur Wahrnehmung von Familien- oder Pflegeaufgaben sich nicht nachteilig auf den beruflichen Werdegang, insbesondere auf die dienstliche Beurteilung, auswirken dürfen. Vorgesetzten- oder Leitungsfunktionen stehen einer familiengerechten Arbeitsgestaltung grundsätzlich nicht entgegen. Bei Einstellung oder dem beruflichen Aufstieg sind bei der Beurteilung der Eignung, die bei Familien- und Pflegeaufgaben und ehrenamtlichen Tätigkeiten erworbenen überfachlichen Kompetenzen einzubeziehen.

Im Regierungspräsidium Tübingen setzen wir daher auf:

  • flexible Gestaltung der Arbeitszeiten und -orte,
  • Telearbeit mit individuell angepassten Arbeitszeiten, insbesondere auch für Teilzeitbeschäftigte,
  • Möglichkeiten arbeitsplatznaher Betreuungsmöglichkeiten für Kinder,
  • Anerkennung von Schlüsselqualifikationen, die bei Familien- oder Pflegeaufgaben erworben wurden.


Grund genug und Zeit, den Blick ins Haus zu richten und direkt bei Kollegen und Vätern nachzufragen, welche Erfahrungen sie mit den Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder der Elternzeit gemacht haben. Lesen Sie in den weiteren Ausgaben unseres Mitarbeitermagazins mima nach.

Herr Regierungspräsident Tappeser und ich freuen uns über Sie als Interviewpartner und sind gespannt auf Ihre Erfahrungen.

In den nächsten Wochen werde ich zur Terminvereinbarung auf Sie zukommen.
Oder wollen Sie die Kolleginnen und Kollegen an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen? Dann freue ich mich auf Ihre Nachricht!

Denise Dietz, Stv. Beauftragte für Chancengleichheit, Telefon: 07071 757-3074, E-Mail: BFC@rpt.bwl.de


Denise Dietz

Stv. Beauftragte für Chancengleichheit