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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

Weil-Breisach

Fläche: 596 ha
Lage: von Rh-km 174,3 bis Rh-km 218,8
Max. Retentionsvolumen: 25 Mio. m³

Der Rückhalteraum (tiefergelegtes Rheinvorland) wird im Westen vom Rhein und im Osten von einem neu errichteten, hochliegenden Randweg begrenzt. Der Rückhalteraum beginnt im Süden bei Märkt an der Kandermündung und endet an der Karpfenhodschlut südlich von Breisach (siehe Übersichtskarte).

Verfahrensstand:
positiver Raumordnungsbeschluss für Gesamtmaßnahme; 



Aufteilung des Rückhalteraumes in 4 Planfeststellungsabschnitte:
Abschnitt I   -  Planfeststellungsbeschluss vom 28.05.2008 - im Bau
Abschnitt II  -  zurückgestellt (gem. Raumordnungsbeschluss v. 21.10.2002)
Abschnitt III -  Planfeststellungsbeschluss vom 19.03.2013 - im Bau    
Abschnitt IV  -  in der Vorbereitung zum Planfeststellungsverfahren

Übersichtskarte
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Konzeption der Tieferlegung

Durch die Tieferlegung von Vorlandflächen auf wenige Dezimeter über den normalen Grundwasserstand wird auf einer Fläche von rund 596 ha ein naturnahes, bewaldetes Überschwemmungsgebiet geschaffen. Bei einem Bemessungshochwasserabfluss von 4.500 m³/s beträgt das dadurch zusätzlich gewonnene Rückhaltevolumen etwa 25 Mio. m³. Auf dem überwiegenden Teil der Tieferlegungsflächen wird sich eine ökologisch wertvolle und für die Hochwasserrückhaltung wirksame Weichholzaue (v.a. Weiden und Pappeln) entwickeln, wie sie seit dem Bau des Rheinseitenkanals im Rheinbett durch natürliche Sukzession (Eigenentwicklung) entstanden ist. Weiden und Pappeln sind Pioniergehölze, die sich auf kiesigen Standorten nahe am Grundwasser schnell von alleine entwickeln können. Die Vegetation, insbesondere die Gehölze, bilden einen Widerstand gegen das strömende Wasser. Die dadurch erhaltene Verzögerung des Abflusses führt zusammen mit der vergrößerten Überflutungsfläche zu der gewünschten Hochwasserrückhaltung.


Bei den nördlich von Breisach gelegenen Rückhalteräumen kann das Wasser nur über gesteuerte Bauwerke in die Rückhalteräume fließen. Hier im Rückhalteraum Weil-Breisach kann dem Fluss selbst mehr Raum und damit Überflutungsfläche gegeben werden.
Die Tieferlegung von Vorlandflächen erfolgt in mehreren Schritten über 20 Jahre hinweg. Der Anteil an vegetationsfreien Flächen wird so gering wie möglich gehalten. In den Wintermonaten wird jeweils nur so viel Waldfläche gerodet, wie im darauf folgenden Jahr abgetragen werden kann. Die natürliche Wiederbewaldung kann unmittelbar und stetig nach dem Abbau des Kieses beginnen. In Teilbereichen der Tieferlegungsflächen wird das beim Abtrag anfallende Oberbodenmaterial zur Anlage von höher gelegenen Terrassen verwendet, auf denen Hartholzauewälder (v.a. Eiche und Esche) angepflanzt werden.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden zusammen mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes finanziert.

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Berücksichtigung von ökologischen und forstlichen Aspekten

Ökologisch wertvolle und schutzwürdige Flächen werden von der Tieferlegung ausgespart. Dennoch unvermeidbare Eingriffe, vor allem die Rodung der gegenwärtigen Wälder, werden durch die Entstehung von ökologisch hochwertigen Auenwäldern auf den Tieferlegungsflächen mittelfristig ausgeglichen. Zudem werden in geringem Umfang heute unbewaldete Flächen einbezogen und in Auenwälder umgewandelt. Derzeit für Fische und Wirbellose nicht durchwanderbare Mündungsbereiche von Seitengewässern werden naturnah durch die Tieferlegungsflächen geführt, verlängert und durchwanderbar gestaltet. Als weitere auentypische Elemente werden in den Tieferlegungsflächen Schluten, Seitengerinne und Kleingewässer angelegt. Als Ausgleich für die Eingriffe in wertvolle Trockenlebensräume werden im Bereich der Böschungen Ersatzstandorte geschaffen.

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Auswirkungen auf die Bevölkerung

Die tiefer gelegten Flächen der Weichholzaue werden anfangs je nach Höhenniveau an durchschnittlich 28 bis 65 Tagen im Jahr überflutet. Die höher gelegenen Hartholzauenbereiche werden an weniger als 1 Tag pro Jahr überflutet. Dies sind gleichzeitig die Hochwasserereignisse, bei denen die Rückhaltewirkung des überfluteten Auenwaldes benötigt wird.

Erholung
Erholungsschwerpunkte wie die Isteiner Schwellen werden von der Tieferlegung grundsätzlich ausgespart. Um die verbleibenden Beeinträchtigungen für die Erholungsnutzung zu kompensieren, sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geplant. So wird z.B. an der Ostseite der Tieferlegung zusätzlich ein durchgängiger Randweg angelegt. Dieser Weg kann, unabhängig von Überflutungen der Tieferlegungsflächen bei Rheinhochwasser, ganzjährig genutzt werden.

Grundwasser
Insgesamt wird die Tieferlegung keine nachteiligen Auswirkungen auf die Grundwassersituation und auf bebaute Gebiete haben. Die Grundwasserstände bleiben an ca. 300 Tagen im Jahr unverändert. Lediglich im unmittelbaren Tieferlegungsbereich wird es bei Hochwasser zu einer geringfügigen zusätzlichen Anhebung der Grundwasserstände kommen.

Einschränkungen während der Bauzeit
Während der Bauzeit kommt es zeitweise zu Beeinträchtigungen im Bereich der Baustellen und Baustraßen. Es werden Umleitungen eingerichtet, um weiterhin Ausflüge an den Rhein zu ermöglichen. Der Baustellenverkehr verläuft grundsätzlich nicht auf Wegen für die Naherholung. Über die jeweils geltenden Umleitungen werden die Besucher vor Ort aktuell mit Hinweisschildern informiert oder über die Seite Umleitungen auf diesen Internetseiten.

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Bau Weil-Breisach- Abschnitt I

Baumaßnahmen 2017

Nachdem im Winter 2016/2017 die Holzfällarbeiten auf den in 2017 tieferzulegenden Flächen durchgeführt wurden, werden die Erdarbeiten auf einer ca. 300 m langen Fläche südwestlich des flächenhaften Naturdenkmals (fND) Kiesgrube Huttingen fortgeführt. Der entlang des Rheins verlaufende Leinpfad ist aufgrund der Erdbauarbeiten gesperrt. Der neue Randweg steht als durchgängiger Weg zur Verfügung. Die Zu- und Abfahrt zur Baustelle erfolgt über den landwirtschaftlichen Weg, der nördlich von Istein von der Landesstraße 137 abzweigt und zur BAB-Unterführung führt. Für die Öffentlichkeit ist dieser Weg deshalb aus Sicherheitsgründen gesperrt.
 
Nördlich der Kandermündung wird das letzte ca. 300 m lange Teilstück tiefer gelegt. Zeitweise wird auch dort aus Sicherheitsgründen der Weg (Leinpfad) entlang der Baustelle gesperrt. Die An- und Abtransporte erfolgen über den bestehenden Autobahnbehelfsanschluss auf Höhe Efringen-Kirchen. Die Autobahnunterführung wird ebenfalls aus Sicherheitsgründen für die Zeit der Erdbauarbeiten gesperrt. 

Die aktuelle Wegeführung in Teilfläche 3 finden Sie hier  ( Umleitung Radweg TF3 und irp-uml-radweg-tf1.pdfUmleitung Radweg TF 1).

Baumaßnahmen 2010 bis 2016

Die Erdbauarbeiten in der Tieferlegungsfläche 2 mit der neuen Feuerbachmündung nördlich der Isteiner Schwellen und ein weiterer Abschnitt der Teilfläche 3 auf Höhe des Flächennaturdenkmals „Kiesgrube Huttingen“ wurden 2016 fertig gestellt.
 

In der Teilfläche 3 wurde auf Höhe des Autobahnanschlusses Efringen-Kirchen ( Übersichtskarte Abschnitt I) im Winter 2012/2013 der Leinpfad auch im südlichen Bereich auf einem Teilstück abgetragen, sodass das Rheinwasser jetzt die gesamte bereits tiefergelegte Fläche durchströmen kann. Die natürliche Wiederbewaldung dieser in den Jahren 2010 und 2011 tiefergelegten Flächen verläuft planmäßig und der Vegetationszuwachs von jungen Weiden und Pappeln erfolgt mit beachtlicher Geschwindigkeit.

Ab 2012 erfolgten die Tieferlegungsarbeiten in der Teilfläche 2 nördlich der Isteiner Schwellen im Bereich der dortigen Autobahnunterführung. Hier wurde zunächst Erdmaterial abgetragen und als Schutzwall entlang der Autobahn aufgeschüttet. Krone und Ostseite des Walls zur Autobahn hin wurden mit heimischen Sträuchern und Bäumen bepflanzt. Zwischen der Westseite des Schutzwalls und dem östlichen Ende der Tieferlegungsflächen entstand der neue, hochwassersichere Randweg. Dieser ist Ersatz für den Leinpfad, der ebenfalls tiefergelegt und somit häufiger von Hochwasser überflutet wird.
 
Die Arbeiten zur Tieferlegung der Teilfläche 1 sind im Bereich zwischen Kandermündung und Autobahnunterführung bei Efringen-Kirchen abgeschlossen. Der neue Randweg als durchgängige rheinnahe Verbindung ist eröffnet, das neue Kanderbett samt naturnahem neuen Mündungsbereich ist fertig gestellt. Bereits im Herbst 2011 wurden die ersten Flächen aufgeforstet.
Im Winter 2012/2013 wurden die Arbeiten zur Tieferlegung der Flächen nördlich der Autobahnunterführung Efringen-Kirchen in der Teilfläche 1 (Übersichtskarte Abschnitt I) fortgeführt.

Baumaßnahmen 2008 und 2009

Am 28.05.2008 hat das Landratsamt Lörrach den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt I des Rückhalteraums Weil-Breisach erlassen. Mit den bauvorbereitenden Maßnahmen wurde im Dezember 2008 begonnen. Frau Ministerin Tanja Gönner führte am 20.11.2009 den Spatenstich zum offiziellen Baubeginn durch. Damit wird ein weiterer Baustein zum Hochwasserschutz am Rhein im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) umgesetzt. (INFOblatt 1 und INFOblatt 2).

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Weil-Breisach Abschnitt II

Abschnitt II wird gemäß des Raumordnungsbeschlusses vom 21.10.2002 bis auf Weiteres zurückgestellt.

Übersichtskarte Abschnitt II
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Weil-Breisach Abschnitt III

Sachstand

Der offizielle Bau hat mit einem symbolischem Spatenstich am 26.09.2014 stattgefunden. Der Abschnitt III befindet sich in der Mitte des Rückhalteraums Weil-Breisach nahezu vollständig auf Gemarkung der Stadt Neuenburg am Rhein (Übersichtskarte Abschnitt III). Er besteht aus insgesamt acht Teilflächen zu deren Herstellung das vorhandene Gelände 7 bis 10 Meter tief abgegraben wird. Zusätzlich wird der Baggersee Steinenstadt angebunden und trägt ebenfalls zum Hochwasserrückhalt bei. Dadurch entsteht hier auf einer Fläche von etwa 182 ha ein Rückhaltevolumen für ca. 7,8 Mio. m³ Hochwasser.
 
Die gesamte Bauzeit für den Abschnitt III wird etwa 15 Jahre betragen. Hierbei werden die Tieferlegungsflächen, Sonderbauwerke und Wege hergestellt. Ebenso werden innerhalb dieser Zeit die Leinpfadabschnitte abgetragen, die zunächst aus ökologischen Gründen erhalten werden oder die tiefergelegten Flächen bei Hochwasser solange vor zu starker Strömung schützen bis sich dort ein stabiler Bewuchs entwickelt hat. Derzeit wird der Leinpfad stark als Radwanderweg genutzt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird eine Wegführung landschaftlich abwechslungsreich auf Abschnitten des verbleibenden Leinpfades und auf dem neuen Randweg eingerichtet.
 

Baumaßnahmen seit 2013

Die Tieferlegung der Vorlandflächen begann Ende 2013. Die wesentlichen Arbeitsschritte (INFOblatt 3) sind dabei die Rodung des Waldes, der Abtrag des Erd- und Kiesmaterials sowie landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen. Der bei der Flächentieferlegung anfallende Kies wird als Baustoff verwertet, geeigneter Oberboden wird als Erdschicht für Pflanzungen und Aufforstungen wiederverwendet. Bodenmaterial wurde auch für die Rekultivierung der Deponie Neuenburg im Zuge von Ersatzmaßnahmen geliefert.
 
In einer ersten Bauphase wurden bis Mitte 2015 die „IRP-Rheingärten" hergestellt. Diese rheinnahe Freizeitanlage besteht aus vielfältigen gestalterischen Elementen wie Liegewiesen, Sitzstufen, einer Freilichtbühne sowie einer Aussichtsplattform. Mit den „IRP-Rheingärten" wurden noch vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten zum Abschnitt III ein neuer Erholungsschwerpunkt in der Region geschaffen. Damit werden die mit der Umsetzung der Gesamtmaßnahme baubedingten Beeinträchtigungen in der landschaftsbezogenen Erholung für den Abschnitt III konzentriert ausgeglichen. 2022 werden die „IRP-Rheingärten" den westlichen Ausläufer des Landesgartenschaugeländes der Stadt Neuenburg am Rhein bilden.
 
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Weil-Breisach Abschnitt IV

Aktuell keine Informationen.

Übersichtskarte Abschnitt IV
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Fragen und Antworten Weil-Breisach

 
 
 
 
Abschnittsanfang
Ist durch die Tieferlegung der Fläche zu befürchten, dass eine unbewaldete Kieswüste entsteht?
Nein, durch die geplante Tieferlegung wird auf der Kiesfläche ein natürlicher Wald entstehen.
 
Beispiele hierfür sind die Kiesbänke im Rheinbett. In den Jahren 1930 bis 1960 wurde der Rheinseitenkanal gebaut. Das für den Kanal entnommene Wasser aus dem Rhein ließ die Kiesbänke im Rheinbett sichtbar werden (trockenfallen). Auf den Kiesbänken wuchsen innerhalb weniger Jahre neue Weiden- und Pappelwälder heran.
 
 
Abschnittsanfang
Was wird gegen den Waldverlust getan, der durch die Tieferlegung und ihre Bauwerke entsteht?
Von der Tieferlegung sind über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren jährlich etwa 25 ha Wald betroffen. Auf den tiefergelegten, dann an die Überflutungen des Rhein angeschlossenen Flächen, - entsteht wie auf den Buhnenfeldern - in wenigen Jahren ein neuer Wald.
 
 
Abschnittsanfang
Was passiert mit den Naturschutzgebieten und den wertvollen Trockenstandorten bei einer Tieferlegung?
Die wertvollen Naturschutzgebiete und Trockengebiete sind von der Tieferlegung weitestgehend ausgenommen und bleiben erhalten. Auf den neu entstehenden Abtragsböschungen können sich neue Trockenstandorte mit Magerrasen entwickeln.
 
 
Abschnittsanfang
Ist eine Abtragung der Sohle durch veränderte Fließverhältnisse im tieferzulegenden Bereich zu befürchten?
Die Stabilität der tiefergelegten Fläche im Hinblick auf Erosionsgefahr hängt von einer raschen Begrünung ab. Um auf den tiefergelegten Flächen ungestörtes Pflanzenwachstum ermöglichen zu können, ist geplant, den Leinpfad zum Schutz gegen zu starke Strömung bereichsweise zunächst stehen zu lassen. Sobald sich auf dem tiefergelegten Gelände die Vegetation ausreichend entwickelt hat, soll der verbliebene Leinpfad dann in einem zweiten Schritt bis auf Höhe der Buhnenoberkanten abgetragen werden.
 
 
Abschnittsanfang
Kann durch Sohlerosion oder durch den Eintrag von angeschwemmten Sedimenten das Rückhaltevolumen im Laufe der Zeit verloren gehen?
Die Rheinsohle zwischen Weil und Breisach ist überwiegend stabil. Das haben umfangreiche Untersuchungen des Institutes für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik der Universität Karlsruhe ergeben. Örtliche Veränderungen können aus der Bewegung von Kiesbänken resultieren. Wie bereits heute in den verlandeten Buhnenfeldern zu beobachten ist, werden auch im Tieferlegungsbereich umfangreiche Ablagerungen von Feinsedimenten erwartet. Diese bilden mittelfristig den Boden für den neu entstehenden Auenwald. Eine Abschätzung der Sedimentmengen kann aus der Entwicklung der Buhnenfelder abgeleitet werden. Hier hat sich im Verlauf von 40 Jahren eine im Mittel ein Meter starke Auflandung gebildet. In den Berechnungen für das Rückhaltevolumen ist die zu erwartende Auflandung der tiefergelegten Flächen berücksichtigt.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird das zukünftige Ufer gegen Überflutung gesichert?
Das zukünftige Ufer braucht größtenteils nicht gegen Überflutung gesichert zu werden, weil die Strömung des Wassers dort infolge des Bewuchses geringer ist als im Hauptgerinne des Rheines. An einigen wenigen Stellen, den sogenannten Prallhängen, wo das Ufer dem direkten Strömungsangriff ausgesetzt ist, wird eine Böschungssicherung gebaut.
 
 
Abschnittsanfang
Kann nach der Tieferlegung der Leinpfad nicht mehr als Rad- und Wanderweg genutzt werden?
Der tiefergelegte Leinpfad kann, wie im Bereich der freien Rheinstrecke zwischen Rastatt und Mannheim, auch weiterhin als Rad- und Wanderweg genutzt werden. Mit der Tieferlegung wird zusätzlich an deren Ostgrenze ein durchgängiger Radwanderweg angelegt. Dieser Weg kann ganzjährig genutzt werden, auch wenn der tiefergelegte Leinpfad überflutet wird.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wirkt sich die Tieferlegung auf den Fischbestand aus?
Zukünftig entstehen im Tieferlegungsbereich Auengewässer wie Buchten, Gewässerläufe, Quelltümpel etc. Diese werden wertvolle zusätzliche Lebensräume für den Fischbestand des Rheines sein. Kontrolluntersuchungen nach dem Mai-Hochwasser 1999 zeigten, dass Tümpel in den Buhnenfeldern keine Fischfallen für den größten Teil des Fischbestands sind. Die naturnähere Anbindung der Rheinzuflüsse sowie die Schaffung von kleinen Seitengerinnen führen im Bereich der Tieferlegungsfläche zu einer Verbesserung der Durchgängigkeit. Zur Zeit sind die Fischgewässer noch voneinander abgetrennt.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird die Durchgängigkeit der Zuflüsse gewährleistet?
Bei der Tieferlegung werden die Mündungsbereiche der Rheinzuflüsse so angepasst, dass die Durchwanderbarkeit der Gewässer für die Wasserorganismen von und zum Rhein verbessert wird.
 
 
Abschnittsanfang
Welche Auswirkungen hat die Tieferlegung auf die Jagd?
Die Hauptwildarten Reh und Wildschwein finden in den zukünftigen krautreichen Pappel/Weidenbeständen optimale Äsungs- und Deckungsbedingungen. Durch die Überflutungen der Standorte ist im Normalfall mit keiner größeren Gefahr zu rechnen, da entsprechende Fluchtmöglichkeiten in die überflutungsfreie Trockenaue gegeben sind. Die Strömungsgeschwindigkeiten im Tieferlegungsbereich liegen unter 1 m/s. So können beispielsweise Rehe und Wildscheine bei normalen Hochwassern auch schwimmend den Überflutungsbereich verlassen. In breiten Tieferlegungsbereichen sollen Wildrettungsinseln angelegt oder erhalten werden. Im Bereich von Seitengerinnen, Wasserflächen und Röhrichten wird im Tieferlegungsbereich zukünftig mit einer Zunahme von jagdbaren Wasservögeln, insbesondere der Stockente gerechnet. Die jagdlichen Möglichkeiten werden im Vergleich zu heute verbessert.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird sichergestellt, dass durch Grundwasseranstieg keine Schäden auftreten?
Durch die Tieferlegung wird es keine höheren Grundwasseranstiege geben.
 
 
Abschnittsanfang
Wird die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt?
Die Trinkwasserversorgung wird durch die Tieferlegung nicht beeinträchtigt. Die vorhandenen Trinkwasser- und Quellschutzgebiete (Zone I und Zone II) werden von der Tieferlegung ausgenommen.
 
 
Abschnittsanfang
Wie lange werden die Anwohner durch den Kiestransport gestört?
Die erforderlichen Kiestransporte werden nicht durch die Ortsdurchfahrten geleitet, auch wenn dadurch weitere Transportwege erforderlich werden. Im Bereich der Tieferlegungsflä-chen wird der Lkw-Verkehr auf die Abtragsflächen beschränkt. Der Leinpfad ist von der Befahrung ausgenommen und kann während der Abbauphase weiterhin uneingeschränkt als Fahrrad- und Wanderweg genutzt werden.
 
Für den Abbau der gesamten Kiesmenge sind ca. 15 Jahre angesetzt. Der Abbau wird dabei aber nicht gleichzeitig entlang der gesamten Strecke stattfinden.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird der Einstau bei Märkt geregelt?
Die Wehranlage in Märkt wird wie seither so geregelt sein, dass der Rheinwasserstand im Staubereich oberhalb des Wehres konstant gehalten wird. Bei ansteigendem Hochwasser wird wie heute mehr Wasser über das Wehr in den Restrhein weitergeleitet.
 
 
Abschnittsanfang
Werden weitere Wehranlagen nötig werden?
Nein. Es sind keine neuen Regulierungsanlagen erforderlich.

Ansprechpartner


Teilabschnitt I

Anke Kollmer
Referat 53.3
Telefon  0761 208-4279
EMail anke.kollmer@rpf.bwl.de

Teilabschnitt III

Lario Tarnawiecki-Waitkuwait
Referat 53.3
Telefon  0761 208-4297
EMail lario.tarnawieckiwaitkuwait@rpf.bwl.de

Teilabschnitt II, IV

Eric Schildwächter
Referat 53.3
Telefon  0761 208-4295
EMail eric.schildwaechter@rpf.bwl.de