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B 33 Allensbach/West – Konstanz (Landeplatz), Straßenbaumaßnahme Regierungspräsidium Freiburg

B 33 Allensbach/West Konstanz(Landeplatz)

Naturschutzrechtliche Maßnahmen

​Durch den verkehrlich notwendigen Ausbau der B33 muss in die Natur und Landschaft eingegriffen werden. Diese Eingriffe werden so gering wie möglich gehalten. Dennoch notwendige Eingriffe werden durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ausgeglichen.

Bisher entsteht bei Stau auf der B 33 Ausweichverkehr durch Allensbach und über den gesamten Bodanrück und belastet Mensch, Tier und Umwelt.

Durch den Ausbau und die Vermeidung der beruflichen Staus werden die Verkehre aus den sensiblen Bereichen auf die Bundesstraße geführt.

​Naturschutzrechtliche Maßnahmen werden in folgenden Bereichen durchgeführt:

Tiere:

  • Grünbrücke Göldern
    Vernetzung des Naturschutzgebietes mit dem Hinterland, Optimierung der südl. Zuführung zur Brücke
    -> Die Brücke dient vor allem den kleineren Tieren. Bei Hochwasser, bei dem das Wollmatinger Ried überschwemmt wird und dann auch die Amphibienquerungen unter der B33 geflutet sind, ist die Grünbrücke die einzige Fluchtmöglichkeit.

  • Tunnel Waldsiedlung
    Der Tunnel Waldsiedlung wurde auch vom Naturschutz gefordert. Er dient der Wiedervernetzung des nördlichen Waldgebietes mit dem Wollmatinger Ried. Natürlich dient der Tunnel auch dem Lärmschutz für die Anwohner der Reichenau Waldsiedlung. Allerdings hätte allein dieser Lärmschutz auch wirtschaftlicher realisiert werden können.

  • Amphibien-Querungsmöglichkeiten im Bereich nördlich des Waldsiedlungstunnels
    Damit diese o.g. Wiedervernetzung nicht durch die spätere Kreisstraße (die dann auch als Umleitungsstrecke bei Tunnelsperrungen dient) gestört wird, werden im Zuge des Rückbaus der B33 alt (siehe unten) Amphibienleiteinrichtungen und Querungsmöglichkeiten gebaut.

  • Schutz der Tierwelt während der Baumaßnahme (z.B. Graureiherkolonie)
    Diese schützenswerte Kolonie wurde durch bauzeitliche Anpassungen von Bauwerken geschützt, so dass sie nachweislich auch nach dem Bau noch vorhanden war und sich wohl sichtlich wohl gefühlt hat.

  • Anbringen von ca. 200 Fledermausnistkästen und waldbauliche Optimierung für Fledermäuse (ca. 9,8 ha)
    Die unterschiedlich großen Fledermausnistkästen werden auch regelmäßig von Gutachtern überprüft und rd. die Hälfte wurde bereits nachweislich angenommen.

  • Anlage von Amphibienlaichgewässer und Flachteichen
    Die Laichgewässer dienen vor allem den Tierarten Kammmolch und Laubfrosch.

 

Pflanzen:

  • Aufforstungen im Waldgebiet Schlafbach (rd. 2,4 ha), bei Reichenau Waldsiedlung (0,4 ha) und Ersatzaufforstung Eberhardwiese bei Dettingen (ca. 1,1 ha)

  • Erweiterung der FFH Mähwiesen

  • Erweiterung des NSG „Wollmatinger Ried“ (ca. 5,7 ha östlich und ca. 1,2 ha nördlich) und des Landschaftsschutzgebietes „Bodanrück“ (ca. 4,5 ha)

  • Aufwändige Wasserhaltung am Tunnel Waldsiedlung, um das Wollmatinger Ried zu erhalten

  • Das Wollmatinger Ried ist ein Naturschutzgebiet mit Europadiplom. Um dieses NSG nicht zu gefährden muss während der Bauzeit das Wasser der unterschiedlichen Grundwasserströme gefasst werden und an der gegenüberliegenden Seite der Baugrube im Bereich eben dieser Ströme breitflächig verrieselt werden. Im Endzustand des Tunnels wird durch Düker diese Grundwasserzufuhr zum Feuchtgebiet Wollmatinger Ried sichergestellt.

 

Flächenverbrauch:

  • Ausbau der vorhandenen Trasse, Minimierung der Neuversiegelung
    Es wird (außer in den Abschnitten A und E) die vorhandene Trasse der Planung zugrunde gelegt und auf eben dieser Trasse der Ausbau durchgeführt.

  • Reduzierter Querschnitt ohne Standstreifen
    Um die Eingriffe weiter zu minimieren wurde nicht der „typische“ autobahnähnliche Ausbau gewählt, sondern die Variante ohne Standstreifen. Eingeplanten Pannenbuchten sollen helfen, liegen gebliebene Fahrzeuge und deren Insassen nicht zu gefährden.

  • Durch drei Tunnelbauwerke besseres Landschaftsbild
    Die insgesamt drei Tunnel (Tunnel Waldsiedlung wurde oben schon genannt) tragen zur Verbesserung des Landschaftsbildes bei.

  • „durchdachte“ Umleitungsstrecke
    Die Umleitungsstrecke im Bereich Allensbach Mitte bis Hegne Ost wird so konzipiert, dass vieles im künftigen Straßennetz wieder genutzt werden kann. So wird die Umleitungsstrecke und die Baustraße nach der Eröffnung des Tunnels durch geringen baulichen Aufwand (Rückbau eines 2m Streifens, der dann als Grünstreifen dient) in einem Bereich zur späteren Kreisstraße und dem parallelen Radweg, in einem anderen Bereich zur Kreisstraße und einem Wirtschaftsweg. Im überwiegenden Bereich liegt die Umleitungsstrecke auf späteren Fahrbahnflächen.
    • Rückbau der B33 alt und der L 220 Richtung Wollmatingen
      Hier werden insgesamt ca. 6,9 ha entsiegelt (Ca. 5,9 ha an der B33 alt, ca. 1 ha an der L220).

Kontakt

Fachinformation:
Leitung Neubauleitung Singen
Yvonne Guduscheit
yvonne.guduscheit@rpf.bwl.de

Pläne und Informationsmaterial

Übersichtskarte mit Abschnitten (pdf, 364 KB)