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Regierungspräsidum Karlsruhe, Referat 54.1
Stabsstelle für per- und polyfluorierte Chemikalien

Gesundheit​​​​​​

​Sind PFC für Menschen und Tiere g​​efährlich?

Die vielen verschiedenen PFC-Verbindungen weisen auch unterschiedliche human- und ökotoxikologische Eigenschaften auf. In Tierversuchen erwiesen sich die bekanntesten PFC-Vertreter PFOS und PFOA nach kurzzeitiger Belastung über die Nahrung, die Luft und die Haut als mäßig toxisch. In Langzeitstudien mit Ratten und Mäusen konnten beide Chemikalien jedoch die Entstehung von Leberkrebs und anderen Tumoren (UBA 2019) fördern.

Inwieweit PFC für Menschen gesundheitsschädlich sind, kann aufgrund der Verschiedenartigkeit der PFC-Verbindungen wissenschaftlich noch nicht abschließend beantwortet werden. Für einzelne Vertreter wurden verschiedene Humanbiomonitoring-Werte zur Beurteilung der Konzentration in einem Körpermedium (z.B. Blutplasma) festgelegt. Der Humanbiomonitoring I (HBM-I-Wert) entspricht der Konzentration, bei dessen Unterschreitung nach aktuellem Stand der Bewertung nicht mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen ist. Der HBM-I-Wert stellt einen lebenslangen Vorsorgewert dar. Er definiert jedoch keine Schwelle zur gesundheitlichen Gefährdung. Der HBM-II-Wert entspricht der Konzentration eines Stoffes im Körpermedium, bei deren Überschreitung nach Einschätzung der Experten eine für die Betroffenen als relevant anzusehende gesundheitlicher Beeinträchtigung möglich ist. Einen solchen HBM II-Wert gibt es derzeit nicht.

Verschiedene Studien deuten jedoch auf einen Zusammenhang von PFC-Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Menschen hin. So besteht unter anderem der Verdacht, dass einige PFC die Fruchtbarkeit von Frauen und die männliche Spermatogenese negativ beeinflussen können. Es gibt auch Hinweise, dass der Langzeitschutz von Tetanus- und Diphtherieimpfungen abgeschwächt werden könnte. Zudem wurden Wirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel bereits bei relativ niedrigen PFC-Konzentrationen beschrieben.

​Wie kann es zu einer Aufnahme von PFC durch​​ Menschen kommen?

Die relevantesten Wege für eine mögliche Aufnahme von PFC sind das Trinken verunreinigten Wassers sowie der Verzehr verunreinigter Lebensmittel. Denkbar ist aber auch eine Aufnahme von PFC über sonstige Quellen wie etwa belastete Innenraumluft z.B. aufgrund PFC-haltiger Beschichtungen von Teppichen oder Heimtextilien.

Die zuständigen Behörden sehen bei Einhaltung der unter Vorsorgegesichtspunkten festgelegten Richtwerte, wie beispielsweise für Trinkwasser und Lebensmittel, nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefährdung. Entsprechend dem Minimierungsgebot sollte aber grundsätzlich immer die Belastung so niedrig wie möglich gehalten werden.​

Weitere Informationen

​Blutkontrolluntersuchungen im​​ Landkreis Rastatt

Um zu überprüfen, ob Personen im Raum Rastatt/Baden-Baden aufgrund der dortigen PFC-Verunreinigungen in Boden und Grundwasser vermehrt PFC aufgenommen haben, hat das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg im März 2017 das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mit der Durchführung einer umfangreiche Blutkontrolluntersuchung beauftragt. Im Kern der Untersuchungen steht die Frage, wie hoch die Zusatzbelastungen in der betroffenen Region sind und ob die getroffenen Maßnahmen zu einem Rückgang der Belastung führen. Dazu wurde im Frühjahr 2018 zufällig ausgewählten erwachsenen Einwohnerinnen und Einwohnern kostenfrei eine Blutuntersuchung angeboten. Die Blutuntersuchungen wurden von einem erfahrenen unabhängigen Labor durchgeführt.

Mit Unterstützung einer Expertengruppe wurden konkrete Zielsetzungen und eine Konzeption für die Durchführung eine Blutkontrolluntersuchung erarbeitet. Eine erneute Blutkontrolluntersuchung nach drei und sechs Jahren soll darüber Aufschluss geben, wie sich die Belastung im Verlauf entwickelt.​

Weitere Information​en

Doktorhand entnimmt in einem Labor ein Blutprobengefäß von einem Gestell, Copyright: angellodeco - stock.adobe.com