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Seite 1: Entwicklung des Dialogprozesses
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Das Beteiligungskonzept: 

„Dialog - die Region redet mit“

Mit diesen Worten ist das Beteiligungskonzept überschrieben. Die Botschaft verspricht, einen Gesprächsraum zu schaffen, in dem jeder Akteur zu Wort kommen soll. Das Ziel ist, im Rahmen der vier „Gesprächsräume“ die von der Planung betroffene Raumschaft in den Planungsprozess einzubeziehen, regelmäßig zu informieren und sich auszutauschen. Begleitet wird der Prozess außerdem von einer kontinuierlichen zielgruppenorientierten Öffentlichkeitsarbeit. Das „Dialogforum“ richtet sich vor allem an zwei Gruppen von Akteuren: an Vertreter von Initiativen, Verbänden und Vereinen sowie an zufällig ausgewählte Bürger der betroffenen Kommunen, die sogenannten „Zufallsbürger“. Geplant ist, dass das Dialogforum den gesamten Planungsprozess der Entwurfs- und Genehmigungsplanung begleitet und sich zwei bis drei Mal im Jahr trifft.

Im Juli 2016 hat das Dialogforum mit der Arbeit begonnen. Aufgrund des intensiven Vorbereitungsprozesses und auch weil damit ein allparteilicher Akteur ins Spiel kommt, kann die strategische als auch die operationale Umsetzung nur mithilfe eines externen Kommunikationsbüros geleistet werden.

Anhand des folgenden „Schlaglichts“ soll veranschaulicht werden, was Veranstaltungen wie das Dialogforum auf einer gesprächsdynamischen Ebene leisten können und wie es ermöglicht wird, dass das Planungsteam und die betroffenen Bürger zu einer konstruktiven und vertrauensvollen Arbeitsebene finden. 


Ein Schlaglicht des Dialogforums (Situation: Moderator in der Kleingruppe mit den Bürgern):

Zwölf Bürgerinnen und Bürger sitzen im Rathaus Immenstaad im Halbkreis in einem kleinen Raum. Die meisten sind zwischen 30 und 50 Jahren alt und über die Hälfte sind Frauen. Vor ihnen stehen Stellwände mit bunten beschriebenen Kärtchen, daneben der Moderator. „Aber wie war das noch mal mit dem Zeitraum? Was ist denn in den letzten 21 Jahren passiert. Ich hab das noch nicht ganz verstanden.“ Man hat den Eindruck, die Teilnehmerin sagt in diesem Moment, was sie wirklich denkt. Sie traut sich zu sagen, dass sie vorher (in der großen Gruppe mit den Interessensvertretern) etwas nicht verstanden hat. Aber hier in der Kleingruppe, wo die „normalen Bürger“ unter sich sind, greift sie das Thema noch einmal auf. Der Moderator hört aufmerksam zu, denkt einen Moment nach, dann setzt er zu einer Antwort an.

Schnell wird deutlich, dass der Moderator in der Lage ist, die Perspektive der Bürgerin anzunehmen und erklärt sehr plausibel all das, was nach außen als „Planungslücke“ wahrgenommen wird. Er erklärt niederschwellig und setzt weder ein Wissen über Planungsverfahren noch über technische Sachverhalte voraus. Vor allem aber gibt er der Bürgerin das Gefühl, dass er ihre Nachfrage für völlig nachvollziehbar hält. Sofort schließen sich Rückfragen und weitere Verständnisfragen an. Die Bürger trauen sich immer mehr, Fragen zu stellen, auch solche, die entlarven, dass einige den Vortrag von vor einer Viertelstunde nicht nachvollziehen konnten, zum Beispiel weil ihnen das Vorwissen fehlt. Schnell ist klar, der Wissensdurst ist groß und man ist an dem Punkt angekommen, an dem alle sprechen, auch jene, die vorher die „stillen Zuhörer“ waren. 

Ein Zwischenziel wurde erreicht, nämlich das Vertrauen der Bürger in die Gesprächssituation herzustellen. Mittels des Moderators ist eine Brücke entstanden: zwischen den Planern des RP einerseits und den verwaltungsunerfahrenen Bürgern vor Ort andererseits. Auf der nun geschaffenen Basis spricht der Moderator weitere Dinge an, denn für den kommenden Verlauf des Dialogforums müssen grundsätzliche Punkte geklärt werden, z.B. wie man miteinander umgeht und was die „Spielregeln“ des Dialogs sind. Im Anschluss löst sich die Kleingruppe der Zufallsbürger wieder auf und bringt ihre Ergebnisse zurück in die Großgruppe. Ab dem nächsten Treffen ist vorgesehen, in die inhaltliche Diskussion einzusteigen. Ein Hauptthema wird die Frage sein: Welche Kriterien muss eine gute Trasse erfüllen?

 

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