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Informationen zu den Fächern allgemeinbildender Schulen
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Latein und Griechisch

Latein und Griechisch werden zu den sprachlichen Fächern gerechnet. Das ist insofern sinnvoll, als der Spracherwerb und die Beschäftigung mit Texten der zentrale Bestandteil des Unterrichts sind.

Von anderen Fremdsprachen unterscheiden sich der Latein- und der Griechischunterricht aber darin, dass diese Sprachen nicht als Verständigungsmittel gelernt werden. Man unterhält sich im Unterricht nicht in der Fremdsprache, sondern spricht über die Sprache.



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Latein als Fremdsprache wählen

  

Latein wird an baden-württembergischen Gymnasien als zweite oder als dritte Fremdsprache angeboten. Schülerinnen und Schüler beginnen also in der sechsten oder in der achten Klasse mit dem Lateinunterricht (ausgehend vom achtjährigen Gymnasium).

An einigen Gymnasien in Baden-Württemberg ist Latein erste Fremdsprache. Abgeschlossen ist der Lateinunterricht entweder in der zehnten Klasse oder mit dem Abitur. Latein als dritte Fremdsprache kann in der zehnten Klasse mit der Ergänzungsprüfung Latinum abgeschlossen werden.

Es gibt manchmal die Möglichkeit, Latein in Form einer AG zu erlernen, die ebenfalls mit der Ergänzungsprüfung abgeschlossen wird.

Latein kann als vierstündiges Fach in der Kursstufe gewählt werden.

Welche Kriterien gibt es für die Wahl von Latein als zweiter oder dritter Fremdsprache?

 
  • Interesse an der Materie
  • Freude an Sprache, auch am Nachdenken über Sprache
  • Freude am Umgang mit Texten
  • Freude am Lesen
  • Interesse an historischen und kulturellen Inhalten
 

Lateinunterricht fördert durch die geschilderte analytische Annäherung an die Sprache die Fähigkeit des problemlösenden Denkens. Immer wieder treten sprachliche Phänomene auf, deren Erklärung und Umsetzung abstraktes methodisches Vorgehen voraussetzt. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler Interesse oder Freude an derartiger geistiger Tätigkeit hat, ist das eine gute Voraussetzung für die Wahl von Latein.

Lerninhalte: Worum geht es im Lateinunterricht?

Zu Beginn des Lateinunterrichts arbeitet man mit einem Lehrbuch. Dabei wird die Sprache erlernt, das heißt, es werden ein Bestand an Vokabeln und Kenntnisse der Grammatik und der sprachlichen Strukturen erarbeitet. Dann folgt die Lektüre lateinischer Originaltexte.

Latein ist eine Sprache, die, verglichen mit Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, auch im Vergleich mit der deutschen Sprache, besondere Merkmale aufweist. Diese Eigenarten der lateinischen Sprache bestimmen die Arbeitsweise des Spracherwerbs: Man lernt Latein nicht durch Sprechen, sondern analytisch, d. h. man liest, übersetzt, spricht viel über die Sprache und die Aussagen. Vor allem bei sprachlichen Phänomenen, für die in der deutschen Sprache keine direkte Parallele existiert, muss ein Weg gesucht werden, die lateinische Formulierung im Deutschen möglichst sinnwahrend und nahe an der Ursprungssprache wiederzugeben. Dadurch werden die Möglichkeiten und Charakteristika der deutschen Sprache ständig ausgelotet und die Fähigkeit, sich auf Deutsch auszudrücken, gefördert und geschult. Diese Herangehensweise verlangt zudem, dass wir über Sprache sprechen können, d. h. es wird ein grammatisches Vokabular benötigt, eine Metasprache. Durch das Nachdenken über die Sprache und die Beschreibung ihrer Struktur- und Ausdrucksmittel entsteht ein theoretisches Gerüst des Systems Sprache, das ein wertvolles Hilfsmittel beim Erlernen anderer Fremdsprachen ist. Das Empfinden von Stil, die Verfügbarkeit unterschiedlicher Ausdrucksmittel und das Gefühl für die angemessene Wiedergabe werden geschult. Die Gewandtheit im Umgang mit der deutschen Sprache profitiert davon.

Die Inhalte der Texte sind wesentlicher Bestandteil des Unterrichts. Diese beschäftigen sich mit geschichtlichen, politischen, mythologischen, philosophischen, auch alltäglichen Dingen. Themen sind Personen wie etwa Caesar, Augustus und Hannibal; wir betrachten Ereignisse und Entwicklungen wie die Expansion des römischen Machtbereichs auf große Teile Europas, Afrikas und Asiens. Die Entstehung und Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich prägt Europa bis in unsere Gegenwart. Die Weiterentwicklung der griechischen Philosophie durch Autoren wie Cicero und Seneca und ihre Bedeutung für die neuzeitliche Philosophie werden untersucht. Zentrale Stoffe der europäischen und der Weltliteratur stammen aus dem griechischen Mythos. Über die lateinische Kultur haben sie den Weg in die europäische Kultur gefunden. Die lateinische Sprache war im Mittelalter und in der Neuzeit Wissenschafts- und Literatursprache. Wichtige Werke wurden auf lateinisch verfasst. Die Rezeption römischer Kunst und Literatur prägte die Formensprache und die Motive späterer Epochen.

Neben dem Kennenlernen der antiken Kultur steht aber auch immer die Reflexion unserer eigenen Lebenswelt, unserer Werte und Anschauungen, die im Kontrast mit der antiken Kultur sichtbar und bewusst werden. So ist Latein neben einem sprachlichen vor allem ein Fach, in dem die Beschäftigung mit dem Fremden einen neuen Blick auf unser eigenes Denken, unsere eigenen Werte schafft. Es gibt zahlreiche römische Monumente und Ausgrabungen in Baden-Württemberg, da Südwestdeutschland Teil des Römischen Reichs war. Dieser Aspekt unserer Regionalgeschichte kann im Lateinunterricht bei Projekten, Museumsbesuchen und Fahrten zu Ausgrabungsstätten eine wichtige Rolle spielen. Latein und Griechisch sind in modernen Sprachen sehr gegenwärtig. Viele Lehn- und Fremdwörter sind griechischer und vor allem lateinischer Herkunft. Im Bereich der Wissenschaft enthalten Fachbegriffe lateinische oder griechische Bestandteile oder sind sogar unveränderte lateinische oder griechische Wörter, in der Medizin, in der Biologie, in anderen Natur- und vor allem in Geisteswissenschaften. Die Kenntnis der beiden antiken Sprachen erleichtert unter diesem Aspekt den Zugang zu vielen Fremdsprachen und zur wissenschaftlichen Fachsprache.

Griechisch als Fremdsprache wählen

Griechisch ist an baden-württembergischen Gymnasien dritte Fremdsprache. Griechischunterricht beginnt in der achten Klasse. In der Regel wird Griechisch an Gymnasien angeboten, in denen Latein erste Fremdsprache ist. Wie Latein als dritte Fremdsprache wird der Griechischunterricht mindestens bis zur zehnten Klasse durchgeführt und kann dann mit einer Ergänzungsprüfung abgeschlossen werden.

Manchmal besteht auch die Möglichkeit, Griechisch in Form einer AG zu erlernen. Diese kann wie der Regelunterricht durch eine Ergänzungsprüfung abgeschlossen werden.

Griechisch kann auch als vierstündiges Fach in der Kursstufe gewählt werden.

 

Welche Kriterien gibt es für die Wahl von Griechisch als dritter Fremdsprache?

* Interesse an einer vertieften sprachlichen Bildung

* Interesse an vertiefter kultureller Bildung

* Freude an intensiver Beschäftigung mit philosophischen, historischen, literarischen Themen

* Interesse für die europäische Geistesgeschichte

* Freude am intensiven, auch theoretischen Umgang mit Sprache und mit Texten.

Lerninhalte: Worum geht es im Griechischunterricht?

 

Der Griechischunterricht ist in mancher Hinsicht mit dem Lateinunterricht vergleichbar. Auch er beginnt mit einer Spracherwerbsphase, deren Basis ein Lehrbuch ist. Nach Ende des Spracherwerbs folgt die Lektüre von Originaltexten. Die Tatsache, dass vor Griechisch schon andere Fremdsprachen, darunter zumeist Latein, gelernt wurden, erleichtert den Spracherwerb.

Viele Phänomene sind zudem mit der lateinischen Grammatik vergleichbar; unterschiedliche Phänomene lassen sich mit Hilfe lateinischer Sprachkenntnisse rascher erfassen und verstehen. Die griechische Sprache ist sehr reich an feinsten Nuancen des Ausdrucks. Anders als Latein, das oft Freiheiten lässt, wenn es um die Erfassung der Aussage geht, drückt die griechische Sprache inhaltliche und logische Feinheiten aus, oft weit detaillierter, als die deutsche Sprache das tut. So erfordert die Wiedergabe des griechischen Wortlauts in der deutschen Sprache auf andere Weise das Erspüren sprachlicher Mittel und Möglichkeiten. Diese Eigenart macht die griechische Sprache zum geeigneten Medium philosophischer und literarischer Texte.

Viele unserer literarischen Gattungen sind im antiken Griechenland entstanden: Epos, Lyrik, Theater, auch Prosa wie Geschichtsschreibung, Redekunst, Philosophie, Roman. Die Stoffe griechischer Literatur bilden seit ihrer Entstehung den Kernbestand der europäischen Literatur. Vieles von dem, was die europäische Welt entscheidend geprägt hat, ist in Griechenland zum ersten Mal gedacht und formuliert worden, ob man nun an die homerischen Epen, an mythologische Gestalten wie Odysseus oder Medea, an grundlegende Vordenker der europäischen Philosophie wie Sokrates und Platon oder an die wissenschaftliche Geschichtsschreibung denkt. Die attische Demokratie des 5. und 4. Jahrhunderts ist der Ursprung politischer Werte, die bis in unsere Zeit gültig und bestimmend sind.

Die Beschäftigung mit griechischer Kultur umfasst auch die Kunst und die Architektur. Griechische Formensprache findet sich in allen Epochen europäischer Kunstgeschichte.

Europäisches Gymnasium

Schülerinnen und Schüler, die im Lauf ihrer Schulzeit zwei moderne und die beiden antiken Fremdsprachen erlernt haben, können die Qualifikation „Europäisches Gymnasium“ erwerben. Sie bekommen hierdurch das Angebot einer vertieften Allgemeinbildung und Sprachkompetenz. Weitere Informationen zum Europäischen Gymnasium.

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