Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Themenportal »Natur und Artenschutz »Artenschutz
Steinkrebs, Quelle: Regierungspräsidium Tübingen

Artenschutz

Neben dem Flächenschutz (Natura 2000 und Naturschutzgebiete) bildet der Artenschutz ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld der Regierungspräsidien. Gestiegene rechtliche Anforderungen bei der fachlichen Begleitung von Eingriffsvorhaben (Fachliche Begleitung von (Groß-)Vorhaben)) sowie der Vollzug des Artenschutzprogramms Baden-Württemberg durch Konzeption und Umsetzung von Artenhilfsprogrammen, z. B. auch im Rahmen des 111-Artenkorbs, bilden hierbei die Schwerpunkte unserer Arbeit.

Zu diesen Themen erhalten Sie hier weitere Informationen:

Artenschutzprogramm (ASP)

Um den am stärksten bedrohten Arten eine Überlebenschance zu ermöglichen und somit die Artenvielfalt für künftige Generationen zu erhalten, hat das Land Baden-Württemberg die Aufgabe, im Rahmen des Arten- und Biotopschutzprogramms spezielle Artenhilfsprogramme zu entwickeln. Hierfür bedient sich die Naturschutzverwaltung der Grundlagenwerke zum Artenschutz, in denen langjährig erhobene Beobachtungen der bei uns lebenden Arten dokumentiert sind. Aus diesen lassen sich artenbezogene Schutzmaßnahmen ableiten.

Die Referate Naturschutz und Landschaftspflege sind mit der Durchführung und Beaufsichtigung der erforderlichen Schutz- und Hilfsmaßnahmen vor Ort betraut. Viele gefährdete Populationen seltener Arten wie beispielsweise vom Wiedehopf, Steinkauz oder Apollafalter konnten so vor dem Aussterben bewahrt werden.

Im Land Baden-Württemberg wurden im Rahmen des Artenschutzprogramms seit Beginn der 1990er Jahre spezielle Artenhilfsprogramme entwickelt. So wurden landesweit bis heute mehr als 7.000 Einzelvorkommen aus verschiedenen Tiergruppen und über 3.000 Pflanzenvorkommen erfasst und, wo nötig, besondere Schutz- und Pflegemaßnahmen eingeleitet.

Erste Hilfe für bedrohte Arten

Mit dem Artenschutzprogramm hat das Land Baden-Württemberg ein spezielles "Feuerwehrprogramm" ins Leben gerufen, um diesen Arten gezielt zu helfen. Die Regierungspräsidien kümmern sich um ausgewählte Arten aus folgenden Gruppen:

  • Farn- und Blütenpflanzen
  • Moose
  • Amphibien
  • Heuschrecken
  • Käfer 
  • Libellen
  • Säugetiere
  • Schmetterlinge
  • Vögel
  • Wildbienen
  
  
  
  
Reduzieren Zuständigkeit : Alle RP ‎(2)
Reduzieren Zuständigkeit : Freiburg ‎(7)
Reduzieren Zuständigkeit : Karlsruhe ‎(13)
Reduzieren Zuständigkeit : Stuttgart ‎(18)
Reduzieren Zuständigkeit : Tübingen ‎(7)

REGIERUNGSPRÄSIDIUM STUTTGART

Das Artenschutzprogramm (ASP) wurde für folgende Arten bzw. Artengruppen erfolgreich umgesetzt:

  • Biber: ca. 700 Biber in 150 Revieren; Maßnahmen: Überzeugungsarbeit, Schaffung ungenutzter Gewässerrandstreifen, Pflanzung von Weiden
  • Feldhamster: nur noch wenige Vorkommen im Tauberland; Maßnahmen: finanzielle Entschädigung für hamstergerechten Ackerbau
  • Fledermäuse: 20 Arten; Maßnahmen: Sicherung von Sommer- und Winterquartieren
  • Schmetterlinge: 41 ASP-Arten, z. B. Großer Feuerfalter, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Berghexe; Maßnahmen: Verbuschung beseitigen, finanzielle Förderung extensiver Wiesenbewirtschaftung
  • Wildbienen: 62 ASP-Arten z. B. Glockenblumen-Mauerbiene, Vierfleck-Pelzbiene, Schwarze Mörtelbiene; Maßnahmen: Auslichten von Gehölzen, Ansaat gebietsheimischer Wildkräuter
  • Holzbewohnende Käfer: 9 ASP-Arten, z. B. Juchtenkäfer/Eremit, Großer Lindenprachtkäfer, Beulenkopfbock; Maßnahmen: alte Bäume erhalten, Totholz belassen
  • Heuschrecken: 14 ASP-Arten, z. B. Blauflügelige Ödlandschrecke, Kleiner Heidegrashüpfer, Italienische Schönschrecke; Maßnahmen: Offenhalten der Lebensräume
  • Libellen: 10 ASP-Arten, z. B. Vogel- und Speer-Azurjungfer, Gefleckte Heidelibelle; Maßnahmen: Bachverbauungen entfernen, Fischbestand anpassen
  • Weichtiere: aktuell nur die Bachmuschel; Maßnahmen: Sohlverbauungen entfernen, Fischbestand anpassen
  • Höhere Pflanzen: 151 ASP-Arten, z. B. Pfingstnelke, Schachblume, Glänzende Seerose; Maßnahmen: Gehölze an Felsen entfernen, Pflanzenbestände umzäunen, Weiherbewirtschaftung festlegen
  • Moose: 44 ASP-Arten, z. B. Mäuseschwänzchenmoos, Haar-Kissenmoos; Maßnahmen: Betretungsverbot, Bergung während Baumaßnahme

REGIERUNGSPRÄSIDIUM KARLSRUHE

Artenschutzprogramm "Feldhamster"

Der europäische Feldhamster ist in Deutschland eine streng geschützte Art und in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht. Der Feldhamster hat in Mitteleuropa schon immer von der Landwirtschaft profitiert. Mit großen Ackerschlägen, tiefem Pflügen und einem wachsenden Anteil spät auflaufender Kulturen kommt er jedoch nicht zurecht.

Um die Überlebenschancen zu erhöhen, werden Flächen gesucht, auf denen die landwirtschaftliche Nutzung besondere Rücksicht auf den Feldhamster nimmt.

Mehr Informationen entnehmen Sie bitte unseremFlyer (pdf, 1,7 MB).

"Artenschutz an Kirchen"

Kirchen bieten Brutmöglichkeiten für eine Vielzahl von Vogelarten. Die großen warmen Dachräume mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten sind wichtige Quartiere für gefährdete Fledermausarten. Kirchen leisten somit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig besteht aufgrund der artenschutzrechtlichen Vorgaben eine hohe Schutzverantwortung. Der u. g. Fachvortrag zeigt die besondere Bedeutung von Kirchen als Ersatzlebensraum auf und stellt charakteristische Brutvögel und typische Kirchgänger unter den Fledermäusen vor. Anhand von Beispielen wird erläutert, was bei Bau- und Sanierungsarbeiten, Holzschutzmaßnahmen, Beleuchtung oder Taubenabwehr zu berücksichtigen ist. Die ergänzende Liste zu Quellen und Links verweist auf weitergehende Informationen zum Thema.

Fachvortrag Infoveranstaltung am 03.11.2015 (pdf, 16.5 MB)
Quellen und Links zum Fachvortrag (pdf, 354 KB)

Artenschutz am Haus (Projekt des Landratsamtes Tübingen)

REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG

Zum Beispiel:

Artenschutzprogramm Pflanzen

Im Regierungsbezirk Freiburg werden Jahr für Jahr mehr als 250 Fundorte von stark gefährdeten Pflanzenarten betreut. Betreuen heißt, dass eine von Referat. 56 beauftragte „Umsetzerin“ die einzelnen Fundorte aufsucht, Zustand und Populationsgröße des Artvorkommens dokumentiert und bewertet und ggf. Pflege- oder Schutzmaßnahmen veranlasst.

Nachfolgend einige Beispiele für Pflanzen, die in Baden-Württemberg aktuell nur im Regierungsbezirk Freiburg vorkommen und für die Maßnahmen im Rahmen des Artenschutzprogramms „Pflanzen“ durchgeführt worden sind:

  • Stachelsporiges Brachsenkraut (Isoetes echinospora): Maßnahme: Badeverbot- Feldberg
  • Schönes Federgras (Stipa pulcherrima): Maßnahme: Zurückdrängung der Schlehe
  • Kleefarn(Marsilea quadrifolia): FFH-Art; Maßnahme: Sicherung durch Mahd und Bodenverwundung (bei Friesenheim (OG))
  • Zarter Gauchheil (Anagallis tenella): Die Population an einem der beiden einzigen Fundorte konnte durch Ausbringen von abgerissenen Ästchen (4 Stück, 1999) auf eine offene Bodenstelle gesichert und in Anzahl und besiedelter Fläche deutlich vergrößert werden.
REGIERUNGSPRÄSIDIUM TÜBINGEN