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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg
Titelbild IRP

Fragen und Antworten - Integriertes Rheinprogramm

Abschnittsanfang 1. Was ist das Integrierte Rheinprogramm?

Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Programm des Landes Baden-Württemberg, das Hochwasserschutzmaßnahmen am Oberrhein mit der Renaturierung der Auelandschaft verbindet (integriert).

Mit dem Integrierten Rheinprogramm verfolgt das Land Baden-Württemberg das Ziel, für die freie Rheinstrecke nördlich der Staustufe Iffezheim den vor dem Oberrheinausbau vorhandenen Hochwasserschutz wieder herzustellen (s. a. Frage "2. Warum ist die Hochwassergefahr am Oberrhein so groß?") Bezogen auf den Pegel Maxau bedeutet dies die Wiederherstellung des damals vorhandenen Schutzes vor einem Hochwasserereignis mit einer Jährlichkeit von bis zu 200, bezogen auf den Pegel Worms mit einer Jährlichkeit von bis zu 220.

Bereits 1982 haben Deutschland und Frankreich vereinbart, den am Oberrhein ehemals vorhandenen Hochwasserschutz wiederherzustellen. Abgestimmt mit den Rückhaltemaßnahmen in Frankreich und Rheinland-Pfalz ergibt sich so ein gemeinsames Hochwasserschutzkonzept am Oberrhein.

Auf baden-württembergischem Gebiet hat das Land die Aufgabe, die erforderlichen Maßnahmen zu planen, zu erstellen und zu betreiben. Die Landesregierung hat dazu 1988 mit dem IRP eine Gesamtkonzeption beschlossen, die die Wiederherstellung des Hochwasserschutzes auf möglichst umweltverträgliche Weise sicherstellt.

Im Rahmen des IRP ist vorgesehen auf baden-württembergischer Rheinseite an 13 Standorten Hochwasserrückhalteräume in ehemaligen Aueflächen zu schaffen. Insgesamt wird ein Rückhaltevolumen von 167,3 Mio. m3 benötigt, um unterhalb der Staustufe Iffezheim den vor dem Ausbau des Oberrheins vorhandenen Hochwasserschutz wieder herzustellen.

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Abschnittsanfang 2. Warum ist die Hochwassergefahr am Oberrhein so groß?

Seit Jahrhunderten hat der Mensch immer wieder in das Ökosystem der Oberrheinniederung eingegriffen. Insbesondere die Veränderungen am Rheinstrom und seinen Ufern haben dazu beigetragen, dass die Hochwassergefahr größer geworden ist.

Das Oberrheingebiet war in den letzten Jahrhunderten einem ständigen Wandel unterzogen. Zentrale Bedeutung hatten dabei die jeweiligen Flussbaumaßnahmen der Vergangenheit, welche Voraussetzung für die Entwicklung der rheinnahen Gemeinden waren.

Dabei stand bei den historischen Rheinkorrekturen der Schutz vor Hochwasser an vorderster Stelle. Mit dem Staustufenbau im letzten Jahrhundert wurde zusätzlich eine Verbesserung der Schiffbarkeit und der Energienutzung am Rhein herbeigeführt. Der Ausbau des Oberrheins zwischen Basel und Iffezheim durch Staustufen führte auf dem Abschnitt zwischen Breisach und Iffezheim zu einem Verlust von 130 km² Überschwemmungsflächen mit der Folge, dass Rheinhochwasser heute schneller und höher ablaufen und sich zudem ungünstiger mit den Hochwasserwellen der Nebenflüsse überlagern. Während durch den Staustufenbau eine deutliche Verbesserung des Hochwasserschutzes für die ausgebaute Rheinstrecke südlich von Iffezheim erreicht wurde, hat sich für die Unterlieger nördlich der Staustufe Iffezheim die Situation wesentlich verschlechtert. Hatten diese vor dem Staustufenbau einen Schutz vor einem 200-jährlichen Ereignis, so tritt infolge des Staustufenbaues ein gleich großes Ereignis nunmehr, ohne Betrieb der derzeit schon verfügbaren Hochwasserschutzanlagen, im Mittel alle 60 Jahre auf.

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Abschnittsanfang 3. Welche Rolle spielen die anderen Rheinanliegerländer?

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Abschnittsanfang 4. Gibt es Alternativen zu den 13 IRP-Standorten?

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Abschnittsanfang 5. Wer plant und genehmigt die IRP-Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb?

Planung und Betrieb

Der Hochwasserschutz im Rahmen des IRP ist in Baden-Württemberg Aufgabe der Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes. Beim Regierungspräsidium Freiburg hat das Referat 53.3 die fachliche und finanzielle Gesamtsteuerung aller IRP-Maßnahmen. Diese erstreckt sich auch auf die Rückhalteräume im Regierungsbezirk Karlsruhe. Darüber hinaus ist das Referat verantwortlich für Planung, Bau sowie Betrieb und Unterhaltung der neun Rückhalteräume im Regierungsbezirk Freiburg zwischen Basel und Freistett. Für die im Regierungsbezirk Karlsruhe liegenden vier Rückhalteräume des IRP zwischen Lichtenau und Mannheim sind die Referate 53.1 (Planung) und 53.2 (Bau und Betrieb) des Regierungspräsidiums Karlsruhe zuständig. 

Genehmigung

Wie jedes Bauvorhaben unterliegt auch der Bau der Rückhalteräume des IRP den gesetzlichen Bestimmungen. Ob bei der Planung alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden und ob alle Belange betroffener Eigentümer hinreichend berücksichtigt und offengelegt werden, wird von der jeweils für das Rechtsverfahren zuständigen Behörde (i.d.R. Landratsämter) überprüft. Für jeden IRP-Raum muss ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Vorab wird geprüft, ob ggf. ein Raumordnungsverfahren im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens erforderlich ist. 

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Abschnittsanfang 6. Wie werden die Bürgerinnen und Bürger an Planung, Genehmigung, Bau und Betrieb von IRP-Hochwasserrückhalteräumen beteiligt?

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Abschnittsanfang 7. Wie kann Hochwasser am Oberrhein zurückgehalten werden?

Grundsätzlich besteht am Oberrhein die Möglichkeit, Wasser zum Schutz der Unterlieger in gesteuerten oder ungesteuerten Rückhalteräumen zurückzuhalten.

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Abschnittsanfang 8. Was passiert bei einem Hochwassereinsatz?

Erreicht der Rhein kritische Hochwasserstände, wird nach einem deutsch-französischen Betriebsreglement zur Steuerung der Hochwasserschutzanlagen am Rhein vorgegangen. In enger Abstimmung mit der Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) in Karlsruhe werden die Rückhalteräume eingesetzt. Nach Ablauf der Hochwasserwelle kann mit der Entleerung der Rückhalteräume begonnen werden. 

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Abschnittsanfang 9. Wie sicher sind die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb?

Die Sicherheit der Anlagen und des Betriebes der IRP-Hochwasserrückhalteräume haben oberste Priorität. Grundprinzip aller Planungen zum IRP ist daher die Einhaltung aller geltenden Sicherheitsstandards. Die Wasserwirtschaftsverwaltung wird dafür Sorge tragen, dass durch den Schutz der Unterlieger keinerlei Sicherheitsrisiken für die an die Rückhalteräume angrenzenden Gemeinden entstehen.

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Abschnittsanfang 10. Was sind Ökologische Flutungen?

Ökologische Flutungen sind mit der Wasserführung des Rheins korrespondierende Durchflutungen der Rückhalteräume. In Dauer und Intensität sind sie vergleichbar mit den natürlichen Ausuferungen eines Gewässers.

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Abschnittsanfang 11. Welche Auswirkungen haben Hochwasserrückhalt und Ökologische Flutungen auf die Natur?

Der Betrieb der IRP-Rückhalteräume (Hochwasserrückhaltungen und Ökologische Flutungen) führt dazu, dass hochwassertolerante Pflanzen- und Tierarten gefördert und erhalten werden. Trockenheitsliebende Arten hingegen werden verdrängt. Ein umfangreiches Untersuchungsprogramm des Landes Baden-Württemberg in den Poldern Altenheim hat dies eindeutig nachgewiesen.

In den Rückhalteräumen des IRP werden mit Hilfe der Ökologischen Flutungen auenähnliche Bedingungen geschaffen. Grundlage für die Entwicklung der jeweiligen Flutungsregime sind die Verhältnisse, wie sie am nördlichen Oberrhein heute noch in den dort vorhandenen Auen bestehen (s. Grafik).

faq-auenstufen.png

Auenstufen

Als erstes Flutungsereignis ist gemäß der für Rückhalteräume geltenden technischen Regeln (DIN 19700 Teil 10 und Teil 12) grundsätzlich ein Probebetrieb durchzuführen. Nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen wird daher vor der regulären, dauerhaften Inbetriebnahme ein Probebetrieb mit rd. 75% der maximalen Einstauhöhe als erstes Flutungsereignis auf das Ökosystem im Hochwasserrückhalteraum einwirken.

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Abschnittsanfang 12. Wie beeinflussen die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten?

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Abschnittsanfang 13. Wie wirken sich die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb auf binnenseitige Ortslagen und Gebäude aus?

Weitere Fragen

Abschnittsanfang 14. Welche Auswirkungen haben die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb auf die bestehenden Flächennutzungen?

Derzeit werden die Flächen innerhalb der geplanten IRP-Rückhalteräume zu etwa 70% forstwirtschaftlich und zu ca. 10% landwirtschaftlich genutzt. Die restlichen 20% sind überwiegend Wasserflächen (Altrheinarme, Kiesseen und sonstige Gewässer) sowie einzelne Infrastrukturanlagen. Während Hochwasserrückhaltungen sind die Rückhalteräume nicht begehbar und aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei Ökologischen Flutungen fließt das Wasser an den weitaus meisten Tagen durch die vorhandenen Gewässer ohne die Nutz- und Begehbarkeit einzuschränken. Bei längeren Ökologischen Flutungen mit höheren Einleitungsmengen kommt es zu teilweisen Überströmungen des Geländes. Aus Sicherheitsgründen und um Wildtieren die Möglichkeit zum Wechsel in die binnenseitigen Rückzugsräume zu ermöglichen müssen die Rückhalteräume in diesen Zeiten gesperrt werden.

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Abschnittsanfang 15. Was passiert bei Schäden?

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