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Referat 44 (Straßenplanung)  des Regierungspräsidium Freiburg
B31 - Stadttunnel Freiburg - Ganterknoten

A 860 - Stadttunnnel Freiburg

Einführung

Die Ortsdurchfahrt der Stadt Freiburg ist Bestandteil der West-Ost-Achse der B 31 vom Rheintal zur BAB A 81 bei Geisingen und weiter auf der B 311 bis Ulm. Neben der Bundesautobahn A 8 Karlsruhe – Stuttgart ist diese Achse die wichtigste West-Ost-Verbindung im Süden Baden-Württembergs. Die Ortsdurchfahrt ist dabei ein Nadelöhr für den Durchgangsverkehr. Der Durchgangsverkehr bedeutet wiederum einen großen Nachteil für die Stadt Freiburg, da er sowohl den innerstädtischen Verkehrsfluss behindert als auch den Erholungswert in unmittelbarer Nähe der Dreisam erheblich beeinträchtigt. Mit dem Stadttunnel können der größte Teil des Verkehrs (~ 68% des Gesamtverkehrs) und sogar ~ 80 % des Schwerverkehrs (Lkw > 7,5 t) in den Untergrund verlagert werden.

Im Bereich der Brauerei Ganter (Ganterknoten) konnte zunächst nur ein sogenannter Halbanschluss (d.h. nur eine Ein- und eine Ausfahrtsrampe) geplant werden, da die Straße als Bundesstraße eingestuft ist. Mit der Zustimmung des Bundes zu einer späteren Aufstufung des Abschnittes der B 31 zwischen den Anschlussstellen Freiburg-Mitte und Kirchzarten zur Bundesautobahn A 860 war die Planung eines sogenannten Vollanschlusses am Ganterknoten möglich. Der Vollanschluss besitzt im Vergleich zu einem Halbanschluss je eine Ein- und Ausfahrt zusätzlich. Dies führt zu einer maximalen Verkehrsentlastung der Freiburger Innenstadt und einer optimalen Auslastung des Stadttunnels.

Die Unterlagen der Vorplanung wurden daher im Bereich des Ganterknotens für einen Vollanschluss überarbeitet und im Februar 2014 dem damaligen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (MVI) in Stuttgart zur Prüfung und Genehmigung übergeben. Im September 2014 wurden die vom MVI genehmigten Planunterlagen an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Bonn weitergeleitet.
Mit der nächsten Planungsphase – der Entwurfsplanung – kann nach Aufnahme des Stadttunnels in den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ des neuen Bundesverkehrswegplans (BVWP) 2030 und der Zustimmung des BMVI zu den Unterlagen der Vorplanung begonnen werden. Im Rahmen der Entwurfsplanung wird die gewählte Vorzugsvariante detailliert ausgearbeitet.
Nach der Verabschiedung des BVWP 2030 durch den Deutschen Bundestag im Dezember 2016 ist die erste Voraussetzung erfüllt. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass die Planung für den Stadttunnel Freiburg im Laufe des Jahrs 2017 fortgesetzt werden kann.

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Die Vorzugsvariante

Variante B optimiert
Das Projektgebiet für den Stadttunnel Freiburg beginnt westlich der Kronenbrücke und erstreckt sich bis zum bestehenden Schützenallee-Tunnel. Im Rahmen der Vorplanung wurden viele verschiedene Varianten entwickelt, miteinander verglichen und bewertet. Als Ergebnis der Bewertung hat sich die „Variante B optimiert“ als die insgesamt geeignetste Variante ergeben. Sie wurde daher als sogenannte Vorzugsvariante gewählt.
Diese Variante wird überwiegend in bergmännischer Bauweise mit Hilfe einer Tunnel-vortriebsmaschine (TVM) hergestellt. Sie hat daher u.a. den Vorteil oberirdisch während der Bauzeit nur geringe Beeinträchtigungen zu verursachen, da der Vortrieb zwischen den Start- und Ziel- bzw. Wendebaugruben unterirdisch erfolgt.
 
Überarbeitung im Bereich „Ganterknoten“
Im Bereich der Ganterbrauerei, dem sogenannten „Ganterknoten“ konnte die Planung nach der Umwidmung des Streckenabschnittes der Bundesstraße B 31 zur Bundesautobahn A 860 überarbeitet werden. In Folge der Höherstufung kann hier ein Vollanschluss realisiert werden. Der Vollanschluss besitzt im Vergleich zu einem Halbanschluss je eine Ein- und Ausfahrt zusätzlich. Dadurch können alle Fahrbeziehungen realisiert und ~ 68 % des Gesamt- und sogar ~ 80 % des Schwerverkehrs (LKW > 7,5 t) in den Tunnel verlagert werden. Dies führt zu einer maximalen Verkehrsentlastung der Freiburger Innenstadt und einer optimalen Auslastung des Stadttunnels.
Die Planunterlagen zum Vollanschluss Ganterknoten wurden im Februar 2014 dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg (MVI) in Stuttgart zur Prüfung und Genehmigung übergeben. Im September 2014 wurden die vom MVI genehmigten Unterlagen zur Zustimmung an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Bonn weitergeleitet. Nach Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 durch den Deutschen Budnestag, mit der Einstufung des Stadttunnels Freiburg mit beiden Tunnelröhren in den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ (VB), kann im Jahr 2017 mit der Zustimmung zur Vorplanung durch das BMVI gerechnet werden.
 
 
Die Variante B optimiert in Stichworten:
 
  • geringe Beeinträchtigungen während der Bauzeit
  • geringe Eingriffe in das Grundwasser durch schnelles Abtauchen in den Untergrund
  • die Erholungsräume an der Dreisam werden während der Bauzeit geschont
  • Baugruben befinden sich nur am Anfang und Ende der Baumaßnahme
  • die Bauzeit ist im Vergleich kürzer als bei anderen Bauweisen
  • sie ist die Grundlage für die ergänzende Planung Vollanschluss Ganterknoten
B31-Stadttunnel-Variante B optimiert
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Die Planung des Vollanschlusses im Bereich des Ganterknotens – die Variante 5.1 d

Die Vorzugsvariante B optimiert konnte durch die Höherstufung der B 31 zur Bundesautobahn A 860 im Bereich des Ganterknotens überarbeitet werden, um einen Vollanschluss des Tunnels an das städtische Straßennetz zu ermöglichen. Auf Grund der schwierigen Randbedingungen wie z.B. den beengten Platzverhältnissen im innerstädtischen Raum sowie dem Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz und des vorhandenen Stadtraumes mussten im Rahmen der Leistungsphase 2 hierzu weitere insgesamt 21 Varianten und Untervarianten untersucht werden, um die bestmögliche Lösung zu finden. Verschiedene Varianten wurden auch den Bürgerinnen und Bürgern in einer Informationsveranstaltung vorgestellt.
Als beste Variante hat sich die Variante 5.1 d herauskristallisiert. Dieser Variante haben im Juli 2013 auch die Freiburger Stadträte zugestimmt.
 
 
Die Variante 5.1 d wurde von den Planern favorisiert, weil
 
  • die Verkehrsbündelung in der heutigen West-Ost-Achse beibehalten werden kann
  • das nachrangige Straßennetz wie bisher verknüpft werden kann
  • keine Verkehrsverlagerung in die Wohnquartiere erfolgt
  • der Eingriff in die bestehende Gebäudesubstanz minimiert ist
  • die nördliche Ausfahrt aus dem Schützenalleetunnel verbessert wird
  • ein durchgehender eigener Gleiskörper (VAG) bestehen bleibt
Variante 5.1 d Ganterknoten

Kurzinfo zur Variante 5.1 d
 
  • je eine Ein- und Ausfahrt für jede Fahrtrichtung
  • südliche Zufahrt über die Schwarzwaldstraße
  • Unterfangung auf der Nordseite der Schwarzwaldstraße erforderlich
  • kein Abriss von Gebäuden in Schwarzwaldstraße und Schützenallee
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Baugrunduntersuchungen im Jahr 2013


Für die Planung des Stadttunnels in Freiburg sind Baugrunderkundungen im Stadtgebiet erforderlich, um gesicherte und belastbare Kenntnisse der geologischen und hydro-geologischen Verhältnisse im Bereich des geplanten Großprojekts zu erhalten.
Im Zeitraum von Juli 2013 bis zum Jahresende 2013 wurden zehn Aufschlussbohrungen bis ins Grundgebirge und eine Großgreiferbohrung durchgeführt. Die Aufschlussbohrungen wurden anschließend zu Grundwasser-Messstellen ausgebaut.
 Übersicht Bohrungen
Erkundungsbohrungen werden durchgeführt, wenn über den Baugrund noch keine oder nicht ausreichend Kenntnisse vorliegen. Dabei wurden die Aufschlussbohrungen bis in eine Tiefe von ca. 70 m gebohrt. Die Großgreiferbohrung hat ihr Bohrziel bereits nach ca. 35 m erreicht.
Mit Hilfe der Grundwassermessstellen wurden im Jahr 2014 Proben des Grundwassers genommen, Pumpversuche zwischen den Bodenschichten der „Jüngeren“ und „Älteren Schotter“ und hydrochemische Untersuchungen durchgeführt. Bis heute wird in diesen und weiteren, bereits vorhandenen Grundwassermessstellen der Grundwasserstand mit Hilfe von Datenloggern automatisch aufgezeichnet.

Die Ergebnisse der Baugrunderkundung wurden in umfangreichen Baugrundgutachten dokumentiert. Weiterhin wurde ein numerisches Grundwassermodell erstellt. Dieses wird u.a. mit Hilfe der in den Grundwassermessstellen aufgezeichneten Daten kalibriert.
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Warum soll der Stadttunnel in Freiburg als Autobahn gebaut werden?

Nur wenn der Stadttunnel in Freiburg als Autobahn gebaut wird ist der Bund auch im Stadtgebiet Baulastträger und damit verantwortlich für Planung, Bau, Unterhaltung und Betrieb der Straße. In diesem Fall finanziert der Bund dann auch einen Stadttunnel mit Vollanschluss im Bereich des sogenannten „Ganterknoten“. Dies bedeutet, dass es in beiden Richtungen je eine Ein- und eine Ausfahrt gibt. Der Stadttunnel wird damit so an das oberirdische Straßennetz der Stadt Freiburg angeschlossen, dass alle Fahrbeziehugnen möglich sind. Die Vorzugsvariante B optimiert, die auf Grund der Einstufung als Bundesstraße zunächst nur mit einem Halbanschlusses geplant werden konnte, wurde deshalb mit der Planung eines Vollanschlusses am Ganterknoten ergänzt.

Durch einen Vollanschluss wird der Tunnel optimal ausgelastet und man erhält außerdem die größtmögliche Entlastung der Freiburger Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich Verkehr, Lärm, Luftschadstoffe etc..

Da die heutige B 31 zwischen der Anschlussstelle Freiburg-Mitte und Kirchzarten schon jetzt weitestgehend dem Ausbaustandard für Autobahnen entspricht, wird dies v. a. Änderungen bei der Beschilderung („aus Gelb wird Blau“) zur Folge haben.
 
Planung eines Vollanschlusses                           ...im Vergleich zum Halbanschluss



 
Stichwort Vollanschluss
 
  • Bei einem Vollanschluss gibt es im Vergleich zu einem Halbanschluss je eine Ein- und Ausfahrt zusätzlich.
  • Dadurch kann eine maximale Verkehrsentlastung der Freiburger Innenstadt und
  • eine optimale Auslastung des Tunnels erzielt werden.
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Welche Vorteile bietet der Stadttunnel?

  • er entlastet den oberirdischen Verkehr zwischen Kronenbrücken und Ganterbrauerei
  • er reduziert Lärm, Abgase, Erschütterungen und Unfallgefahren
  • er bietet städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten
  • er verbessert den Naherholungsraum an der Dreisam
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Hintergrundinformationen

Bedeutung der B 31
Die Bundesstraße 31 (B 31) zählt als Bestandteil der West-Ost-Verbindung zwischen der Bundesautobahn (BAB) A 5 im Rheintal und der BAB A 81 bei Donaueschingen bzw. weiter auf der B 311 bis Ulm neben den Bundesautobahnen zu den wichtigsten Verkehrsachsen des Landes Baden-Württemberg. Neben der Bundesautobahn A 8 Karlsruhe-Stuttgart ist sie die wichtigste Ost-West-Verbindung im Süden Baden-Württembergs. Verschiedene Ausbaumaßnahmen der letzten Jahre haben die Verkehrsqualität und damit die Attraktivität der Bundesfernstraße Schritt für Schritt erhöht.
Dies wirkt sich zunehmend belastend auf die im Zuge der B 31 verbliebenen Ortsdurchfahrten aus.

Die Ortsdurchfahrten der Stadt Freiburg und des Ortsteils Falkensteig (Gemeinde Buchenbach) sind heute vom Durchgangsverkehr besonders schwer betroffen. Unsere Planungen für den Stadttunnel Freiburg und Ortsumfahrung Falkensteig sollen diese Defizite verbessern.





Vorfinanzierung
Im noch gültigen Bundesverkehrswegeplan 2003 sind sowohl der Stadttunnel Freiburg als auch die Ortsumgehung (OU) Falkensteig nur mit einer Tunnelröhre in den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ (VB) eingestuft. Die beiden zweiten Tunnelröhren wurden jeweils in den sogenannten „Weiteren Bedarf“ (WB) eingestuft. Mit der Planung hätte das Land Baden-Württemberg jedoch nur beginnen dürfen, wenn jeweils beide Tunnelröhren in den VB eingestuft wären. Das Land Baden-Württemberg hat daher mit der Stadt Freiburg (Stadttunnel) und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Ortsumgehung Falkensteig) im Sommer 2009 Vereinbarungen geschlossen, welche die Finanzierung der beiden vorgezogenen Planungen regelt. Die Kommune bzw. der Landkreis finanzieren dabei die Planungs-leistungen des Landes vor. Im Gegenzug verpflichtet sich das Land, die Vor- und Entwurfsplanung abzuschließen und das sogenannte Sichtvermerksverfahren, also die Zustimmung des Bundes als Baulastträger, einzuleiten.
Bei einer Einstufung der Maßnahmen in den „Vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplan 2030 werden die Planungskosten durch das Land Baden-Württemberg an die Stadt Freiburg bzw. den Landkreis zurück erstattet.
 
Das Team
Herr Krüger, Projektleiter
Herr Müller, Projektingenieur Bereich Straßenplanung, Tunnelbau
Herr Helmle, Projektingenieur Bereich Ingenieurbau