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Regierungspräsidum Karlsruhe, Referat 54.1
Stabsstelle für per- und polyfluorierte Chemikalien

Lebensmittelsicherheit

​Maßnahmen der Lebensmittelüberwachu​​ng​​

​​

Beurteilungswerte (BUW) für kurzkettige PFC​

Da das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund fehlender toxikologischer Daten bisher keine konkrete Bewertung für kurzkettige PFC in Lebensmitteln ableiten konnte, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Minimierungsgrundsatzes hierfür sogenannte Beurteilungswerte (die für Lebensmittel duldbaren Werte) festgelegt. ​

Die Beurteilungswerte werden sowohl beim Vorernte-Monitoring (VEM) als auch bei der Lebensmittelüberwachung berücksichtigt. Beim VEM werden Pflanzen auf belasteten Flächen rechtzeitig vor der Ernte auf PFC untersucht. Erzeugnisse mit PFC-Gehalten oberhalb der vorsorgeorientierten Beurteilungswerte dürfen als Lebensmittel nicht in Verkehr gebracht werden. Die Beurteilungswerte dienen als Entscheidungsgrundlage für die Verkehrsfähigkeit von Pflanzen, die auf PFC-belasteten Flächen in Mittel- und Nordbaden angebaut werden, zur Verwendung als Lebensmittel sowie von Fleisch, Fisch und Innereien.

 

Beurteilungswerte für Lebensmittel [µg/kg]

PFBA

PFPeA

PFHxA

PFHpA

PFBS

PFHxS

Obst und Gemüse

9,4

2,8

5,7

< 2

5,7

< 1

Getreide

21

6,5

13

< 2

13

< 1


 

Beurteilungswerte für Lebensmittel [mg/kg]

PFBA

PFPeA

PFHxA

PFHpA

PFBS

PFHxS

Fleisch, Fisch, Innereien

0,10

0,03

0,06

0,003

0,06

0,001



Lebensmittel, deren Gehalte an kurzkettigen PFC gesichert über den genannten Beurteilungswerten liegen, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. ​​

Tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) für langkettige PFC ​

Für die langkettigen PFC Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) gibt es bereits auf Lebensmittel anwendbare Werte als Entscheidungsgrundlage. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2008 festgelegten tolerierbaren täglichen Aufnahmemengen (Tolerable Daily Intake, TDI) gelten auch weiterhin:

  • PFOS 0,15 μg / kg Körpergewicht pro Tag
  • PFOA 1,5 μg / kg Körpergewicht pro Tag

Der TDI beschreibt eine Stoffmenge, die bei einer lebenslangen täglichen Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich angesehen wird.

Lebensmittelüberwachung​

Begleitend und ergänzend zum Vorerntemonitoring werden durch die amtliche Lebensmittelüberwachung pflanzliche und tierische Lebensmittelproben aus den belasteten Gebieten erhoben und durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf PFC untersucht. Die Probenahme der pflanzlichen und tierischen Lebensmittel erfolgt in der Regel direkt bei den betroffenen Landwirten beziehungsweise im nachgelagerten Handel und Vermarktungseinrichtungen.

Die Kombination Vorerntemonitoring und Lebensmittelüberwachung bietet ein Höchstmaß an Sicherheit, um zu verhindern, dass Lebensmittel mit erhöhten PFC-Gehalten auf den Markt kommen. Dies bestätigen die Kontrolluntersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Zum Vergleich des Vorkommens von perfluorierten Verbindungen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus anderen Anbauflächen bzw. aus anderen Herkunftsgebieten werden auch amtliche Lebensmittelproben aus anderen Gebieten Baden-Württembergs, aus anderen Bundesländern und aus anderen Ländern (EU- und Drittländer) auf PFC untersucht. Bislang war in allen pflanzlichen Proben kein PFC nachweisbar, lediglich in Innereien von Wild und in Fischen waren langkettige PFC (PFOS) nachweisbar.

Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung 2017

Pflanzliche Lebensmittel (pdf, 14 KB)
Tierische Lebensmittel (pdf, 15 KB)