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Regierungspräsidum Karlsruhe, Referat 54.1
Stabsstelle für per- und polyfluorierte Chemikalien

Lebensmittelsicherheit

​Maßnahmen der Lebensmittelüberwachu​​ng​​​​

Beurteilungswerte (BUW) für PFC​

Da das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund fehlender toxikologischer Daten bisher keine konkrete Bewertung für kurzkettige PFC in Lebensmitteln ableiten konnte, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Minimierungsgrundsatzes hierfür sogenannte Beurteilungswerte (die für Lebensmittel duldbaren Werte) festgelegt. ​

Die Beurteilungswerte werden sowohl beim Vorernte-Monitoring (VEM) als auch bei der Lebensmittelüberwachung berücksichtigt. Beim VEM werden Pflanzen auf belasteten Flächen rechtzeitig vor der Ernte auf PFC untersucht. Erzeugnisse mit PFC-Gehalten oberhalb der vorsorgeorientierten Beurteilungswerte dürfen als Lebensmittel nicht in Verkehr gebracht werden. Die Beurteilungswerte dienen als Entscheidungsgrundlage für die Verkehrsfähigkeit von Pflanzen, die auf PFC-belasteten Flächen in Mittel- und Nordbaden angebaut werden, zur Verwendung als Lebensmittel sowie von Fleisch, Fisch und Innereien.

Das Bild zeigt eine Tabelle mit vorläufigen Beurteilungswerten für PFC (pflanzliche Lebensmittel), Copyright: RP Karlsruhe 

Das Bild zeigt eine Tabelle mit vorläufigen Beurteilungswerten für PFC (tierische Lebensmittel), Copyright: RP Karlsruhe 

Lebensmittel, deren Gehalte an kurzkettigen PFC gesichert über den genannten Beurteilungswerten liegen, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. ​​

Weitere Informationen

Vorläufige tolerierbare wöchentliche Aufnahmemengen (PTWI) für PFOS und PFOA

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat im Dezember 2018 eine Neubewertung zu gesundheitlichen Risiken durch PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäure) in Lebensmitteln veröffentlicht und niedrigere vorläufige tolerierbare wöchentliche Aufnahmemengen (PTWI, Provisional Tolerable Weekly Intake) abgeleitet: 

  • PFOA 6 Nanogramm / kg Körpergewicht / Woche
  • PFOS 13 Nanogramm / kg Körpergewicht / Woche

Die Werte geben die wöchentliche Dosis an, die bei lebenslanger Aufnahme keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen erwarten lassen. Sie sind aus Vorsorgegründen deutlich niedriger als die bislang von der EFSA und einigen anderen internationalen Gremien abgeleiteten gesundheitsbezogenen Richtwerte.
Die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), bei zukünftigen Bewertungen von PFOS und PFOA in Lebensmitteln diese vorläufigen gesundheitsbezogenen Richtwerte der EFSA trotz des weiterhin vorhandenen Forschungsbedarfes heranzuziehen, wird berücksichtigt.

Weitere Informationen

Lebensmittelüberwachung​

Begleitend und ergänzend zum Vorerntemonitoring werden durch die amtliche Lebensmittelüberwachung pflanzliche und tierische Lebensmittelproben aus den belasteten Gebieten erhoben und durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg auf PFC untersucht. Die Probenahme der pflanzlichen und tierischen Lebensmittel erfolgt in der Regel direkt bei den betroffenen Erzeugern beziehungsweise im nachgelagerten Handel und Vermarktungseinrichtungen.

Die Kombination Vorerntemonitoring und Lebensmittelüberwachung bietet ein Höchstmaß an Sicherheit, um zu verhindern, dass Lebensmittel mit erhöhten PFC-Gehalten auf den Markt kommen. Dies bestätigen die Kontrolluntersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Zum Vergleich des Vorkommens von perfluorierten Verbindungen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus anderen Anbauflächen bzw. aus anderen Herkunftsgebieten werden auch amtliche Lebensmittelproben aus anderen Gebieten Baden-Württembergs, aus anderen Bundesländern und aus anderen Ländern (EU- und Drittländer) auf PFC untersucht. 

Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung

Pflanzliche Lebensmittel Mannheim 1. Halbjahr 2019 (pdf, 6 KB)
Tierische Lebensmittel Mannheim 1. Halbjahr 2019 (pdf, 6 KB)
Pflanzliche Lebensmittel Rastatt und Baden-Baden 1. Halbjahr 2019 (pdf, 6 KB)
Tierische Lebensmittel Rastatt und Baden-Baden 1. Halbjahr 2019 (pdf, 6 KB)
Lebensmittel anderer Herkunft 1. Halbjahr 2019 (pdf, 34 KB)
Pflanzliche Lebensmittel 2018 (pdf, 8 KB)

Tierische Lebensmittel 2018 (pdf, 9 KB)
Pflanzliche Lebensmittel 2017 (pdf, 7 KB)
Tierische Lebensmittel 2017 (pdf, 8 KB)

Das Bild zeigt verschiedene Sorten Gemüse (Radieschen, Tomaten, Lauchzwiebel), Quelle: Pixabay