Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Stuttgart »Abteilung 4 »Referat 44 »B 295 / B 464 Renningen
Referat 44 (Straßenplanung)  des Regierungspräsidium Stuttgart

B 295 / B 464 Lückenschluss bei Renningen

Projektbeschreibung

In den Planungen der inzwischen realisierten Maßnahmen des Ausbaus der B 295 Renningen - Leonberg und des Neubaus der B 464 Sindelfingen - Renningen ist die Verknüpfung der B 295 mit der B 464 nicht enthalten. Der dreistreifige Ausbau der B 295 endet von der BAB A 8 kommend kurz vor Renningen, der zweistreifige Neubau der B 464 endet von der BAB A 81 kommend südlich von Renningen. Die Maßnahme stellt den Lückenschluss zwischen beiden Projekten dar.
Der Landkreis Böblingen hat im Jahr 2013 im Planungsbereich des Lückenschlusses ein Provisorium aus den Überschussmassen des Neubaus der B 464 errichtet und eine provisorische Verkehrsführung mit zwei Kreisverkehren erstellt. Die Wirkung der provisorischen Verkehrsführungen wird derzeit beobachtet.

Der Bundesstraßenstreckenzug von der BAB A 8 (Anschlussstelle Leonberg-West) bis nordöstlich von Renningen sowie von der BAB A 81 (Anschlussstelle Böblingen-Hulb) bis südlich von Renningen ist bereits mit planfreien Knotenpunkten ausgebildet. Aufgrund der hohen Verkehrsnachfrage ist eine leistungsfähige und verkehrssichere Verknüpfung im Planungsbereich des Lückenschlusses nach dem Regelwerk des Bundes nur mit planfreien Knotenpunkten möglich. Nur ein durchgehend leistungsfähiger Lückenschluss vermeidet auch langfristig Durchgangs- und Schleichverkehr durch Renningen.

Variantenuntersuchung

In einer ersten Stufe wurden 9 Varianten untersucht, die sich im Wesentlichen in der Art der Anbindung der Stadt Renningen an die beiden Bundesstraßen und der Verknüpfung des Kreisstraßennetzes mit der B 295 unterscheiden. Der internen Variantenbewertung liegt eine Verkehrsuntersuchung zugrunde, in der die verkehrlichen Entlastungswirkungen der unterschiedlichen Anschlüsse von Renningen und des Leonberger Stadtteils Warmbronn detailliert untersucht wurden. Zudem wurde eine ökologische Kurzbetrachtung durchgeführt. Der Wirtschaftlichkeitsvergleich erfolgte auf Grundlage überschlägiger Kostenschätzungen der Planfälle. Im Variantenvergleich zeigten die Planfälle 1/2 und 8/9 die größten Vorteile. Die Planfälle unterscheiden sich nur in zwei grundsätzlichen Kriterien; jeweils mit oder ohne Anbindung der Kreisstraße aus Warmbronn an die B 295 und mit bzw. ohne kommunale Südrandstraße. Im weiteren Planungs- und Abstimmungsprozess konnte jedoch kein kommunaler Konsens hinsichtlich einer Vorzugsvariante erzielt werden.

In einer zweiten Stufe haben das Regierungspräsidium Stuttgart und das Landratsamt Böblingen auf Basis von Planfall 8 unter umweltschonenden und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nach weiteren Varianten ge-sucht und dabei verschiedene Planfälle mit den betroffenen Kommunen diskutiert. In einem Spitzengespräch der Kommunen beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur am 10.12.2013 haben sich die Beteiligten darauf verständigt, dass zunächst die beiden Varianten „Planfall 8“ und „Planfall 8 modifiziert“ (entspricht Planfall 8, jedoch mit einem zusätzlichen Anschluss der Magstadter Straße an die B 464) weiter planerisch vorangetrieben werden. Darüber hinaus war Ergebnis des Spitzensgespräches, dass eine Anbindung der K 1008 mittels Rampen an die B 295 („Planfall 10b“) nicht weiter verfolgt wird. Der „Planfall 8“ und „Planfall 8 modifiziert“ („Variante ohne bzw. mit zusätzlichem Anschluss der Magstadter Straße an die B 464 (Südanbindung)“) werden zunächst gleichzeitig planerisch weiter vorangetrieben, da diese sich lediglich in der Südanbindung unterscheiden.

Im Oktober 2017 wurden dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur der ergänzend geforderte Variantenvergleich zu den Planfällen 8 und 8 modifiziert mit der Bitte um Zustimmung zur Vorzugsvariante 8 modifiziert vorgelegt.

Weiterer Planungsablauf

Die Maßnahme befindet sich im Stadium der Vorplanung, in dessen Rahmen ein von der Raumschaft ergänzend geforderter Variantenvergleich für den Anschluss der Leonberger Straße aufgestellt wird. Hierbei wird eine Unterführung der Leonberger Straße der bisherigen Planung einer Überführung gegenübergestellt. Das Ergebnis dieser Detailuntersuchung ist für den grundsätzlichen Variantenvergleich und die Entscheidung über die Vorzugsvariante ohne Bedeutung. 

Sobald die Entscheidung des Bundes über die Vorzugsvariante vorliegt, kann mit der Erstellung des sogenannten RE-Vorentwurfs begonnen werden für den in der Regel zwei Jahre benötigt werden. Der RE-Vorentwurf wird anschließend dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur vorgelegt und dieses erteilt erfahrungsgemäß innerhalb eines Jahres den Gesehenvermerk und damit seine Zustimmung zur Planung. Anschließend können die Feststellungsunterlagen erstellt und das Planfeststellungverfahren durchgeführt werden. Die daran anschließende Bauvorbereitung mit Erstellen der Ausführungsplanung und Durchführen des europaweiten Vergabeverfahrens dauert in der Regel ein gutes Jahr. Damit könnte der Bau des Lückenschlusses, selbst bei optimalem Planungsverlauf völlig unabhängig von der Personalkapazität erst im Jahr 2024, also kurz vor der Fertigstellung des A 81-Ausbaus beginnen.