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Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg. Vor-Ort-Aufgabe des Regierungspräsidium Stuttgart

Die Gliederung der Kampfmittelbeseitigung

Mitarbeiter

Durch Selbstdetonationen von Bomben wurde das Sicherheitsbedürfnis der Behörden und der Bürger in Baden-Württemberg in den letzten Jahrzehnten derart geschärft, dass das Personal des Kampfmittelbeseitigungsdienstes regelmäßig zur Überprüfung von Baugrundstücken eingesetzt werden musste. Zur Entmunitionierung von stark mit Munition belasteten Geländeteilen, die nicht bebaut werden, sind dadurch nur geringe Kapazitäten vorhanden. Aus diesem Grund wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst bereits 1994 um 10 Mitarbeiter verstärkt. Derzeit sind beim Kampfmittelbeseitigungsdienst 34 Personen beschäftigt.

Das Personal stellt sich wie folgt zusammen:

  • 1 Leiter Kampfmittelbeseitigung
  • 8 Feuerwerker, davon 1 stv. Leiter und Leiter Zerlegebetrieb
  • 6 Luftbildauswerter/innen
  • 4 Munitionsvorarbeiter, 10 Munitionsarbeiter
  • 2 Verwaltungsbeamte, davon 1 für die Waffen-/annahme u. –vernichtung
  • 3 Verwaltungsangestellte, davon 1 für die Waffen-/annahme u. –vernichtung

Beseitigung von Fundmunition

Die Teams zur Fundmunitionsbeseitigung/Munitionsbergung setzen sich jeweils aus einem Feuerwerker und einem Munitionsvorarbeiter oder Munitionsarbeitern zusammen. Sie beseitigen die von den Polizeidienststellen des Landes gemeldeten Bomben, Granaten und Minen, legen diese frei, entschärfen sie gegebenenfalls, stellen ihre Handhabungs- und Transportfähigkeit fest und befördern diese Kampfmittel zum Munitionszerlegebetrieb in Sindelfingen oder zu anderen Munitionszerlegebetrieben in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Diese Arbeitsgruppe überprüft und entmunitioniert die durch die Luftbildauswertung ermittelten, möglicherweise mit Kampfmitteln belasteten Baugrundstücke vor der Bebauung, sofern dies die Kapazitäten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zulassen.

Vernichtung der geborgenen Munition

In der Munitionsvernichtung sind ein bis zwei Feuerwerker und mehrere Munitionsvorarbeitern bzw. Munitionsarbeiter eingesetzt. Dort wird die angelieferte Munition nochmals überprüft, vorübergehend eingelagert und schließlich vernichtet.

Folgende anerkannten Vernichtungsverfahren kommen dabei zur Anwendung:

  • Ausglühen im Ausglühofen
  • Detonative Umsetzung in Panzeröfen durch Wärmezufuhr
  • Ausbrennen von Bomben und Abbrennen von Explosivstoffen auf einer Brandplatte
  • Ausschmelzen von Explosivstoffen

Die Zerlegung der Munition wird mit Hilfe von Geschosssägen, Bombensägen und einer Bombentrennschneideanlagen durchgeführt, wobei die jeweiligen Arbeitsschritte durch Videokameras überwacht werden. Zum Transport der Munition zu anderen Munitionszerlegebetrieben wurde zwischenzeitlich ein spezielles Munitionstransportfahrzeug (LKW, EX III) angeschafft. Mit diesem Fahrzeug wird nach Bedarf ein Großteil der sicher verpackten Munition zu gewerblichen Zerlegebetrieben transportiert.

Waffenannahme

Beim Kampfmittelbeseitigungsdienst ist die zentrale Waffenannahme für Behörden des Landes Baden-Württemberg angesiedelt. Hier werden Waffen, die bei den Waffenbehörden von ihren Besitzern abgegeben wurden, tatrelevante Gegenstände nach Abschluss der polizeilichen, bzw. staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren oder Fundwaffen, die auf Polizeidienststellen sichergestellt wurden, entgegen genommen und der Vernichtung zugeführt. Eine Annahme von Waffen von Privatpersonen erfolgt nicht. Diese werden gebeten, sich an die örtlich zuständigen Waffenbehörden oder Polizeidienststellen zu wenden.

Luftbildauswertung

Die Luftbildauswertung besteht aus sechs Mitarbeitenden, die Luftbilder, welche von den Alliierten nach den Angriffen gefertigt wurden, auswerten. Auf diesen Luftbildern sind stark umkämpfte Gebiete, Bunkeranlagen, Grabensysteme, detonierte Bomben und teilweise auch Einschlagstellen von Bombenblindgängern erkennbar. Diese Bilder stellen in absehbarer Zeit die einzige Informationsquelle dar, um noch versteckt im Erdreich liegende Kampfmittel aufspüren zu können, da Zeitzeugen bald nicht mehr vorhanden sein werden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst verfügt über ca. 110.000 Luftbilder von Baden-Württemberg, die in Großbritannien und den USA beschafft wurden.

Für die Interpretation der Luftbilder werden photogrammetrische Auswertegeräte verwendet. Die daraus gewonnenen Informationen werden danach auf aktuelle Flurkarten übertragen. Kampfmittelbeseitiger (Kampfmittelbeseitigungsdienst oder gewerbliche Fachfirmen) überprüfen und bereinigen anhand dieser Auswertung verdächtigen Flächen. Hierbei ist zu beachten, das mittels Luftbilder nur der beauftragte Bereich der jeweiligen Baumaßnahme ausgewertet wird und die weitere Umgebung unberücksichtigt bleibt. Vergleichbar wie bei der Flächenräumung ist eine vollständige Auswertung der Luftbilder für ganz Baden-Württemberg nicht möglich und würde ein vielfaches des jetzigen zur Verfügung stehende Personals und Materials erforderlich machen.

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Landesweite Zuständigkeit​

Regierungspräsidium Stuttgart

Kampfmittelbeseitigungsdienst
Baden-Württemberg
Pfaffenwaldring 1
70569 Stuttgart
Telefon 0711 904 400-00
Fax 0711 904 400-29
E-Mail kmbd@rps.bwl.de

Maßnahmen und Verhaltensregeln beim Auffinden von Fundmunition (PDF, 2 MB)