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Referat 44 (Straßenplanung)  des Regierungspräsidium Stuttgart

A 8 Stuttgart - Ulm: sechsstreifiger Neubau des Albaufstiegs zwischen Mühlhausen und Hohenstadt

Bild zeigt eine Übersichtskarte der Baumaßnahme, Quelle: Regierungspräsidium Stuttgart

​Lage ​Landkreis Göppingen, Alb-Donau-Kreis
P​rojektlänge ​rund 8,3 km
​Verkehr ​Verkehrsprognose für das Jahr 2030:
etwa 86.100 KfZ/24 h, Anteil Schwerverkehr etwa 18 %

​Projektbeschreibung

Bestandstrasse

Die A 8 gehört im Bereich des Albaufstiegs zu den ältesten Autobahnstrecken Deutschlands. Die Albabstiegstrasse wurde 1937, die Albaufstiegstrasse 1957 mit jeweils 2 Fahrstreifen fertig gestellt. Dieser Autobahnabschnitt ist das einzige denkmalgeschützte Autobahnteilstück in Baden-Württemberg und eines der wenigen bundesweit. Das besondere Kennzeichen der damaligen Autobahnplanung ist die zeittypische optimale Einbindung der Trasse in den landschaftlich äußerst reizvollen Albtrauf der Schwäbischen Alb, die Inszenierung der landschaftlichen Eigenheiten und ihre bewusste Einbeziehung in das Erlebnis Autofahrt. Kleine Parkplätze entlang der Strecke sollten zur Aussicht ins Filstal und auf die von Paul Bonatz entworfenen beeindruckenden Bogenbrücken, wie zum Beispiel die 47 m hohe Drachenlochbrücke, einladen. Seit dem Bau wurden außer der Substanzerhaltung keine nennenswerten Um- und Ausbauten vorgenommen und die A 8 genügt mit ihren großen Steigungen bzw. ihrem großen Gefälle, engen Kurven sowie der 2-Streifigkeit ohne Standstreifen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Verkehrsqualität und Wirtschaftlichkeit.


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Neuer Albaufstieg

Der Albaufstieg ist Bestandteil der wichtigen Ost-West-Verbindung nördlich der Alpen und eine wichtige transeuropäische Achse.

Um den Albaufstieg den heutigen Anforderungen anzupassen, wurden bereits in den 1970er Jahren erste Planungen aufgestellt, welche Mitte der 1980er Jahre weiterentwickelt wurden. 1993 erfolge dann die Linienbestimmung durch das zuständige Bundesministerium und der daraufhin erstellte RE-Vorentwurf erhielt im Jahr 2001 den Gesehenvermerk des Bundes. Auf Grundlage dieses RE-Vorentwurfs wurde die Genehmigungsplanung erstellt und am 27.09.2004 das Planfeststellungsverfahren zur Herstellung des Baurechts eingeleitet. Die Finanzierung des Projektes sollte aufgrund der hohen Kosten zu diesem Zeitpunkt über eine Mautstation auf der Albhochfläche in Form eines sogenannten F-Modells erfolgen. Das Planfeststellungsverfahren wurde jedoch kurz vor Ergehen des Planfeststellungsbeschlusses bis zur endgültigen Entscheidung über die Finanzierung des Projektes ausgesetzt.

Im Juni 2014 hat der Bund das Land darum gebeten, die Planungen auf Grundlage einer mautfreien Variante wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Planunterlagen aktualisiert und dem Bundesministerium zur Freigabe vorgelegt.

Der neue Albaufstieg ist im aktuellen Bedarfsplan 2016 als fest disponiertes Projekt (FD) im Rahmen des Gesamtabschnitts Anschlussstelle Mühlhausen bis Autobahnkreuz Ulm enthalten, so dass die Finanzierung der Maßnahme gesichert ist. Mit dem Vorhaben kann eine der letzten Lücken des durchgängig mindestens sechsstreifigen Ausbaus der A 8 zwischen Karlsruhe und München geschlossen werden.

 
Übersichtskarte neuer Albaufstieg
 
​Streckencharakteristik







  • ​Trassenbündelung auf einer direkten neuen Achse
  • große Streckenabschnitte in Tunneln und auf Brücken
  • Reduzierung der Streckenlänge um 3,8 km auf 7,6 km
  • Reisezeitverkürzung
  • Steigung bzw. Gefälle von maximal 3,5 %
  • sechsstreifiger Ausbau mit Standstreifen 
  • verbesserte Betriebssicherheit im Winter
  • leistungsfähige Umleitungsstrecke durch Aufrechterhaltung der bisherigen Albaufstiegstrasse
​Ingenieurbauwerke



  • ​Filstalbrücke: Länge rd. 810 m, Höhe bis zu 52 m über Talgrund
  • Tunnel "Himmelschleife", Länge etwa 1.200 m
  • Gosbachtalbrücke, Länge etwa 460 m (Westseite) bzw. 480 m (Ostseite), Höhe bis zu 71 m über Talgrund
  • Tunnel "Drackenstein", Länge etwa 1.700 m
 

Aktueller Sachstand

Das Planfeststellungsverfahren ist im Juni 2018 fortgesetzt worden. Die Unterlagen der 2. Planänderung lagen bis 24.07.2018 auf den Rathäusern der Anliegergemeinden aus, die Einwendungsfrist endete am 24.09.2018.

 Planunterlagen

Eine Bürgerinitiative aus Drackenstein hat im September 2018 eine neue Variante K18 veröffentlicht. Hierzu hat das Regierungspräsidium Stuttgart einen Variantenvergleich mit der Antragstrasse E* erstellt und im Kreistag Göppingen am 09.11.2018 öffentlich vorgetragen.

Vergleich K18-Trasse / E*-Trasse (PDF, 1 MB)

Im Juli 2019 erfolgte die Anhörung zur 3. Planänderung, in der die neuen Eigentumsverhältnisse infolge der Ausführungsanordnung im Flurneuordnungsverfahren „Merklingen (L 1230/DB/A 8)“ berücksichtigt sind.

Ende September 2019 fand der Erörterungstermin zu der 2. Planänderung in der Sickenbühlhalle in Gruibingen statt.

Infolge der Einwendungen und Stellungnahmen aus der Planauslage 2018 und des Erörterungstermins haben sich Änderungen und Ergänzungen ergeben – beispielsweise, dass ein Teil der Abstiegstrasse entlang des Albtraufs als Radweg erhalten bleibt (und damit die bisher im Bereich der Abstiegstrasse vorgesehenen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle umgesetzt werden müssen) sowie der Bau eines neuen Hochbehälters bei Gosbach für die Löschwasserversorgung des Tunnels Himmelsschleife.

Des Weiteren kommt die Straßenbauverwaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart dem Wunsch der Gemeinde Bad Ditzenbach zu einer geänderten Führung des provisorischen Radwegs zwischen Gosbach und Mühlhausen nach, da der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse als Baustraße benötigt wird. Mit dem geänderten Verlauf des Radwegs ist auch eine Anbindung des neuen Gewerbegebiets „Im Brühl“ im Süden von Gosbach möglich.

Für das FFH-Gebiet „Filsalb“ liegen zwischenzeitlich mit der FFH-Verordnung und dem Managementplan Unterlagen vor, die in den umweltfachlichen Untersuchungen für den A 8-Albaufstieg Berücksichtigung finden müssen.

Damit wird eine umfangreiche Überarbeitung zahlreicher Planunterlagen für den Albaufstieg erforderlich. Nach derzeitigem Stand werden die Unterlagen für die Anhörung zu der 4. Planänderung bis Ende 2020 fertiggestellt, so dass Anfang 2021 die Auslegung in den Anliegerkommunen stattfinden kann.