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Referat 44 (Straßenplanung)  des Regierungspräsidium Stuttgart

A 8 Stuttgart - Ulm: sechsstreifiger Neubau des Albaufstiegs zwischen Mühlhausen und Hohenstadt

Bestandstrasse:

Die A 8 gehört im Bereich des Albaufstiegs zu den ältesten Autobahnstrecken Deutschlands. Die Albabstiegstrasse wurde 1937, die Albaufstiegstrasse 1957 mit jeweils 2 Fahrstreifen fertig gestellt. Dieser Autobahnabschnitt ist das einzige denkmalgeschützte Autobahnteilstück in Baden-Württemberg und eines der wenigen bundesweit. Das besondere Kennzeichen der damaligen Autobahnplanung ist die zeittypische optimale Einbindung der Trasse in den landschaftlich äußerst reizvollen Albtrauf der Schwäbischen Alb, die Inszenierung der landschaftlichen Eigenheiten und ihre bewusste Einbeziehung in das Erlebnis Autofahrt. Kleine Parkplätze entlang der Strecke sollten zur Aussicht ins Filstal und auf die von Paul Bonatz entworfenen beeindruckenden Bogenbrücken, wie z.B. die 47 m hohe Drachenlochbrücke, einladen. Seit dem Bau wurden außer der Substanzerhaltung keine nennenswerten Um- und Ausbauten vorgenommen und die A 8 genügt mit ihren großen Steigungen bzw. ihrem großen Gefälle, engen Kurven sowie der 2-Streifigkeit ohne Standstreifen in nicht mehr den heutigen Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Verkehrsqualität und Wirtschaftlichkeit.


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Steckbrief Albaufstieg heute: 
​Verkehrsaufkommen
  • ​DTV 68.000 KFZ/24h (Straßenverkehrszählung 2015)
  • hoher Schwerverkehrsanteil von rd. 16 %
​Streckencharakteristik
  • ​Streckenlänge 12,1 km
  • Steigung ca. 5 %, Gefälle ca. 6 %
  • nur 2 Fahrstreifen je Fahrtrichtung ohne Standstreifen
  • sehr kurvig mit engen Radien von nur 250 m
  • Haltesichtweiten unter 170 m
  • hohe Störanfälligkeit / Staugefahr durch zu geringen Fahrbahnquerschnitt für das hohe Verkehrsaufkommen und das Fehlen eines Seitenstreifens
  • erhöhter Unterhaltungsaufwand aufgrund der Lage am Albtrauf
​Umweltschutzbelange
  • ​Umweltkritische Entwässerungssituation
  • hohe Zerschneidungswirkung


Für das Jahr 2020 wird eine weitere Steigerung des Verkehrsaufkommens auf ca. 82.500 KFZ/24h und ein Schwerverkehrsanteil von ca. 20 % prognostiziert. die Situation wird sich daher in den folgenden Jahren noch weiter verschärfen.

Neuer Albaufstieg:

Der Albaufstieg ist Bestandteil der wichtigen Ost-West-Verbindung nördlich der Alpen und eine wichtige transeuropäische Achse.

Um den Albaufstieg den heutigen Anforderungen anzupassen, wurden bereits in den 1970er Jahren erste Planungen aufgestellt, welche Mitte der 1980er Jahre weiterentwickelt wurden. 1993 erfolge dann die Linienbestimmung durch das zuständige Bundesministerium und der daraufhin erstellte RE-Vorentwurf erhielt im Jahr 2001 den Gesehenvermerk des Bundes. Auf Grundlage dieses RE-Vorentwurfs wurde die Genehmigungsplanung erstellt und am 27.09.2004 das Planfeststellungsverfahren zur Herstellung des Baurechts eingeleitet. Die Finanzierung des Projektes sollte aufgrund der hohen Kosten zu diesem Zeitpunkt über eine Mautstation auf der Albhochfläche in Form eines sogenannten F-Modells erfolgen. Das Planfeststellungsverfahren wurde jedoch kurz vor Ergehen des Planfeststellungsbeschlusses bis zur endgültigen Entscheidung über die Finanzierung des Projektes ausgesetzt.

Im Juni 2014 hat der Bund das Land darum gebeten, die Planungen auf Grundlage einer mautfreien Variante wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Planunterlagen aktualisiert und dem Bundesministerium zur Freigabe vorgelegt.

Der neue Albaufstieg ist im aktuellen Bedarfsplan 2016 als fest disponiertes Projekt (FD) im Rahmen des Gesamtabschnitts Anschlussstelle Mühlhausen bis Autobahnkreuz Ulm enthalten, so dass die Finanzierung der Maßnahme gesichert ist. Mit dem Vorhaben kann eine der letzten Lücken des durchgängig mindestens sechsstreifigen Ausbaus der A 8 zwischen Karlsruhe und München geschlossen werden.

Übersichtskarte neuer Albaufstieg
 
Steckbrief neuer Albaufstieg:  Zahlen, Daten, Fakten​
​Verkehrsprognose
  • ​DTV ca. 88.100 KFZ/24h
  • hoher Schwerverkehrsanteil von ca. 18 %
​Streckencharakteristik
  • ​Trassenbündelung auf einer direkten neuen Achse
  • große Streckenabschnitte in Tunneln und auf Brücken
  • Streckenlänge 8,3 km
  • Reisezeitverkürzung durch Reduzierung der Streckenlänge um 3,8 km
  • Steigung bzw. Gefälle von maximal 3,5 %
  • 6-streifiger Ausbau mit Standstreifen 
  • verbesserte Betriebssicherheit im Winter
  • leistungsfähige Umleitungsstrecke durch Aufrechterhaltung der Albaufstiegstrasse
​Ingenieurbauwerke
  • ​Filstalbrück, Länge rd. 810 m, max. Höhe 52 m
  • Tunnel "Himmelschleife", Länge rd. 1.200 m
  • Gosbachtalbrücke, Länge rd. 460 m, max. Höhe 71 m
  • Tunnel "Drackenstein", Länge rd. 1.700 m
​Kosten
  • ​rd. 617 Mio. €
 

Aktuelles und Ausblick:

Nach der Freigabe der aktualisierten Planunterlagen durch den Bund sind die Fortführung und der Abschluss des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen.